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01.02.2011

Kunst und Baustelle

Uni-Museum thematisiert mit der Ausstellung „Aufbruch │ Umbruch“ die Sanierung des Ernst-von-Hülsen-Hauses

Aufforderung zum Tanz
Die mit Chemikalien malträtierte Fotografie "Aufforderung zum Tanz" (1987) von Clemens Mitscher zeigt das Ernst-von-Hülsen-Haus in den frühen Nachkriegsjahren mit zugemauerten Eingangsportalen (Bildarchiv Foto Marburg).

Die 4,9 Millionen teure Sanierung des Ernst-von-Hülsen-Hauses bildet für den wissenschaftlichen Nachwuchs des Marburger Kunsthistorischen Instituts den Anlass, die Ausstellung "Aufbruch │ Umbruch" mit neuen Wegen durch die Bestände des Museums für Kunst und Kulturgeschichte zu konzipieren. Die im ganzen Museum verteilten Kunstwerke können unter architektonischen Aspekten wie „Anfänge und Wandel des Hülsenhauses“ oder „Architektur │ Raum“, aber auch individuell-thematischen Schwerpunkten wie „Das Abbild des Menschen“, „Gefühl │ Verstand“, „Der Mensch am Meer“, „Stillstand │ Bewegung“, „Geschichte am Scheideweg“, „Leben │ Tod“, „Göttliche Vernunft und rauschhaftes Chaos“ sowie „Der Weg ist das Ziel“ quer durch alle Gattungen, Stile und Entstehungsperioden neu erkundet werden. Somit kann sich der Besucher der Schätze des Museums unter einem anderen thematischen Aspekt bewusst werden. „Der Bruch, der durch die sanierungsbedingte Schließung des Museums ab voraussichtlich diesen Sommer entsteht, wird so als entschlossener und freudiger Aufbruch interpretiert, der bereits im Ausstellungsplakat mit Franz von Stucks „Helios“ spürbar wird“, erklärt Museumsdirektorin Dr. Agnes Tieze.

In den Sonderausstellungsräumen im 2. Obergeschoss wird bis 3. April 2011 eine eigene Ausstellungssektion zu „Aufbruch | Umbruch“ durch die Fotografie-Klasse von Prof. Martin Liebscher, Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, realisiert. Unter dem Titel „Das Museum als Selbst.“ offenbaren die Arbeiten von acht Studenten überraschende Einblicke in das Museum, seine Bestände und teils nicht öffentlich zugängliche Magazinräume. Bindeglied der beiden Ausstellungssektionen ist das Werk „Aufforderung zum Tanz“ (1987) von Clemens Mitscher, HfG Offenbach: Eine überarbeitete Fotografie, die das Hülsenhaus mit zugemauerter Museumsfassade während des Zweiten Weltkrieges oder in den frühen Nachkriegsjahren zeigt. „Aufforderung zum Tanz“ habe aber noch eine weitere Bedeutungsebene, erläutert Tieze: Der Appell, die Mauern gleichsam einzureißen und mit der Bildwelt dahinter in Kontakt zu treten, der Appell an junge Künstler, das Museum mit ihren Werken zu erobern. 84 Jahre nach seiner Gründung wurde dieser Appell für das Marburger Museum erfüllt. „Die Kunststudenten das Museum als Ort untersuchen zu lassen, der selbst schon zum Exponat geworden ist, hat sich als ein erfolgreiches Experiment gezeigt“, betont die Museumsdirektorin.

Das 1927 errichtete Ernst-von-Hülsen-Haus, das nach dem ehemaligen Marburger Universitätskurator benannt ist, war ein Geschenk des Marburger Universitätsbunds zum 400. Gründungsjubiläum der Philipps-Universität. Nun sind insbesondere die Dachhaut und die Fassade sanierungsbedürftig. Die Vorplanung der Sanierungsarbeiten ist bereits abgeschlossen, so dass nach Beendigung des Genehmigungs- und Ausschreibungsprozesses für die auszuführenden Gewerke voraussichtlich im Sommer 2011 mit der Räumung des Depots und der dauerhaften Auslagerung der Kulturgeschichtlichen Exponate begonnen werden kann. Im Frühjahr 2012 wird die Dachhaut in mehreren Bauabschnitten erneuert und die Wärmedämmung verbessert. Im Zuge der Fassadenarbeiten werden auch die Fenster und der Sandsteinsockel saniert. Parallel dazu wird eine Abwasser-Hebeanlage im Untergeschoß eingebaut und die Entwässerung erneuert. Das Kunstmuseum bekommt ein neues Depot und wird im Inneren saniert. Dies wird in einem Bauabschnitt vorgenommen, um das Museum baldmöglichst wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Sanierung des Gebäudes, das auch noch die Institute der Kunstgeschichte, der Musikwissenschaft mit eigenem Konzertsaal, der Vor- und Frühgeschichte, der Klassischen sowie der Christlichen Archäologie und das Bildarchiv Foto Marburg beherbergt, erfolgt bei laufendem Betrieb und ist mit einer Dauer von circa zwei Jahren veranschlagt.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am 3. Februar 2011 um 18 Uhr statt. Es begrüßen Museumsdirektorin Dr. Agnes Tieze, Katharina Knacker als Sprecherin des Ausstellungsteams sowie Prof. Dr. Martin Liebscher von der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main und Kurator der Ausstellungssektion Fotografie. Die Studierenden und Promovierenden begleiten die Gäste auf den neuen Wegen durch die Museumsbestände. Weitere Führungstermine sind am 8.2., 8.3., 29.3., 19.4., 17.5. jeweils um 13 Uhr, sowie am 18.6.2011 im Rahmen der Nacht der Kunst (siehe Programm Nacht der Kunst).

Weitere Informationen:

http://www.uni-marburg.de/uni-museum/aufbruchumbruch

„Aufbruch | Umbruch - Auf neuen Wegen durch die Museumsbestände“ (4.2.-26.6.2011)

Idee und Realisierung durch Doktorandinnen der Philipps-Universität Marburg: Eva Basse, Julia Bender-Helfenstein, Christine Bozler, Hsiu-Wen Chien, Anastasia Dittmann, Sigrun Galter, Katharina Knacker, Anna Paranou, Marie Scheckenbach, Yvonne Wagner.

 

„Aufbruch | Umbruch - Künstlerische Positionen zur aktuellen Situation des Museums durch die Fotografie-Klasse von Prof. Martin Liebscher, HfG Offenbach“ (4.2.–3.4.2011)

Kuratiert von Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher, HfG Offenbach

Beteiligte KünstlerInnen: Karolin Back, Florian Albrecht-Schoeck, Oliver Dignal, Max Eulitz, Ornella Fieres, Malte Sänger, Stefan Stark, Thomas Weyand.

 

Ausstellungsplakat

Kontakt

Dr. Agnes Tieze
Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg
Tel.: 06421/28-22355
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 01.02.2011 · Dr. Susanne Langer

 
 
 
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