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Raben, Wölfe, sieben Frösche und eine Kuh


Siebdrucke von First Nations-Künstlern der kanadischen Nordwestküste
Eine Ausstellung der Botschaft von Kanada in Berlin

16. Juni - 1. August 2005

Die Ausstellung zeigt Werke zeitgenössischer indianischer Künstler von der kanadischen Nordwestküste. Die "First Nations" der Nordwestküste sind für ihre Kunstschöpfungen weltweit bekannt. Sie haben in der Vergangenheit wie keine andere indigene Gruppe in Nordamerika monumentale Arbeiten geschaffen. Dazu gehören große hölzerne Plankenhäuser, seetaugliche Kanus und geschnitzte und bemalte Wappenpfähle (totem poles). Aber auch Tanzmasken und Alltagsgegenstände wie Schalen, Löffel oder Angelgerätschaften waren kunstvoll beschnitzt.

Indigene Kunst hat seit der Mitte des letzten Jahrhunderts eine unerwartete Renaissance erlebt. Neben traditionellen Schnitzereien sind Arbeiten in modernen Techniken wie dem Siebdruck sehr beliebt und werden außerordentlich erfolgreich vermarktet. Die meisten in der Ausstellung vertretenen Künstler und Künstlerinnen arbeiten sowohl als Schnitzer als auch als Gold- und Silberschmiede, sie produzieren Siebdrucke und entwerfen Zeremonialkleidung. Viele Künstler haben ihre Fertigkeiten bei älteren Künstlern gelernt, oft bei Verwandten. Nur wenige haben die jahrelange Ausbildung bei einem Meisterschnitzer durchlaufen, weniger eine Lehre, als die lange Zusammenarbeit mit einem Erfahrenen. Manche haben Lehrgänge besucht, um bestimmte Techniken zu erlernen, andere wurden an Kunstschulen ausgebildet. Viele sind aber auch Autodidakten. Meist haben sie schon als kleine Kinder damit begonnen, sich spielerisch mit der Kunst ihrer Vorfahren zu beschäftigen.

Die zeitgenössische Kunst der Nordwestküste lebt von ihrer engen Verbindung mit allen Aspekten der indianischen Kultur. Motive sind mythische Wesen, Wappentiere des Künstlers und seiner Familie oder auch mehr oder weniger naturalistische Darstellungen von Tieren in ihrer Umgebung. Sehr beliebt sind Darstellungen von Sonne und Mond, Raben, Adlern, Fröschen, Fischen und Bären, dem Donnervogel mit dem Wal oder von Geisterwesen. Nach indianischen Vorstellungen hatten Tiere und Menschen und sogar Dinge die Fähigkeit, sich in andere Wesen zu verwandeln, denn es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen Menschen und Tieren, zwischen belebter und unbelebter Natur. Diese Möglichkeit zur Transformation wird in vielen der ausgestellten Kunstwerke angedeutet, etwa indem bei einem Frosch die Zehen der Vorderbeine in menschliche Finger umgewandelt sind.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, dem 16. Juni, um 18.00 Uhr im Vortragsraum der Bibliothek statt.

Öffnungszeiten: Montag - Samstag 9.00 - 21.30 Uhr, Sonntag 13.00 - 21.30 Uhr. An gesetzlichen Feiertagen ist die Bibliothek geschlossen.

Zuletzt aktualisiert: 18.10.2006 · franks

 
 
 
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