In Japan ist das
Kirschblütenfest ein nationales Ereignis. Die warme Witterung der
vergangenen Tage hat die Knospen der japanischen Blütenkirsche (Prunus
x yedoensis) vor dem Eingang zum Tropenhaus schon stark anschwellen
lassen. Sie zeigen schon eine rosa Färbung. Bei Sonnenschein und Wärme
könnte die Blüte passend zu Ostern einsetzen. Die voll erblühte Kirsche
ist ein Ereignis, das leider nur wenige Tage anhält. Danach verteilen
sich die weißen Blütenblätter wie Schnee auf Wegen und Rabatten.
In einer Glasvitrine wird der Toromiro-Baum (Schnurbaum = Sophora
toromiro) von der Osterinsel ausgestellt, der an seinem natürlichen
Standort vor ca. 50 Jahren ausgestorben ist. Es ist ein
Schmetterlingsblütler (Fabaceae), der nach archäobotanischen
Untersuchungen der englischen University of Reading ursprünglich als
Unterholz (max. wahrscheinlich 5m hoher Baum) in den Randbereichen der
einst ausgedehnten Palmwälder auf der Osterinsel wuchs.
Archäobotanische Pollenanalysen haben nachgewiesen, dass der Toromiro
(Sophora toromiro) seit mindestens 35.000 Jahren auf der Osterinsel
heimisch ist.
Die Pflanze ist endemisch,
das heißt das Vorkommen ist weltweit nur auf ein bestimmtes Gebiet
beschränkt. Allerdings brachte der norwegische Zoologe und Geograph
Thor Heyerdahl (1914 - 2002) bei seiner Osterinsel-Expedition vor gut
50 Jahren Samen von dem vermutlich letzten Toromiro-Baum nach Europa.
Im Botanischen Garten in schwedischen Göteborg konnten fünf dieser
kostbaren Samen zum Keimen gebracht werden. „Aus Stecklingen wurden
weitere Pflanzen gewonnen, die an andere Botanische Gärten wie auch dem
Marburger weitergegeben wurden, um diese Art und damit das genetische
Material zu retten“, erklärt Dr. Andreas Titze, Direktor des
Botanischen Gartens. Der Kew Garden bei London koordiniert ein
weltweites Projekt zur Wiederansiedlung des Toromiro an seinem
natürlichen Standort auf der Osterinsel, bei dem auch Marburger
Material beteiligt ist! „Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die
Arbeit Botanischer Gärten beim Erhalt der Biodiversität ist“, so
Titze.
Sophora toromiro auf einer chilenischen Briefmarke |
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Weitere Informationen:
Der Garten und die Schauhäuser sind von Karfreitag bis zum
Ostermontag von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise
sind pro Person 2,- € und für Schüler, Studierende und
Schwerbehinderte ermäßigt 1,- €, Kinder unter 14 Jahren haben
freien Eintritt. |