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Halb-öffentliche Sammlungen der Philipps-Universität

Wenkeratlas   

Deutscher Sprachatlas (DSA)

Gründer des Forschungszentrums ist der Marburger Sprachwissenschaftler Georg Wenker (1852–1911). Sein noch heute für die Wissenschaft bedeutsames Lebenswerk ist die Dokumentation der deutschen Dialekte, dessen Daten in den so benannten Deutschen Sprachatlas mündeten, dessen Namen das Forschungszentrum noch heute trägt. Einer der Magnete ist die Sammlung internationaler Sprachatlanten, die umfangreichste ihrer Art. Zu den historischen Kernstücken der Sammlung gehört ist die erste Sprachkarte Deutschlands oder der älteste sprachwissenschaftliche Atlas. Karten und Fragebogen aus dem Kontext der Marburger Erhebungen vermitteln ein anschauliches Bild über die Variation der deutschen Regionalsprachen ebenso wie über die Geschichte der Sprachwissenschaft, die wesentlich von den Arbeiten Wenkers und seiner Nachfolger geprägt ist.
Kontakt: Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas, Hermann Jacobsohn-Weg 3, 35039 Marburg, Telefon: 06421 28-22483, Fax: 06421 28-28936, dsa@staff.uni-marburg.de

 Herbarium  

Herbarium Marburgense

Aus den privaten Pflanzensammlungen der ersten Botaniker an der Philipps-Universität Marburg entstand im 18. Jahrhundert das heutige Herbarium Marburgense am Fachbereich Biologie. Den Grundstock der Sammlung bildete das Herbarium von A. Wigand (1821–1886), das mit damals etwa 200.000 Belegen zu den wichtigsten seiner Zeit gehörte. Während viele der älteren hessischen Herbarien in Kriegswirren zerstört wurden, hat das Herbarium Marburgense diese Zeiten nahezu unbeschadet überstanden: Heute beherbergt es über 250.000 Belege von Pflanzen, Flechten, Pilzen und Algen aus Hessen und aller Welt. Herbarbelege werden stets das Basisdatenmaterial für systematische Arbeiten sein. Moderne molekularbiologische Methoden bieten heute ganz neue Möglichkeiten für Untersuchungen an historischen und aktuellen Belegen. Das Herbarium Marburgense ist somit eine organismische Datenbank, in der nicht nur die Biodiversität der Pflanzen dokumentiert wird, sondern sich auch die Kenntnisse berühmter Botaniker der Philipps-Universität widerspiegeln.
Kontakt: Herbarium Marburgense, Karl-von-Frisch Str. 8, 35042 Marburg, Dr. Karl-Heinz Rexer, rexer@staff.uni-marburg.de, Tel. 06421 28-25436

  Hessisches Musikarchiv  

Hessisches Musikarchiv

Das Hessische Musikarchiv der Philipps-Universität Marburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachlässe von Komponisten, die einst im heutigen Hessen gewirkt haben, sowie die Bestände aufgelöster Hofkapellen zu pflegen, die für die Musikgeschichte Hessens bedeutend waren.
Die Anfänge des Archivs reichen zurück in die Amtszeit von Prof. Dr. Hermann Stephani, der von 1927–1945 das von ihm gegründete Musikwissenschaftliche Institut leitete. Das Archiv besteht derzeit aus katalogisierten, teilkatalogisierten und nicht katalogisierten Beständen. Schwerpunkte der Archivalien umfassen die Thematik Orgel und Orgelbau sowie das hessische Musikleben, darunter umfangreiche Sammlungen von Musikmanuskripten aus dem 18. Jahrhundert. Eine prominente Rolle in der Sammlung des Hessischen Musikarchivs kommt dem Erbe des Marburger Universitätsdirektors Gustav Jenner zu. Neben Kompositionen und Skizzenmaterial befinden sich hier auch weitere Zeugnisse des – einzigen – Kompositionsschülers von Johannes Brahms wie etwa Briefe und Fotos.
Kontakt:
Hessisches Musikarchiv, Biegenstraße 11, (Ernst-von-Hülsen-Haus, Garteneingang), 35037 Marburg, Telefon: 06421 28-22269, hma@staff.uni-marburg.de, www.uni-marburg.de/fb09/hma

Pharmakognostische Sammlung   

Pharmakognostische Sammlung

Die Sammlung ist eine Lehr- und Schausammlung für Studenten der Pharmazie, die 1854 von dem Botaniker und Pharmakognosten Albert Wigand (1821–1886) gegründet und im Wesentlichen 1920 abgeschlossen wurde. Noch bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Drogen in Vorlesungen verwendet. Die Sammlung umfasste ursprünglich 4000 Rohstoffdrogen, darunter eine umfangreiche Chinarinden-Sammlung, eine Droge, die vor ihrer Kultivierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts gern verfälscht wurde. Es sind Rohstoffdrogen von Pflanzen, Tieren und Mineralien zu sehen, aber auch Farbstoffe, Tee- und Kaffeesorten und andere Materialien, die selbst heute noch in der Technik und als Lebensmittel verwendet werden. Die Drogen werden zumeist in Gläsern aufbewahrt und sind in Schränken untergebracht.
Besichtigung nach Vereinbarung: Dr. Barbara Rumpf-Lehmann, Telefon: 06421-65660 oder 67322, barbara@rumpf-marburg.de
Kontakt: Institut für Pharmazeutische Biologie am Alten Botanischen Garten, Deutschhausstraße 17 a, 35037 Marburg, Telefon: 06421 28-22417, Fax: 06421 28-26678, sekretariat.pharmazeutische.biologie@staff.uni-marburg.de

Physikalische Sammlung   Physikalische Sammlung

Der Medizinprofessor Johann Dorstenius, der von 1695–1705 als Zweitprofessur einen Lehrstuhl für Physik inne hatte, gilt als der Begründer des Marburger „collegium experimentale physicum“ und der damit verbundenen physikalischen Sammlung. Er ließ Geräte v.a. von dem holländischen Instrumentenbauer Johann van Musschenbroek herstellen. Ende des 18. Jahrhunderts enthielt die Sammlung bereits verschiedene mechanische Geräte wie z.B. Pendel und Pumpen, optische Geräte (Mikroskope, Teleskope, Brennspiegel), Geräte zur Verdeutlichung der Himmelsbewegungen (Himmelsglobus, Amillarsphäre) sowie erste Geräte zur Elektrostatik (Elektrisiermaschine, Elektrometer). Mit der Gründung des mathematisch-physikalischen Instituts 1817 und der Berufung von Prof. Christian Ludwig Gerling auf eine Professur für Mathematik, Physik und Astronomie wurde das Fach deutlich gestärkt. Gerling erweiterte die Sammlung v. a. um Geräte der Geodäsie und Astronomie. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Geräte aus der Elektrizitätslehre und der Kristallographie angeschafft. Die Sammlung wurde etwa bis Mitte des 20. Jahrhunderts weitergeführt, allerdings verschwanden Geräte, die nicht mehr im Gebrauch waren, auch wieder aus der Sammlung. Heute umfasst diese ca. 1000 magazinierte Objekte.
Besichtigung nach Vereinbarung.
Kontakt: Physikalische Sammlung, Renthof 6, 35037 Marburg, Priv. Doz. Dr. Andreas Schimpf, Telefon: 06421 28-21338, Fax: 06421 28-21352, andreas.schrimpf@physik.uni-marburg.de

 Trommsdorf  

Institut für Geschichte der Pharmazie und seine Sammlung

Das Institut für Geschichte der Pharmazie entstand durch das Engagement des Apothekers und Historikers Dr. Rudolf Schmitz (1918–1992), der 1964 der erste ordentliche Professor für Pharmaziegeschichte in Deutschland wurde. Die Bibliothek verfügt über einen Bestand von ca. 20.000 Bänden des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter einige Pharmakopöen und Zeitschriften. Eine Besonderheit ist die „Trommsdorff-Sammlung“, bei der es sich um Teile des Familien-Archives der Erfurter Apothekerfamilie Trommsdorff handelt – v. a. die von Johann Bartholomäus Trommsdorff (1770–1837) gesammelten Bücher. Der teils sehr wertvolle Bestand wurde dem Marburger Institut von 1975/77 sukzessiv von Dr. Ernst Trommsdorff aus Darmstadt als Dauerleihgabe überlassen. Die Sammlung umfasst ca. 200 Bücher und Zeitschriftenbände, hervorzuheben sind das „Handbuch der pharmaceutischen Waarenkunde“ (2. Ausgabe 1806); die „Oesterreichische Pharmacopoe“ mit Anmerkungen von Trommsdorff in der ersten Ausgabe von 1814; Trommsdorffs „Journal der Pharmacie“ (1794–1817) und das „Neue Journal der Pharmacie“ (1817–1834) sowie Bände des „Almanach oder Taschen-Buch für Scheidekünstler und Apotheker“. Über 2.000 Mikrofilmaufnahmen der Korrespondenz Trommsdorffs gehören ebenfalls zur Trommsdorff-Sammlung.
Kontakt: Institut für Geschichte der Pharmazie, Roter Graben 10, 35037 Marburg, Telefon: 06421 28-22829, Fax: 06421 28-22878, igphmr@mailer.uni-marburg.de

Zoologische Sammlung   

Die Zoologische Sammlung Marburg (ZSM)

Die Geschichte der ZSM lässt sich bis zum Jahre 1785 zurückverfolgen und umfasst heute etwa 30.000 Objekte. Etwa 500 davon sind zu Demonstrationszwecken in einer Lehrsammlung integriert. Über 600 Skelette und Schädel, Säugetier- und Vogel-Stopfpräparate und eine Trocken- und Alkoholpräparatesammlung (z.B. Gliederfüßer, Weichtiere, Stachelhäuter und Fische) gehören zum Inventar. Zu den Besonderheiten zählen das 2002 neu aufgestellte Skelett des Indischen Zirkuselefanten „Jack“, der 1863 wegen „plötzlicher Wildheit“ in Kirchhain bei Marburg erschossen wurde. 36 Mumienschädel sowie zahlreiche Belege der in Marburg seit 1900 etablierten Perlforschung bereichern die Sammlung. Außerdem befinden sich noch einige anatomische Zeichnungen und historische Wandtafeln in der Lehrsammlung.
Besichtigung nach Vereinbarung. Virtuelle Besichtigung ausgewählter Bereiche der Sammlung unter www.uni-marburg.de/fb17/infrastruktur/sammlungen/zoologische_sammlung/zoolbild).
Kontakt:  Zoologische Sammlung, Karl-von-Frisch-Straße 8, 35043 Marburg, Telefon: 06421-28-23434, Prof. Dr. Lothar A. Beck, Telefon: 06421-28-23418, Fax: 06421-28-28938, beck@staff.uni-marburg.de

Vorgeschichte  

Das Vorgeschichtliche Seminar und seine Sammlung

Das Vorgeschichtliche Seminar zählt zu den international traditionsreichsten Einrichtungen dieses Fachs. 1927 wurde der erste Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte in Deutschland mit Gero Merhart von Bernegg besetzt. Entscheidende Impulse zur Erforschung der mitteleuropäischen Bronze- und Eisenzeit gingen damit von Marburg aus. Die Lehrsammlung des Seminars ist eine der ältesten und mit über 30.000 Objekten eine der umfangreichsten Deutschlands. Sie wurde von Walther Bremer während seiner Tätigkeit am Seminar für Klassische Archäologie bereits ab 1920 ins Leben gerufen.
Der Sammlungsschwerpunkt liegt bei den vor- und frühgeschichtlichen Kulturen Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. Außer den großen Beständen an Keramik befinden sich zahlreiche Steingeräte und viele Bronzegegenstände in Marburg. Jedes Semester lernen die Studierenden in Übungen das Bestimmen und Zeichnen der Objekte. Auch werden Ausstellungen mit den Funden aus der Lehrsammlung gestaltet und die Studierenden so in die Museumsarbeit eingeführt. Weiterhin werden „Archäologie-Koffer“ mit Originalfunden und Repliken aus verschiedenen Zeitstufen als Anschauungsmaterial für Schulklassen an hessische Lehrer/Innen nach Absprache ausgeliehen.
Kontakt:
Seminar für Vor- und Frühgeschichte, Biegenstraße 11, (Eingang Wolffstraße), 35037 Marburg, Telefon: 06421-28-22348, Fax: 06421-28-28901, vorgesch@staff.uni-marburg.de

     


 

 

 

Zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 · Viola Düwert

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

Philipps-Universität Marburg, Biegenstraße 10, D-35032 Marburg
Tel. 06421 28-20, Fax 06421 28-22500, E-Mail: pressestelle@verwaltung.uni-marburg.de

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