Natur, Krise und Reform bei den Sateré-Mawé
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Münzel
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Wolfgang Kapfhammer
Studentische Mitarbeiterinnen: Friederike Georg, Mona Mansour
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Die indigenen Gesellschaften Brasiliens sind im westlichen Diskurs
zu Musterbeispielen vorbildlicher Umweltbeziehungen geronnen, die
ökologische Nachhaltigkeit und Biodiversität sicher stellen wollen.
Dieses Narrativ vernachlässigt aber die historische Tatsache, dass die
indigenen Gesellschaften den Erwartungen auf der Basis von weitgehend
beeinträchtigten, wenn nicht gar zerstörten Strukturen gerecht werden
müssen. Das Projekt untersucht Beziehungen zwischen Mensch und Natur bei den Sateré-Mawé im brasilianischen Amazonasgebiet in ihrer historischen Bedingtheit auf der einen, und vor dem Hintegrund einer strukturellen Dialektik indigener Sozialität auf der anderen Seite. Der Akzent liegt auf Mensch-Natur-Beziehungen im Kontext einer evangelikalen Konversionsbewegung. Diese versucht eine radikale Transformation der Gesellschaft, indem sie auf universalistische Alternativen indigener Sozialität rekurriert, die jedoch aufgrund inhärenter Weltüberwindungstendenzen Naturbeziehungen in den Hintergrund treten lassen. Gleichzeitig führt sie neue moralische Standards zur Herstellung von Konsens ein, die zur "kulturellen Nachhaltigkeit" in jüngster Zeit eingeführter ökonomischer Projekte beitragen, welche wiederum von einem westlichen Interesse an ökologischer Nachhaltigkeit motiviert sind.
Konzeption: Wolfgang Kapfhammer und Mark Münzel |
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| Dona Maria (Foto Wolfgang Kapfhammer) |

