Projekte:
2008-2011 DFG-Projekt Transnationale Familiarität,
Mitarbeiterin Dr. Karen Körber
Publikationen (Auswahl)
2005: Juden, Russen, Emigranten. Identitätskonflikte jüdischer Einwanderer in einer ostdeutschen Stadt. Frankfurt/New York: Campus Verlag.
2005: Holocaust Memory and Multiculturalism. Russian Jews in German Media after 1989. In: New German Critique, No. 92, S. 101-116 (gemeinsam mit Franziska Becker).
1997: Last exit ethnicity? Zur politischen Konstruktion von Ethnizität in den USA und Deutschland. In: Robert Hettlage / Petra Deger / Susanne Wagner (Hg.): Kollektive Identität in Krisen. Ethnizität in Region, Nation, Europa. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 310-319 (gemeinsam mit Sighard Neckel).
Kurzfassung
Das Forschungsvorhaben will untersuchen, wie unter den Voraussetzungen transnationaler Migration Familiarität hergestellt bzw. aufrechterhalten wird. Es fragt danach, welche Formen von Familie vor dem Hintergrund weltweit gewachsener Mobilität ausgemacht werden können und welcher Wandel sich in der Bedeutung und der Funktion von Familie beobachten lässt. Das Projekt folgt hierbei der Hypothese, dass transnationale Familienformen Gegenstand konflikthafter Aushandlungen zwischen mobilen und sesshaften Akteuren sind, in denen Bilder und Entwürfe von Familie neu interpretiert werden. Es nimmt somit kritischen Bezug auf Zeitdiagnosen, die unter den gegenwärtigen Bedingungen einer global agierenden Modernisierung die Krise der Familie prognostizieren und fragt stattdessen, ob in diesen Szenarien nicht die autochthone Familie innerhalb der nationalstaatlichen Grenzen zum generellen Maßstab von Familiarität gemacht wird. Die Definition von Familie als Kernfamilie, die durch Sesshaftigkeit und nahräumliche Beziehungen gekennzeichnet ist, wird damit einer kritischen Diskussion unterzogen, da die kulturelle Norm der Sesshaftigkeit den Blick auf jene grenzüberschreitenden, mobilen Praxen verstellt, wie sie kennzeichnend für eine Vielzahl von getrennt lebenden Familien sind. Im Anschluss an neuere ethnologische und kulturanthropologische Ansätze sollen anhand von familienbiographischen Interviews mit verschiedenen in Deutschland lebenden Migrantengruppen jene Praxen, Rituale und Symbole sowie jene Handlungs- und Deutungsmuster nachgezeichnet werden, die konstitutiv für solche transnationalen Formen von Familiarität sind.
