Grußwort des Dekans |
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Liebe Studierende, |
«Studium Iuris longe praestantissimum est»
These 41 von Goethes 56 Straßburger Thesen vom 6. August 1771 |
| Mit der Aufnahme des Studiums der Rechtswissenschaften beginnt für
Sie ein Lebensabschnitt, der viel Freiheit gepaart mit
Eigenverantwortlichkeit mit sich bringt. Obwohl das Freizeitangebot
einer Universitätsstadt verlockend sein mag, so erfordert doch das
angestrebte Ziel eines erfolgreichen Ersten Examens ein großes Maß an
Disziplin. |
| Eine regelmäßige Teilnahme an den Lehrveranstaltung und eine
gezielte Auseinandersetzung mit dem Stoff zuhause sind Voraussetzung,
um die für die Zulassung zum Examen geforderten Leistungsnachweise zu
erbringen. Ferner haben Sie im Rahmen unseres Schwerpunktprogramms
Prüfungen abzulegen, die Sie herausfordern werden. Sie sollten sich im
Übrigen nicht nur theoretisch mit der Materie auseinandersetzen,
sondern das Gelernte unter Examensbedingungen üben. Dazu sind besonders
Repetitorien und Examensklausurenkurse geeignet. So gerüstet brauchen
Sie sich von Pessimisten, was die Berufsaussichten angeht, nicht
verunsichern zu lassen. Gerade für Juristen mit ordentlichen Examina
sind die Chancen günstig, zumal das Berufsfeld für Juristen von großer
Vielfalt geprägt ist. Und auch aus Goethe ist ja noch etwas
geworden. |
| Einen Überblick über das umfangreiche Vorlesungs- und Lehrprogramm
unseres Fachbereichs bietet Ihnen das Vorlesungsverzeichnis, das neben einer Auflistung
der Lehrveranstaltungen allgemeine Informationen und Informationen für
Studienanfänger und Studienortwechsler enthält. |
| Ich wünsche Ihnen, auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen,
ein schönes und erfolgreiches Studium in Marburg. Wir werden alles tun,
dass Sie Ihr Studium zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. |
| Gefällt Ihnen das herrliche Studium der Rechtswissenschaften nicht
auf Anhieb, trösten Sie sich mit Goethe, der in einem Brief schrieb:
«Die Jurisprudenz fangt an, mir sehr zu gefallen. So ists
doch mit allem wie mit dem Merseburger Biere, das erstemal schauert
man, und hat mans eine Woche getrunken, so kann mans nicht mehr
lassen»1 . Vielleicht geben Sie den
Rechtswissenschaften aber eine längere Chance als nur eine Woche! |
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Professor Dr. Dr. h. c. mult. Gilbert
Gornig
Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften |
| 1 Brief an Susanne Katharina v. Klettenberg v. 26.08.1770, in: Fischer-Lamberg, Hanna (Hrsg.), Der junge Goethe, Band 2, Berlin 1963, S. 14. |


