Ehrungen
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Der in Frankfurt akkreditierte Konsularcorps aus Argentinien, Brasilien, Chile, der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Mexiko, Peru, Portugal, Spanien und Venezuela verlieh den "PREMIO IBEROAMERICANO 2006" an Dr. Lioba Rossbach de Olmos für ihren Essay"Vienen los espíritus cuando se les llama sin bastón? - Cómo mantuvo
su identidad de chamán un jaibaná Emberá del Chocó (Colombia) cuando
efectuó un ritual fuera de regla" Die Ehrung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Romanische Philologie der Philipps-Universität Marburg. |
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| Übergabe des PREMIO IBEROAMERICANO 2006 an Dr. Lioba Rossbach de
Olmos. |
Kommen die Geister auch, wenn man sie ohne Schamanenstab
ruft?
Ein Ritual, das ein Schamane in
bewusster Regelwidrigkeit im Juli 1988 an den Ufern des Atrato-Flusses
in Kolumbien vollzogen hat, steht im Mittelpunkt des Artikels. Auf
Bitte der Ethnologin sang der in einem Dorf von Afroamerikanern zu
Besuch weilende Emberá-Indianer Domingo V. seine Geister herbei, ohne
seinen Schamanenstab mit sich zu führen, ohne alle erforderlichen
Paraphernalien zur Verfügung zu haben und ohne dass die Geister, die zu
den im Dorf verehrten katholischen Heiligen in einem antagonistischen
Verhältnis stehen, das Flussufer verlassen und sich an den Ort des
Rituals begeben hätten.
Diese Regelwidrigkeit bildet den Anlass, um über die Bedeutung der Regeltreue beim Vollzug von Ritualen nachzudenken, die Bestandteil der gängigen Ritualdefinitionen sind. Die Autorin, die zunächst die Beziehungen zwischen Schwarzen und Indianern erläutert und dann das Ritual nachzeichnet, präsentiert zwei Lesarbeiten des Bruchs mit den Ritualregeln durch den Emberá-Schamanen: eine, bei welcher der Schamane den vollzogenen Bruch mit der Tradition artikuliert und im Ritual selbst für Abhilfe sorgt, und eine andere, die darlegt, dass der Bruch mit der Tradition seinerseits Tradition im Schamanismus des Chocó hat. Die Wahrung und der Bruch mit der Tradition sind im Schamanenritual also zugleich präsent.




