Natur, Krise und Reform bei den Sateré-Mawé
Projektleitung: 2009-2011 Prof. Dr. Mark Münzel
2012-2013 Prof. Ernst Halbmayer/Prof. Dr. Mark Münzel
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Wolfgang Kapfhammer
2009-2011 Korina Klasing
2012-2013 N.N.
Studentische Mitarbeiterinnen: Friederike Georg, Mona Mansour (2009-2011)
N.N. (2012-2013)
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Die indigenen Gesellschaften Brasiliens sind im westlichen Diskurs
zu Musterbeispielen vorbildlicher Umweltbeziehungen geronnen, die
ökologische Nachhaltigkeit und Biodiversität sicher stellen wollen.
Dieses Narrativ vernachlässigt aber die historische Tatsache, dass die
indigenen Gesellschaften den Erwartungen auf der Basis von weitgehend
beeinträchtigten, wenn nicht gar zerstörten Strukturen gerecht werden
müssen. Das Projekt untersucht Beziehungen zwischen Mensch und Natur bei den Sateré-Mawé im brasilianischen Amazonasgebiet in ihrer historischen Bedingtheit auf der einen, und vor dem Hintergrund einer strukturellen Dialektik indigener Sozialität auf der anderen Seite. Der Akzent liegt auf Mensch-Natur-Beziehungen im Kontext einer evangelikalen Konversionsbewegung. Diese versucht eine radikale Transformation der Gesellschaft, indem sie auf universalistische Alternativen indigener Sozialität rekurriert, die jedoch aufgrund inhärenter Weltüberwindungstendenzen Naturbeziehungen in den Hintergrund treten lassen. Gleichzeitig führt sie neue moralische Standards zur Herstellung von Konsens ein, die zur "kulturellen Nachhaltigkeit" in jüngster Zeit eingeführter ökonomischer Projekte beitragen, welche wiederum von einem westlichen Interesse an ökologischer Nachhaltigkeit motiviert sind. In der nun zweiten Projektphase stehen die Mensch-Natur-Beziehungen bei den katholischen Sateré-Mawé und die Verklärung des Extraktivismus der jüngsten Vergangenheit als idealen Zeit nicht-reziproker Natur-Ausbeutung ins Zentrum der Analyse. Wir möchten Zeitzeugen und insbesondere relevante indigene Akteure der extraktivistischen Naturbeziehungen nach ihrer heutigen, rückblickenden Sicht fragen. Archivarbeit im Museu Amazônico der Universidade Federal do Amazonas (UFAM) in Manaus soll historische Details der extraktiven Ressourcennutzung bei den Sateré-Mawé erfassen.
Konzeption: 2009-2010 Wolfgang Kapfhammer und Mark Münzel 2012-2013 Wolfgang Kapfhammer, Ernst Halbmayer, Mark Münzel Laufzeit: 2009-2011/ 2012-2013
In Western discourse indigenous societies of Brazil have come to be
prototypical examples of commendable environmental relations
safeguarding ecological sustainability and biodiversity. However, this
narrative neglects the historical fact that indigenous societies have
to meet these expectations on the basis of largely impaired, if not
downright destroyed structures. |
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| Dona Maria (Foto Wolfgang Kapfhammer) |

