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14.12.2015

Peter Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung verliehen

Ehrung für Refugee Law Clinic (Gießen), Mediationsmethode von Natasha Gill (Zürich) und Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung

Peter Becker-Preis 2014
Verleihung des Peter Becker-Preises 2014 (v.l.n.r.): Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel (Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Dr. Peter Kämpfer (Vizepräsident für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Justus-Liebig-Universität Gießen), Prof. Dr. Jürgen Bast (Öffentliches Recht und Europarecht, JLU), Laura Hilb (Refugee Law Clinic Gießen), Prof. Dr. Dr. Paul Tiedemann (Dozent an der RLC), Lisa vom Felde (RLC), Jasper Linke (Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung, HIIK), Dr. Peter Becker (Preisstifter), Prof. Dr. Katharina Krause (Präsidentin der Philipps-Universität), Dr. Simon Mason (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich), Olga Klatschenko (HIIK). Foto: Christian Stein/Philipps-Universität Marburg

Die Philipps-Universität Marburg verlieh am 11. Dezember 2015 zum sechsten Mal den Peter Becker-Preis, mit dem besondere Leistungen in der Friedens- und Konfliktforschung gewürdigt werden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ging an die Refugee Law Clinic (RLC) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und an Dr. Natasha Gill von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Ein Anerkennungspreis ging an das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK).

„Die Träger des Peter Becker-Preises verbinden Forschung zu Konflikten mit praktischen Tätigkeiten“, erklärte Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Konfliktforschung an der Marburger Universität. Die RLC der JLU Gießen erhielt den Preis für ihr Ausbildungsprogramm im Bereich des Flüchtlingsrechts sowie für ihre Beratung für Flüchtlinge im Asylverfahren. „Die RLC bringt jedes Jahr über zehn Spezialisten für Aufenthalts- und Flüchtlingsrecht hervor. Ich bin stolz, solch wunderbare Nachwuchs-Kolleginnen und Kollegen zu haben“, freute sich Laudator Rechtsanwalt Otto Jäckel, Vorsitzender der IALANA Deutschland, einer internationalen Organisation von Juristinnen und Juristen, die sich für gewaltfreie Konfliktlösungen engagieren.

Die im Wintersemester 2007/08 gegründet RLC diente vielen Universitäten als Vorbild. Die RLC ist am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Prof. Dr. Jürgen Bast fest etabliert. Initiator war der Verwaltungsrichter Prof. Dr. Dr. Paul Tiedemann, der im Namen aller Mitarbeiter der RLC für den Preis dankte. „Die RLC macht erfahrbar, dass die Jurisprudenz mit dem realen Leben zu tun und eine friedenstiftende Funktion hat“, betonte Tiedemann. Seine Hoffnung sei, dass die Studierenden erkennen, dass trotz vieler Defizite, gerade im Asylrecht, das Recht der einzige Weg zur Lösung von Konflikten sei. An der RLC nehmen auch Studierende des Marburger Zentrums für Konfliktforschung teil, deren Beiträge Tiedemann als „herausragend“ bezeichnete.

Dr. Natasha Gill von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich erhielt den Preis für ihr Buch „Inside the Box“, in dem die Mediationsmethode der „Integrativen Simulation“ beschrieben und analysiert wird. Dr. Simon Mason von der ETH Zürich erläuterte die Besonderheit dieser Methode: „Die von Natasha Gill über 20 Jahre entwickelten und angewandten Verhandlungstechniken ermöglichen den Teilnehmern, Konfliktdynamiken sehr genau zu verstehen.“ Konflikte seien komplexe Systeme, für die es keine eindeutigen Lösungen gebe. „Gill entwickelt exakte und realitätsnahe Konfliktbeschreibungen. Die Teilnehmer begeben sich ‚inside the box‘ – sie tauchen bei den Verhandlungssimulationen in ein komplexes System ein, in dem sie experimentieren können.“ Natasha Gill erklärte in ihrer Videobotschaft an die über hundert Gäste in der Aula der Alten Universität, dass solche Simulationen mehrere Tage bis mehrere Monate dauern können. „Die Teilnehmer gehen nach einer solchen Verhandlungssimulation mit neuen Erfahrungen in die Praxis.“ Simon Mason hob hervor, dass innovative Verhandlungsmethoden wie die von Natasha Gill dringend notwendig seien, da in den letzten zwanzig Jahren weniger als die Hälfte der gewaltsamen Konflikte durch Verhandlungen gelöst werden konnten.

Der Peter Becker-Anerkennungspreis ging an das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK). Die studentische Initiative veröffentlicht seit 1992 jährlich ein Konfliktbarometer, das Informationen über die Entstehung, den Verlauf und die Beilegung inner- und zwischenstaatlicher Konflikte präsentiert. „Wir wollen ein genaues Verständnis von Konflikten erlangen“, sagte Olga Klatschenko vom HIIK-Vorstand. „Die Methoden der Konflikterfassung entwickeln wir stetig weiter, wir dehnen sie räumlich und zeitlich aus und berücksichtigen zunehmend gesellschaftliche Akteure“, ergänzte Jasper Linke, der Chefredakteur im HIIK.

Der Peter Becker-Preis wird von dem Marburger Rechtsanwalt Dr. Peter Becker gestiftet. Alle zwei Jahre werden Forschungsleistungen und Projekte ausgezeichnet, die die wissenschaftliche Erkenntnis über die Entstehung, den Verlauf und die Bearbeitung von Konflikten voranbringen und so zu Konfliktregelungen beitragen.

Kontakt

PD Dr. Johannes Becker
Philipps-Universität Marburg
Zentrum für Konfliktforschung

Tel.: 06421/28-24503
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 14.12.2015 · Andrea Ruppel

 
 
 
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