Halb-öffentliche Sammlungen der Philipps-Universität
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Deutscher Sprachatlas (DSA)Gründer des Forschungszentrums ist der Marburger
Sprachwissenschaftler Georg Wenker (1852–1911). Sein noch heute für die
Wissenschaft bedeutsames Lebenswerk ist die Dokumentation der deutschen
Dialekte, dessen Daten in den so benannten Deutschen Sprachatlas
mündeten, dessen Namen das Forschungszentrum noch heute trägt. Einer
der Magnete ist die Sammlung internationaler Sprachatlanten, die
umfangreichste ihrer Art. Zu den historischen Kernstücken der Sammlung
gehört ist die erste Sprachkarte Deutschlands oder der älteste
sprachwissenschaftliche Atlas. Karten und Fragebogen aus dem Kontext
der Marburger Erhebungen vermitteln ein anschauliches Bild über die
Variation der deutschen Regionalsprachen ebenso wie über die Geschichte
der Sprachwissenschaft, die wesentlich von den Arbeiten
Wenkers und seiner Nachfolger geprägt ist. |
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Herbarium MarburgenseAus den privaten Pflanzensammlungen der ersten Botaniker an
der Philipps-Universität Marburg entstand im 18. Jahrhundert das
heutige Herbarium Marburgense am Fachbereich Biologie. Den Grundstock
der Sammlung bildete das Herbarium von A. Wigand (1821–1886), das mit
damals etwa 200.000 Belegen zu den wichtigsten seiner Zeit gehörte.
Während viele der älteren hessischen Herbarien in Kriegswirren zerstört
wurden, hat das Herbarium Marburgense diese Zeiten nahezu unbeschadet
überstanden: Heute beherbergt es über 250.000 Belege von Pflanzen,
Flechten, Pilzen und Algen aus Hessen und aller Welt. Herbarbelege
werden stets das Basisdatenmaterial für systematische Arbeiten sein.
Moderne molekularbiologische Methoden bieten heute ganz neue
Möglichkeiten für Untersuchungen an historischen und aktuellen Belegen.
Das Herbarium Marburgense ist somit eine organismische Datenbank, in
der nicht nur die Biodiversität der Pflanzen dokumentiert wird, sondern
sich auch die Kenntnisse berühmter Botaniker der Philipps-Universität
widerspiegeln. |
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Hessisches MusikarchivDas Hessische Musikarchiv der Philipps-Universität Marburg hat
es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachlässe von Komponisten, die einst
im heutigen Hessen gewirkt haben, sowie die Bestände aufgelöster
Hofkapellen zu pflegen, die für die Musikgeschichte Hessens bedeutend
waren. |
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Pharmakognostische SammlungDie Sammlung ist eine Lehr- und Schausammlung für Studenten
der Pharmazie, die 1854 von dem Botaniker und Pharmakognosten Albert
Wigand (1821–1886) gegründet und im Wesentlichen 1920 abgeschlossen
wurde. Noch bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Drogen in
Vorlesungen verwendet. Die Sammlung umfasste ursprünglich 4000
Rohstoffdrogen, darunter eine umfangreiche Chinarinden-Sammlung, eine
Droge, die vor ihrer Kultivierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts gern
verfälscht wurde. Es sind Rohstoffdrogen von Pflanzen, Tieren und
Mineralien zu sehen, aber auch Farbstoffe, Tee- und Kaffeesorten und
andere Materialien, die selbst heute noch in der Technik und als
Lebensmittel verwendet werden. Die Drogen werden zumeist in Gläsern
aufbewahrt und sind in Schränken untergebracht. |
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| Physikalische Sammlung
Der Medizinprofessor Johann Dorstenius, der von 1695–1705 als
Zweitprofessur einen Lehrstuhl für Physik inne hatte, gilt als der
Begründer des Marburger „collegium experimentale physicum“ und der
damit verbundenen physikalischen Sammlung. Er ließ Geräte v.a. von dem
holländischen Instrumentenbauer Johann van Musschenbroek herstellen.
Ende des 18. Jahrhunderts enthielt die Sammlung bereits verschiedene
mechanische Geräte wie z.B. Pendel und Pumpen, optische Geräte
(Mikroskope, Teleskope, Brennspiegel), Geräte zur Verdeutlichung der
Himmelsbewegungen (Himmelsglobus, Amillarsphäre) sowie erste
Geräte zur Elektrostatik (Elektrisiermaschine, Elektrometer). Mit der
Gründung des mathematisch-physikalischen Instituts 1817 und der
Berufung von Prof. Christian Ludwig Gerling auf eine Professur für
Mathematik, Physik und Astronomie wurde das Fach deutlich gestärkt.
Gerling erweiterte die Sammlung v. a. um Geräte der Geodäsie und
Astronomie. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Geräte aus der
Elektrizitätslehre und der Kristallographie angeschafft. Die Sammlung
wurde etwa bis Mitte des 20. Jahrhunderts weitergeführt, allerdings
verschwanden Geräte, die nicht mehr im Gebrauch waren, auch wieder aus
der Sammlung. Heute umfasst diese ca. 1000 magazinierte Objekte. |
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Institut für Geschichte der Pharmazie und seine SammlungDas Institut für Geschichte der Pharmazie entstand durch das
Engagement des Apothekers und Historikers Dr. Rudolf Schmitz
(1918–1992), der 1964 der erste ordentliche Professor für
Pharmaziegeschichte in Deutschland wurde. Die Bibliothek verfügt über
einen Bestand von ca. 20.000 Bänden des 18. und 19. Jahrhunderts,
darunter einige Pharmakopöen und Zeitschriften. Eine Besonderheit ist
die „Trommsdorff-Sammlung“, bei der es sich um Teile des
Familien-Archives der Erfurter Apothekerfamilie Trommsdorff handelt –
v. a. die von Johann Bartholomäus Trommsdorff (1770–1837) gesammelten
Bücher. Der teils sehr wertvolle Bestand wurde dem Marburger Institut
von 1975/77 sukzessiv von Dr. Ernst Trommsdorff aus Darmstadt als
Dauerleihgabe überlassen. Die Sammlung umfasst ca. 200 Bücher und
Zeitschriftenbände, hervorzuheben sind das „Handbuch der
pharmaceutischen Waarenkunde“ (2. Ausgabe 1806); die „Oesterreichische
Pharmacopoe“ mit Anmerkungen von Trommsdorff in der ersten Ausgabe von
1814; Trommsdorffs „Journal der Pharmacie“ (1794–1817) und das „Neue
Journal der Pharmacie“ (1817–1834) sowie Bände des „Almanach oder
Taschen-Buch für Scheidekünstler und Apotheker“. Über 2.000
Mikrofilmaufnahmen der Korrespondenz Trommsdorffs gehören ebenfalls zur
Trommsdorff-Sammlung. |
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Die Zoologische Sammlung Marburg (ZSM)Die Geschichte der ZSM lässt sich bis zum Jahre 1785
zurückverfolgen und umfasst heute etwa 30.000 Objekte. Etwa 500 davon
sind zu Demonstrationszwecken in einer Lehrsammlung integriert. Über
600 Skelette und Schädel, Säugetier- und Vogel-Stopfpräparate und eine
Trocken- und Alkoholpräparatesammlung (z.B. Gliederfüßer, Weichtiere,
Stachelhäuter und Fische) gehören zum Inventar. Zu den Besonderheiten
zählen das 2002 neu aufgestellte Skelett des Indischen Zirkuselefanten
„Jack“, der 1863 wegen „plötzlicher Wildheit“ in Kirchhain bei Marburg
erschossen wurde. 36 Mumienschädel sowie zahlreiche Belege der in
Marburg seit 1900 etablierten Perlforschung bereichern die Sammlung.
Außerdem befinden sich noch einige anatomische Zeichnungen und
historische Wandtafeln in der Lehrsammlung. |
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Das Vorgeschichtliche Seminar und seine SammlungDas Vorgeschichtliche Seminar zählt zu den international
traditionsreichsten Einrichtungen dieses Fachs. 1927 wurde der erste
Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte in Deutschland mit Gero Merhart
von Bernegg besetzt. Entscheidende Impulse zur Erforschung der
mitteleuropäischen Bronze- und Eisenzeit gingen damit von Marburg aus.
Die Lehrsammlung des Seminars ist eine der ältesten und mit über 30.000
Objekten eine der umfangreichsten Deutschlands. Sie wurde von Walther
Bremer während seiner Tätigkeit am Seminar für Klassische Archäologie
bereits ab 1920 ins Leben gerufen. |
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