Direkt zum Inhalt
 
 
emo-hpa.jpg
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Aktuelles » Hochschulpolitik » Hochschulpakt » Hintergründe
  • Print this page
  • create PDF file

Hochschulpakt und Hochschulbudgetierung

 

Ein sogenannter Hochschulpakt ist eine vertragsförmige Vereinbarung zwischen politischen Akteuren. Vereinbart werden Ziele und Funktionsbedingungen zur Zielerreichung, dazu gehören insbesondere die finanziellen Zuweisungen.

Bund und Länder haben mit dem Hochschulpakt 2020 eine Verwaltungsvereinbarung zur gemeinsamen Finanzierung der Studienplätze für die zu erwartenden zusätzlichen Studienanfänger abgeschlossen. Erwartet werden 275.000 zusätzliche Studienanfänger, die Kosten werden pauschal mit 26.000 Euro pro Studienanfänger beziffert, davon übernimmt der Bund rein rechnerisch jeweils 13.000 Euro. -> Details

Die Länder sind in der Pflicht, die Gesamtfinanzierung sicher zu stellen. Die Hochschulen müssen diese Studienplätze anbieten. Dazu haben sich Landesregierungen und Hochschulen wiederum durch vertragsförmige Vereinbarungen verpflichtet – sie heißen z.B. „Ziel- und Leistungsvereinbarungen“ (NRW), „Hochschulverträge“ (Berlin) oder eben „Hochschulpakte“.

Im Hessischen Hochschulpakt ist das Gesamtvolumen des Hochschulbudgets mit seinen verschiedenen Bestandteilen (Grund- und Erfolgsbudget, Innovations- und Strukturentwicklungsbudget sowie Sondertatbestände) festgelegt. Der Hochschulhaushalt ist Teil des Landeshaushalts, über den der Landtag beschließt. Die Laufzeit des Hochschulpaktes ist mehrjährig, dem laufenden Hochschulpakt 2006-2010 soll der Hochschulpakt 2011-2015 folgen.

Das Hochschulbudget wird nicht an alle Hochschulen eines Landes gleichmäßig ausgeschüttet, sondern leistungsorientiert und nach einem bestimmten Kennzahlenset verteilt. Das Verteilungsmodell wird zwischen den zwölf hessischen Hochschulleitungen und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) ausgehandelt. Es wird im Hochschulpakt zusammen mit dem Gesamt­volumen des Grund- und Erfolgsbudgets inkl. Lehrsondermittel festgeschrieben. Sondertatbestände und die hochschulspezifischen Anteile am Innovations- und Strukturentwicklungsbudget werden dagegen in den sogenannten Zielvereinbarungen 2011-2015 niedergelegt. Dabei handelt es sich um ein zweites Vertragswerk, in dem überregionalen hochschul­politischen Ziele der Landesregierung mit den standortspezifischen Zielen der einzelnen Hoch­schule ausbalanciert werden sollen. Die Verhandlungen über die Zielvereinbarungen finden bilateral zwischen dem HMWK und jeder einzelnen Hochschule statt.

Ende März 2010 hat die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann die Eckdaten des Hochschulpakts 2011-2015 vorgestellt und eine Absenkung des Hochschulbudgets angekündigt. 

Die Hessischen Hochschulen haben darauf mit Bestürzung und Kritik reagiert. Acht Hochschulen verfassten dazu eine gemeinsame Protokollnotiz.

Auf einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Erweitertem Präsidium der Philipps-Universität am 19.04.2010 wurden die Folgen der Haushaltskürzungen ausführlich erörtert.

Hochschulangehörige und Mitglieder der akademischen Selbstverwaltungsgremien sowie die Organe der Studierendenschaft haben in Beschlüssen und Resolutionen sowie offenen Briefen öffentlich Stellung genommen, die Landtagsabgeordneten aufgefordert, der Absenkung des Hochschulhaushalts nicht zuzustimmen und bei den Verhandlungen über den Hochschulpakt Verwerfungen im Verteilungsmodell zu beseitigen.

Der Hochschulpkat wurde am 18. Mai 2010 unterzeichnet.

 

Zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 · Dr. Susanne Langer

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

Pressestelle der Philipps-Universität, Biegenstraße 10, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421 28-26118, Fax +49 6421 28-28903, E-Mail: pressestelle@verwaltung.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/aktuelles/hochschulpolitik/hochschulpakt/hintergruende

Impressum | Datenschutz