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25.02.2010

„Marburger Modell“ kombiniert Promotion mit Psychotherapieausbildung

Promotionsprogramm Klinische Psychologie mehrfach ausgezeichnet

Gute Nachrichten für Nachwuchswissenschaftler: Psychologen können zukünftig an der Universität Marburg in Klinischer Psychologie promovieren und parallel dazu die Psychotherapieausbildung abschließen. Das „Marburger Modell“ wurde soeben vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst offiziell ausgezeichnet und mit 25.000 Euro Sonderfördermitteln unterstützt – zusätzlich zum Förderpreis für Promotionsprogramme in Höhe von 20.000 Euro, den die Philipps-Universität vergeben hat.

Das Programm sei nicht nur besonders innovativ, sondern ist in seiner Kombination von praktischer psychotherapeutischer Erfahrung mit wissenschaftlicher Weiterqualifikation ein zukunftsweisendes Modell. Unter der Leitung von Prof. Dr. Winfried Rief, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Leiter der Psychotherapie-Ambulanz Universität Marburg, wird bei diesem Modell erstmals systematisch die Doppelqualifikation für die Ausbildung in Psychologischer Psychotherapie mit dem Erstellen einer Promotionsarbeit kombiniert.

Bisher sind sowohl die Promotion als auch die Psychotherapieausbildung für Psychologen jeweils mit Ausbildungsdauern von drei bis fünf Jahren nach dem Studium verbunden. „Durch die systematische Einbindung und Nutzung von gemeinsamen Qualifikationsmerkmalen soll es gelingen, dass beide Qualifikationsschritte in einer Zeitspanne von vier Jahren abgeschlossen werden“, erklärt Rief. Die Teilnehmer erhielten deshalb nicht nur die entsprechenden Angebote für die Psychotherapieausbildung, sondern auch eine besondere Förderung der wissenschaftlichen Laufbahn. In regelmäßigen Klausurtagungen werden die laufenden Forschungsprojekte besprochen und Umsetzungsprobleme gelöst. Außerdem werden wissenschaftliche Vorträge sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene eingeübt und vorbereitet, sodass die Teilnehmer selbstständig ihre Arbeiten auf Kongressen vorstellen können. Indem Promotionen publikationsbasiert erstellt werden, können wissenschaftliche Artikel von den Teilnehmern bereits früh in der Promotionsphase zur Veröffentlichung bei internationalen Zeitschriften eingereicht werden.

„Die Planungen und Vorbereitungen für dieses ‚Marburger Modell’ stellten uns vor besondere Herausforderungen“, erklärt Rief. Die Qualitätsrichtlinien für die Psychotherapieausbildung sind gesetzlich vorgegeben, und auch bei der Promotionsphase wollte man keine Qualitätseinbußen in Kauf nehmen. Deshalb ging es im besonderen Maße darum, Synergien zu nutzen und die Teilnehmer so zu fördern, dass sie in dieser umschriebenen Zeit auch beide Qualifikationsphasen ermöglichen können. Zur weiteren Verbesserung ist ein Aktionstag im März diesen Jahrs geplant, zu dem auch internationale Berater z. B. von der Harvard Medical School sowie von der Boston University  kommen werden.

Zusätzlich musste das Promotionsprogramm auch die Optionen der neuen Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschluss berücksichtigen. „Wir freuen uns sehr über diese wissenschaftliche und finanzielle Anerkennung durch das Ministerium sowie durch das Präsidium der Universität. Die Mittel werden wir ganz im Sinne der Teilnehmer des Promotionsprogramms umsetzen“, sagt Rief. Die diversen formalen Voraussetzungen durch die Ministerien sowie durch das Landesprüfungsamt für Heilberufe konnten zwischenzeitlich geklärt werden und es liegen Sonderregelungen für dieses Modellprojekt vor. Das bisher in Deutschland einmalige „Marburger Modell“ wird vermutlich auch an anderen deutschen Hochschulen Schule machen.

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Winfried Rief
Klinische Psychologie und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg
Leiter der Psychotherapie-Ambulanz Universität Marburg,
Tel. 06421 28-23657

 

 

Zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 · Pressestelle

 
 
 
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