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06.02.2007

GEMA-Gründer und Universitätsförderer Erich Schulze geehrt

Als Festredner war Bundesverfassungsrichter a.D. Paul Kirchhof geladen – Im Rahmen der Akademischen Feier zum 94. Geburtstag von Erich Schulze erhielt Ulrike Elteste den mit 2.500 Euro dotierten Erich-Schulze-Preis

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GEMA-Ehrenpräsident Professor Dr. h.c. Erich Schulze. An seinem 94. Geburtstag wurde Schulze, der 1998 eine Stiftung an der Philipps-Universität gründete, durch einen Festakt geehrt. Fotos: tk
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Dr. Ulrike Elteste wurde für ihre juristische Arbeit zum Schutz des geistigen Eigentums mit dem Erich-Schulze-Förderpreis ausgezeichnet.
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Der Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften, Professor Dr. Dr. h.c. Gilbert Gornig, hatte zu der Akademischen Feier geladen.
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Festredner Professor Dr. Dr. h.c. Paul Kirchhof, renommierter Finanz- und Steuerrechtler an der Universität Heidelberg
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Viel Applaus gab es für Lisa Huber, deren Darbietung kammermusikalischen Anspruch mit altbekannten Schlagermelodien verband.
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Die Vizepräsidentin der Universität, Professorin Dr. Babette Simon, würdigte in ihrem Grußwort die Lebensleistungen von Erich Schulze.
„Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Wunder gibt es immer wieder“: Schlager wie diese hatte sich Professor Dr. jur. h.c. Erich Schulze, Gründer und Jahrzehnte lang Vorstand der Verwertungsgesellschaft GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte), zur Feier seines 94. Geburtstags gewünscht, die am 1. Februar 2007 in der Aula der Alten Universität stattfand.

Dazu eingeladen hatte Professor Dr. Dr. h.c. Gilbert Gornig, Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften. Denn Schulze ist dem Fachbereich und der Universität spätestens seit 1998 eng verbunden: Damals gründete er die Erich-Schulze-Stiftung zur „Förderung der Wissenschaften über den Schutz der Kunst und der Kulturschaffenden“. Mit der Verwirklichung des Stiftungszwecks ist seither die Philipps-Universität Marburg betraut, insbesondere der Fachbereich Rechtswissenschaften und die dort angesiedelte Forschungsstelle für Medienrecht und Medienwirtschaft.

Im Rahmen der Feier wurde bereits zweiten Mal auch der diesmal mit 2.500 Euro dotierte Erich-Schulze-Förderpreis verliehen: Dr. Ulrike Elteste, Rechtsanwältin in Berlin, erhielt ihn für ihre Arbeit „Schaden und Bereicherung durch die Verletzung ‚geistigen Eigentums’“ (erschienen im Logos-Verlag unter Eltestes Geburtsnamen Mahlmann).

"24 energische Thesen"

Die Laudatio hielt der Professor Dr. Ralph Backhaus, auch Richter am Oberlandesgericht Frankfurt. „24 energische Thesen“ habe Elteste formuliert, nachdem sie die Rechtsprechung in Deutschland, England und Frankreich miteinander verglichen habe und in ihrer „kritischen Analyse“ zum Ergebnis gekommen sei, dass der Bundesgerichtshof teilweise widersprüchliche Auffassungen vertritt. Als roter Faden durch die „wissenschaftlich herausragende“ Arbeit, die eine Vielzahl von Einzelergebnissen aufweise, ziehe sich die „bedeutende Frage“, wie sich die Rechtsfolgen der Verletzung geistigen Eigentums in Einklang mit der Dogmatik des bürgerlichen Rechts bringen lassen.

Bei ihrem Dank für die Laudatio und für die von Erich Schulze überreichte Medaille sagte Elteste: „Ich nehme es sehr ernst, dass ich nun diesen Preis erhalten habe und möchte ihn ausdrücklich auch als Förderpreis verstehen. Der Name des Mannes, den er trägt, ist mir dabei ein ganz besonderer Ansporn.“ Insbesondere, so Elteste, möchte sie künftig dazu beitragen, dass jene, die im Internet und den Medien kreativ tätig sind, kraft gesetzlicher Regelungen den „gerechten Anteil an den Früchten ihrer Arbeit“ erhalten.

Zu den Teilnehmern der Veranstaltung gehörten unter anderem auch Dr. Karin Graßhof, Richterin am Bundesverfassungsgericht, der Marburger Bürgermeister Dr. Franz Kahle, der Präsident des Marburger Landesgerichts, Holger Gaßmann, dessen Amtsvorgänger Dr. Walter Böttner und viele weitere renommierte Rechtswissenschaftler und Juristen. Ebenfalls ein Grußwort sprachen die Vizepräsidentin der Universität, Professorin Dr. Babette Simon, und Professor Christian Bruhn, Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA. Bruhn war in der Nachkriegszeit als Komponist („Marmor, Stein und Eisen bricht“, „Akropolis Adieu“, Ich möcht’ der Knopf an deiner Bluse sein") und Texter berühmt geworden und sorgte am Piano gemeinsam mit Sängerin Lisa Huber für die musikalische Untermalung der Feier.

Immer schnellerer Wandel im Urheberrecht

Die Festrede indessen hielt Professor Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Kirchhof. Der hoch renommierte ehemalige Bundesverfassungsrichter lehrt als Finanz- und Steuerrechtler an der Universität Heidelberg und sprach in der Aula über den „verfassungsrechtlichen Schutz des geistigen Eigentums in der modernen Wissensgesellschaft“. Ausgehend von der Definition von Eigentum als ökonomischer Grundlage der Freiheit, erworben durch Kapital und Arbeit, skizzierte er, wie der Gesetzgeber dem immer schnelleren Wandel begegnen solle, der mit der Verbreitung des Internet und der neuen Medien einhergeht.

Zuvor hatte Vizepräsidentin Professorin Dr. Babette Simon Schulzes Lebensleistung gewürdigt. Schulze war nach dem Zweiten Weltkrieg zum Aufbau des GEMA-Vorgängers STAGMA bestellt worden und leitete die GEMA bis 1989 als alleiniger Vorstand und Generaldirektor, seither ist er deren Ehrenpräsident. Vierzig Jahre lang habe er sie „außerordentlich tatkräftig und erfolgreich geführt“, so Simon. „Dass die GEMA so exzellent für die Herausforderung durch die neuen Medien aufgestellt ist, hat sie in erster Linie Ihnen zu verdanken.“ Zahlreiche Initiativen Schulzes hätten zudem zu entscheidenden Neuerungen des Urheberrechts durch das Bundesverfassungsgericht geführt.

Schulze erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen: das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, den Bayerischen Verdienstorden, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Richard Strauss-Medaille in Gold und das Komturkreuz mit Stern des Päpstlichen Gregoriusordens.

Bedeutende Beiträge zur musikwissenschaftlichen und rechtshistorischen Forschung

Sein „rastloser Einsatz“, so Simon weiter, habe unter anderem auch drei Werke hervorgebracht, die Kommentare, Rechtsprechung und Quellen des deutschen Urheberrechts dokumentieren und nun in die Erich-Schulze-Stiftung eingegangen seien. Hier stellen sie, vor allem aber die zahlreichen wertvollen Autographen, Tonträger, Briefe und weiteren Objekte, die Schulze im Lauf seines ereignisreichen Lebens erworben und nunmehr in die Stiftung eingebracht habe, einen „bedeutenden Beitrag zur musikwissenschaftlichen und rechtshistorischen Forschung dar“. Die Philipps-Universität, so schloss Simon, nachdem sie dem Jubilar zu seinem Geburtstag gratuliert hatte, „ist stolz, Ihr wertvolles Erbe betreuen zu dürfen.“

In seiner Eröffnungsrede hatte Professor Dr. Dr. h.c. Gilbert Gornig mit Erich Schulze „einen großen Bürger unseres Staates, einen Freund unserer Universität und insbesondere auch einen Freund unseres Fachbereichs Rechtswissenschaften“ geehrt.

Ihm sei zu verdanken, dass die wissenschaftliche und kritische Begleitung der dynamischen Entwicklungen im Urheberrecht in Marburg wahrgenommen werden kann. Durch seine großzügig ausgestattete Stiftung habe der Fachbereich die Möglichkeit, all jene Literatur zu beschaffen, „ohne die wissenschaftliche Arbeit nicht möglich ist“. Unter anderem auch aus diesem Grund entstünden am Fachbereich derzeit mehrere Dissertationen zum Urheberrecht.

Nicht zuletzt habe Professor Dr. h.c. Erich Schulze mit dem Förderpreis, der unter anderem für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet von Musikwissenschaften und Urheberrecht vergeben wird, „einen weiteren wichtigen Anreiz für wissenschaftliches Arbeiten auf diesem Gebiet“ geschaffen. „Unser Glückwunsch zu Ihrem heutigen Geburtstag“, so schloss Gornig, „verbindet sich mit dem Dank für Ihre Verbundenheit mit unserer ‚Alma Mater’ in den vergangenen zehn Jahren und der Hoffnung, dass Ihnen Ihre Vitalität und Schaffenskraft noch viele Jahre erhalten bleiben mögen. Das hoffen wir für Sie, für uns und für alle, denen Ihre Leistungen zugute kommen!

Kontakt

Professor Dr. Dr. h.c. Gilbert Gornig
Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Rechtswissenschaften, Savignyhaus, Universitätsstraße 6, 35032 Marburg
Tel.: (06421) 28 23133
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 06.02.2007 · koerkel

 
 
 
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