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Master Völkerkunde in Marburg

Dieser Text basiert auf Studieninformationen Völkerkunde Master of Arts (PDF, 72,3 KB)

  • Art des Studiums
  • Örtliche Besonderheiten
  • Studienprofil
    • Inhalte & Ziele
    • Aufbau, Schwerpunkte & Wahlmöglichkeiten
  • Berufsfelder
  • Nähere Informationen
  • Studienzulassung/Bewerbung
  • Voraussetzungen, fachspezifische Anforderungen
  • Anrechnung von Studienleistungen


Art des Studiums

Seit dem Wintersemester 2005/06 wird am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie (FB 03) der Philipps-Universität Marburg der weiterführende Studiengang "Völkerkunde" (Anthropology) mit dem Abschluss Master of Arts angeboten. Das Studium dauert 2 Jahre / 4 Semester. Der Studiengang ist akkreditiert. Im Anschluss an das erfolgreiche Masterstudium besteht die Möglichkeit zur Promotion.

Örtliche Besonderheiten

Die Völkerkunde in Marburg legt besonderen Wert auf die empirische Erforschung außereuropäischer Kulturen und deren Transformationsprozesse im globalen Kontext. Das Studium der "Völkerkunde" (Anthropology) soll dazu befähigen kulturelle und soziale Besonderheiten und Zusammenhänge empirisch zu dokumentieren, zu analysieren und zu verstehen. Inhaltlich spielen in Marburg vermehrt die Konfliktanthropologie und die Umweltanthropologie eine zentrale Rolle. Die Studierenden erlernen das Fach anhand von außereuropäischen, vorwiegend lateinamerikanischen Beispielen. Eine weitere Marburger Besonderheit der Völkerkunde ist die dem Fach angeschlossene Völker­kundliche Sammlung. Der Sammlungs- und Ausstellungsbereich soll an Herbst 2009 um die Bereiche der materiellen und visuellen Kultur (Material and Visual Culture) erweitert werden und regelmäßiger Teil der Lehre werden.

Studienprofil

  • Inhalte & Ziele

Der Masterstudiengang "Völkerkunde" (Anthropology) hat forschungsorientiertes Profil, das beson­deren Wert auf selbständiges wissenschaftliches Arbeiten legt und in so genannten Rechercheteams von einer/m Lehrenden begleitet wird. Durch den Forschungsorientierten Studiengang mit dem Akzent auf theoretisch-analytischen Fähigkeiten und auf eigenständiger Forschung sollen einerseits allgemeine Forschungs­kompetenzen für höherqualifizierte berufliche Tätigkeiten erworben werden, anderer­seits eine umfas­sende Befähigung zur aktiven Teilnahme an wissenschaftlichen Forschungs­auf­gaben und zur Promotion.

Während des Studiums erlernen die Studierenden besonders folgende fachbe­zo­gene Kompetenzen: Beschreibung, Analyse und Interpretation soziokultureller Praktiken und Prozesse auf lokaler und globaler Ebene; ein kritisches Verständnis von ethnischen Abgrenzungs­prozessen, sowie praktische interkulturelle Kompetenz in Arbeitsbereichen mit VertreterInnen anderer Kulturen. Als weitere Kompetenz können Kenntnisse über die materielle Kultur aus dem außereuropäischen Kontext und deren Präsentation erworben werden.

  • Aufbau, Schwerpunkte & Wahlmöglichkeiten

Die Studieninhalte werden im Masterstudiengang in Lehreinheiten („Modulen“) vermit­telt, die mehrere thematisch verwandte Veranstaltungen (Seminare, Vorlesungen u.a.) umfassen. Das System der den Modulen zugeteilten Leistungspunkte (LP) stellt den durchschnittlich notwen­digen Arbeitsaufwand (work load) der Studierenden dar, wobei 1 LP etwa 30 Stunden Gesamt­arbeitsaufwand (Veranstaltungsbesuch einschließ­lich Vor- und Nachbereitung sowie ggf. Leistungsnachweis) innerhalb eines Semesters ent­spricht. Die Leistungspunkte, auch ECTS-Punkte (European Credit Transfer System) genannt, dienen auch der internationalen Vergleich­barkeit von Studienleistungen.

1. Semester

Aufnahmemodul "Völkerkunde Basis" (18 LP)

Inhalte: Vorstellung der zentralen thematischen Inhalte und wichtigsten Ansätze, des Gegenstands und der charakteristischen Fragestellungen und Methoden des Fachs.

1.-4. Semester

Pflichtmodul "Völkerkunde Forschung" (14 LP)

Inhalte: Einbindung der Studierenden in Forschungsprojekte des Instituts für Vergleichende Kulturforschung, um Forschungs- und Präsentationskompetenzen zu fördern. In Rechercheteams werden die Studierenden innerhalb eines Forschungskomplexes ein Problem identifizieren und mit Hilfe von Literaturrecherche, dem Erlernen und Anwenden von Methoden im Rahmen eigener studentischer Forschungsprojekte und Feldforschungen bearbeiten und die Ergebnisse darstellen.

Wahlpflichtmodule (2 aus 4)

  • Wahlpflichtmodul Völkerkunde I: "Ethnizität, Interaktion, Abgrenzung" (14 LP) - Inhalte: Einblick in ethnische Konflikte, Abgrenzungs- und Identifikationsprozesse und deren Transformation sowie in lokale, regionale, nationale und internationale politische Differenzen. Anhand von aktuellen ethnologischen und politischen Diskussionen und historischen Beispielen sollen z.B. ethnopolitische Prozesse kennen gelernt und verstanden werden.

  • Wahlpflichtmodul Völkerkunde II: "Kultur: Regionale Ethnographie" (14 LP) - Inhalte: Erwerb von Spezialwissen über mindestens ein außereuropäisches lokales Feld und dessen Ein­ord­nung in größere kulturelle Dynamiken und transnationale Prozesse. Möglichkeit der Spezialisierung auf ein Regionalgebiet, wobei sowohl die historischen Entwicklungen, deren heutige Bedeutung, sowie rezente und aktuelle Ver­än­derungen innerhalb einer Region miteinbezogen werden sollen.

  • Wahlpflichtmodul Völkerkunde III: "Ethnologische Sachgebiete" (14 LP) - Inhalte: Detailwissen in ausgewählten Sachgebieten im kulturellen Vergleich und kriti­sche Bestandsaufnahme der ethnologischen Vorgehensweise. Analyse von ethnolo­gi­schen Spezialgebieten wie z.B. Verwandtschaftsethnologie, Religionsethnologie, Konfliktanthropologie, Umweltanthropologie, Rechtsanthropologie oder politische Anthropologie.

  • Wahlpflichtmodul Völkerkunde Museum: "Ethnologische Museums- und Ausstellungstheorie und –praxis" (14 LP) - Inhalte: Vermittlung von Grundlagen im Museums- und Ausstellungswesen, Kenntnis und kritische Umsetzung museumsethnologischer Konzepte, möglichst Mitarbeit an der Konzeption und Realisation einer Ausstellung in allen Schritten.

Externe Wahlmodule im Gesamtwert von 30 LP

Je nach inhaltlicher Schwerpunktsetzung frei wählbar (z.B. Sprachkurse, Module aus Soziologie, Politikwissenschaft, Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, Religions­wissenschaft, der Friedens- und Konfliktforschung). Externe Wahlmodule dienen der Zusatzqualifikation und der persönlichen Profilbildung. Je nach Interessenslage sollten ergänzend zum Studiengang maximal zwei Fächer oder ein Fach und eine Sprache dazugewählt werden, die den eigenen Schwerpunkt vertiefen und um eine weitere Ausrichtung bereichern. In der Übergangsphase von den alten Diplom- und Magisterstudiengängen zum neuen Studiengangssystem sind auch Studiengänge an dem Austausch von Fachmodulen beteiligt, die selbst noch keine Masterstudiengänge anbieten. Bitte erkundigen Sie sich bei der Fachstudienberatung über Möglichkeiten der externen Wahlmodule.

4. Semester

Modul P "Abschlussprojekt" (30 LP)

Inhalte: Entwicklung von Thema und Fragestellung, eigenständige Recherche sowie Verfassen einer selbständigen wissenschaftlichen Hausarbeit (M.A.-Thesis) mit Vorstellung und Diskussion.

Eine ausführliche Beschreibung der Module finden Sie hier.

Berufsfelder

Durch die vielseitigen Lehrinhalte des Faches Völkerkunde sind AbsolventInnen des Masterstudienganges nicht nur in einem bestimmten Berufszweig ausgebildet, sondern haben Fähigkeiten erworben, die sie für verschiedene Berufsfelder der ethnologischen Arbeit befähigen. Dabei kommt bereits während der Studienzeit dem Aneignen berufs­qualifizierender Fähigkeiten wie EDV, Sprachkenntnisse und diversen Praktika eine hohe Bedeutung zu. AbsolventInnen qualifizieren sich für zukünftige Tätigkeiten im Bereich der Kulturvermittlung und im freien Ausstellungswesen, des Journalismus und Medienbereich (inkl. Verlage), der Kulturarbeit mit MigrantInnen, AsylantInnen und Minderheiten oder Arbeiten in internationalen Institutionen und Organisationen im In- und Ausland. Außerdem sind sie auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Der Masterstudiengang Völkerkunde bereitet auf wissenschaftsnahe Tätigkeitsfelder in Forschung und Lehre an Universitäten und Forschungsinstitutionen, sowie auf Ausstellungs- und Kuratorentätigkeit im Museumsbereich vor. Er ist die Basis für ein anschließendes Doktoratsstudium, das im Wissenschafts- und Museumsbereich häufig eine zentrale Berufsqualifikation darstellt.

Nähere Informationen

Die Homepage des Instituts für Vergleichende Kulturforschung finden Sie hier.

Informationen zum Masterstudiengang sowie die Studien- und Prüfungsordnung finden Sie hier.

Die in einem Semester angebotenen Lehrveranstaltungen sind dem Vorlesungs­verzeichnis der Philipps-Universität zu ent­nehmen.
(https://qis.verwaltung.uni-marburg.de/ )

Studienzulassung/Bewerbung

Der Studienbeginn ist nur zu einem Wintersemester möglich. Eine Zulassungsbeschränkung (NC) besteht für diesen Studiengang nicht. Eventuell findet in diesem Studiengang ein Eignungsfeststellungsverfahren statt. Die Bewerbung ist bis zum 15.07. für das folgende Wintersemester erforderlich. Später eingehende Bewerbungen können berücksichtigt werden, wenn Studienplätze frei sind und der Verfahrensablauf dies zulässt. Aktuelle Zulassungsinformationen entnehmen Sie bitte hier.

Sollte Ihnen zur Bewerbungsfrist verfahrensbedingt noch kein Zeugnis über den ersten Abschluss vorliegen, bitten wir Sie, sich auch ohne die Einreichung des Abschluss­zeugnisses fristgerecht zu bewerben (stattdessen Nachweis der erbrach­ten Studien­leistungen im Umfang von mind. 150 ECTS-Punkten mit errechneter Durchschnittsnote).

Sie senden Ihre Bewerbungsunterlagen an: Philipps-Universität Marburg, c/o UNI-ASSIST e.V., Helmholtzstraße 2 - 9, D-10587 Berlin. UNI-ASSIST unterstützt das Zulas­sungs­büro der Universität Marburg in administrativer Hinsicht durch Aufarbeitung jedes einzelnen Zulassungsantrags in einer von der Universität Marburg vorge­ge­be­nen Form. Diese Zuständigkeit besteht unabhängig von der Nationalität der Bewer­berinnen und Bewerber. Die Entscheidung über jeden einzelnen Zulassungsantrag wird individuell in Marburg gefällt.

Sie finden die Informationen zur Bewerbung und Einschreibung sowie ein online-Bewerbungsportal hinter der Kurzbeschreibung des entsprechenden Studiengangs. Bitte beachten Sie, dass Sie je nach Studiengang weitere persönliche Unterlagen einreichen müssen. Die Liste der Masterstudiengänge finden Sie hier.

Voraussetzungen, fachspezifische Anforderungen

Voraussetzung für diesen Studiengang ist der Abschluss eines Studiums mit Bachelorgrad mit Schwerpunkt Völkerkunde oder eines anderen gleichwertigen gesellschaftswissenschaftlichen oder empirisch-kulturwissenschaftlichen Studien-ganges. Über die Anerkennung anderer Nachweise wird im Einzelfall entschieden. Es wird empfohlen, sich wegen des Abgleichs der erforderlichen Zugangs-voraussetzungen mit der Studienfachberatung oder dem Prüfungsausschussvorsit­zenden für den Studiengang in Verbindung zu setzen.

Wer nicht im Bachelorstudiengang „Vergleichende Kultur- und Religionswissen­schaft“ der Philipps-Universität Marburg den Nachweis von Methodenkenntnissen (empirische Sozial- bzw. Feldforschung) erworben hat, kann vorbehaltlich des Nach­holens eines solchen Nachweises zugelassen werden.

Darüber hinaus werden Kenntnisse zweier (in der Regel moderner) Fremdsprachen verlangt. Eine Sprache ist auf Niveau B 2 des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ nachzuweisen, die andere auf Niveau B 1. Vergleichen Sie für nähere Informationen zu den Sprach­voraussetzungen bitte auch die Internetseite über die Zulassungsbedingungen für diesen Studiengang.

Anrechnung von Studienleistungen

Studien- und Prüfungsleistungen sowie Studienzeiten, die an anderen Hochschulen in Deutschland oder in anderen Staaten des mit der Gemeinsamen Erklärung der Europäischen Bildungsminister vom 19. Juni 1999 in Bologna vereinbarten Euro­päischen Hochschulraums erbracht wurden, sowie Studien- und Prüfungsleistungen und Studienzeiten, die in Bachelorstudiengängen an Fachhoch­schulen erbracht wurden, werden nach dem European Credit Transfer System (ECTS) angerechnet.


Exemplarischer Studienverlaufsplan (PDF 19,1 KB)

Zuletzt aktualisiert: 07.04.2008 · Stéphane Voell

 
 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Vergleichende Kulturforschung, Landgraf-Philipp-Straße 4, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-22480, Fax 06421/28-23944, E-Mail: relwiss@staff.uni-marburg.de

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