06.06.2007
„Was kommt nach der Genderforschung?“
Ein interdisziplinäres Gespräch vom 08. bis 10. Juni 2007
Die Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) veranstaltet in Kooperation mit dem Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg vom 08. bis 10. Juni 2007 ihre Jahrestagung mit dem Titel „Was kommt nach der Genderforschung?“ - Ein interdisziplinäres Gespräch.
Den Hintergrund dieser Tagung und der Themenwahl bilden Überlegungen und Diskussionen zur Entwicklung der Geschlechterforschung und der feministischen Theorie, die bezogen auf die europäische Theoriebildung in drei große Etappen geteilt wird: Eine erste Phase, in der der Anspruch an soziale Gleichheit und Wertschätzung von Frauen und Männern und geschlechtstypischen Tätigkeiten den zentralen Fokus bildete, und eine zweite, in der mit dem Aufkommen der sogenannten „Differenz“-Perspektive die politische Zielrichtung der „Gleichheit“ an einender Kraft verliert und in verschiedene, z.T. tief zerstrittene Theorierichtungen zerfällt. Der starke Einfluss des Poststrukturalismus und der so genannten linguistic turn haben dann in den 1980er und 1990er Jahren den Ansatz des Differenzpostulats zugunsten eines epistemologischen Zugangs relativiert. Das zugleich implizite und explizite konstruktivistische Theorem der Genderforschung schien das letzte Wort der Geschlechterforschung zu sein – doch bleibt das nicht unkritisiert, denn in den Augen etlicher Beteiligter verkommt sie im akademischen Diskurs zum nebengeordneten Modul und führt im theoretischen Feld zum Ende der produktiven Phase feministischer Theoriebildung, dem „Tod der feministischen Theorie“.
Ziel der Tagung ist es, einen offenen Austausch zwischen verschiedenen Exponentinnen der feministischen Forschung zu ermöglichen, in welchem eine kritische Bilanz der politischen Entwicklungen und Erträge der theoretischen und methodologischen Diskussionen der letzten dreißig Jahre gezogen wird und neue Perspektiven diskutiert werden sollen.
Das Thema der Tagung wird in Form eines „interdisziplinären Gesprächs“ bearbeitet werden: Die Referentinnen stammen bis auf den Eröffnungsvortrag aus den Nachbardisziplinen, und die übliche Aufteilung zwischen Vortrag und Diskussion wird umgekehrt: Die Vortragsmanuskripte liegen den Tagungsteilnehmerinnen rechtzeitig vor, bei der Tagung werden kurze Vorträge mit anschließenden Kommentaren gehalten und für die Diskussion im Plenum ist ein längerer Zeitraum veranschlagt.
Weitere Informationen:
Vorträge: Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky (Bochum), PD Dr. Sabine Hark (Potsdam/ Berlin), Prof. Dr. Juliane Jacobi (Potsdam), Prof. Dr. Gudrun-Axeli Knapp (Hannover), Prof. Dr. Silvia Kontos (Wiesbaden), Renate Niekant, M.A. (Gießen), Prof. Dr. Claudia Opitz (Basel), Prof. Dr. Birgit Sauer (Wien)
Kommentare: Prof. Dr. Sabine Andresen (Bielefeld), HD Dr. Eva Borst (Mainz), Prof. Dr. Bettina Dausien (Flensburg), Prof. Dr. Edgar Forster (Salzburg), Prof. Dr. Helga Kelle (Frankfurt a.M.), Prof. Dr. Karin Priem (Schwäbisch Gmünd), Prof. Dr. Pia Schmid (Halle).
Tagungsort ist das Schloss Rauischholzhausen bei Marburg. Die Tagung ist öffentlich.
Weitere Informationen im Internet : http://dgfe.01null.de/veranstaltung.html.
Ansprechpartnerinnen an der Philipps-Universität Marburg sind im Institut für Erziehungswissenschaft Prof. Dr. Susanne Maurer, Dr. Sabine Toppe und Cordula Kahl. Tel.: (06421) 28 24913, Fax: (06421) 24 24914, E-Mail: brinker@staff.uni-marburg.de.

