Modelle genossenschaftlichen
Wohnens -
Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften
Das Projekt "Modelle genossenschaftlichen Wohnens - Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften" ist ein Forschungsfeld des vom Bund geförderten Programms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)", welches vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) initiiert wurde und vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut wird. Das ifG hat in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen ANALYSE & KONZEPTE (A&K) aus Hamburg die wissenschaftliche Begleitung dieses Forschungsprojekts übernommen.
Ziel des Projektes war es, angesichts der demographischen Entwicklung Modelle und Ansätze einer Altersvorsorge mit und in Wohnungsgenossenschaften zu entwickeln, die speziell auf die Reduzierung der Wohnkosten in der Rentenphase abzielen. Ausgangspunkt bilden dabei die Empfehlungen der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften, welche (ebenfalls unter Mitarbeit des ifG im Jahr 2004) folgende Möglichkeiten der Altersvorsorge aufzeigen:
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Erwerb zusätzlicher Geschäftsanteile zum Aufbau eines Kapitalstocks, der im Alter zur Reduzierung der Wohnkostenbelastung genutzt werden kann.
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Erwerb von Dauerwohnrechten (nach §§ 31 ff. WEG), die den Berechtigten gegen einmalige oder wiederkehrende Zahlungen eine eigentumsähnliche Nutzung einer Immobilie ermöglichen.
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Errichtung von Spareinrichtungen durch Wohnungsgenossenschaften, um Vorsorgeprodukte (z. B. "Riesterrente") anbieten zu können.
Die Projektbearbeitung erfolgte in 2 Phasen. Der Forschungsschwerpunkt
der Phase I (Oktober 2004 bis Februar 2006) lag auf
der Prüfung und Ausarbeitung des Modells "Erwerb zusätzlicher
Geschäftsanteile". Ziel der Machbarkeitsstudie, die unter Mitwirkung
von neun Wohnungsgenossenschaften durchgeführt wurde, war die
Entwicklung eines umsetzungsfähigen Modells der zusätzlichen
Anteilszeichnung. Die Machbarkeitsstudie umfasste zwei Bausteine:
zunächst wurden von A&K Gesprächsrunden und Mitgliederbefragungen
durchgeführt, welche die Erwartungen und Anforderungen der Mitglieder
wie auch der Wohnungsgenossenschaften an ein derartiges
Altersvorsorgeprodukt analysiert haben. Aufbauend auf diesen
Erkenntnissen hat das ifG in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Stefan Dierkes, Lehrstuhl für Controlling an
der Universität Marburg, umfangreiche Modellrechnungen angefertigt.
Diese zeigen die ökonomischen Konsequenzen und damit die Machbarkeit
des Modells auf und haben somit die Ableitung konkreter
Handlungsempfehlungen für die Praxis ermöglicht. Ein Auszug der
wesentlichen Erkenntnisse der Modellrechnungen wurden im Rahmen der
ExWoSt-Information 28/2 und auf den Internetseiten des
BBR veröffentlicht.
Ferner wurden vom ifG zu den Themenkomplexe "Dauerwohnrecht" und "Spareinrichtung" Expertisen erstellt, die ebenfalls auf den Internetseiten des BBR abgerufen werden können.
Zur weiteren inhaltlichen Vertiefung vor allem des Themas "Dauerwohnrecht" ist das Forschungsprojekt um eine Phase II (September 2005 bis Dezember 2006) erweitert worden. Auf der Grundlage der bestehenden Expertise werden Anwendungs- und Gestaltungsanforderungen für die Einrichtung von Dauerwohnrechten und für den Betrieb von Spareinrichtungen ermittelt. Hier übernimmt das ifG wiederum die Modellrechnungen, die die Konzeptions- und Vertriebsmöglichkeiten des Produkts untersuchen.
Auch nach offiziellem Abschluss des Forschungsprojekts "Modelle genossenschaftlichen Wohnens - Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften" steht das ifG Marburg interessierten Genossenschaften und der Arbeitsgruppe "Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften" des GdW gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

