Seit Anfang des Jahres
brachte der gewohnte Blick zur Schlossuhr für manchen Marburger eine
gewisse Verwunderung mit sich: Infolge von Witterungseinflüssen war der
Minutenzeiger defekt und zeigte konstant nach unten. Am 12. Februar
wurden die defekten Zeiger der Uhr von der Philipps-Universität und der
Freiwilligen Feuerwehr Marburg abmontiert, um sie zu reparieren.
Seitdem mussten die Marburger Bürger mit der Zeitanzeige durch den
Stundenschlag der ansonsten intakten Schlossuhr vorlieb nehmen, das
heißt, man konnte die Zeitanzeige hören, aber nicht sehen. Dieser
Ausnahmezustand wird nach Ostern beendet werden, da die Zeiger
inzwischen repariert sind.
Die feinmechanische Werkstatt der Physik übernahm die
Reparaturarbeiten: Die Zeiger wurden dort unter der Federführung von
Werkstattleiter Günther Brössel grundlegend überholt. Die beiden
Gegengewichte, die vormals aus Blei bestanden, wurden gegen neu
angefertigte Edelstahlgewichte ausgetauscht. Die aus Kupferblech
gefertigten Verblendungen wurden wieder an den Grundträgern befestigt
und beide Zeiger neu justiert.
Danny Naumann (Auszubildender Feinmechanik), Günther Brössel (Feinmechanik), Oliver Stahl (Liegenschaftsverwaltung), Berthold Jennemann (Feinmechanik) und Marian Guntrum (Auszubildender Feinmechanik)von links nach rechts. Foto: Markus Josef Farnung
Im Zuge der Arbeiten stellte
sich heraus, dass eine Welle der Uhr derartig ausgeschlagen war, dass
diese mit einer neuen Laufbuchse versehen werden musste. Auch dies
wurde von Werkstattleiter Brössel mit Unterstützung von Berthold
Jennemann und seinen beiden Auszubildenden Danny Naumann und Marian
Guntrum erledigt. Die Vergoldung der Zeiger war nach einem Zeitraum von
rund 37 Jahren seit der letzten Überholung verwittert und wurde daher
unter Verwendung von Blattgold von den Malern der Universität, Franz
Klinger und Jochen Klehm, grundlegend erneuert.
„Dank der guten Zusammenarbeit der beteiligten universitären
Einrichtungen konnte die Reparatur schnell durchgeführt werden“, lobt
Oliver Stahl, Liegenschaftsverwaltung der Philipps-Universität. Gerade
die feinmechanische Werkstätte des Fachbereiches Physik sei in der
Vergangenheit stets ein kompetenter Ansprechpartner, auch bei der
Lösung schwieriger technischer Probleme, gewesen.