
Grenzüberschreitungen: Die afrokubanische Santería in Deutschland im Spannungsfeld transnationaler Dynamiken
Projektleitung: Prof. Dr. Ernst
Halbmayer, Prof.
Dr. Mark Münzel
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Dr.
Sol Montoya, Dr.
Lioba Rossbach de Olmos
Die afrokubanische Santería, eine Religion auf Wanderschaft, ist in Deutschland angelangt. Während kubanische Religionsanhänger meist ihre religiöse Bindung zu Kuba aufrechterhalten, sammeln hier lebende Priester eine neue, nicht-kubanische, zunehmend heterogene Klientel um sich. So findet man unter initiierten Santería-Priestern vereinzelt Vorerfahrungen aus einem Schamanismus mit südamerikanisch-indigenem Hintergrund, Beziehungen zum venezolanischen María Lionza-Kult und Kontakte zum afrobrasilianischen Candomblé. Zugleich zeigen sich auch Retraditionalisierungsbestrebungen, die, ähnlich wie in Kuba selbst, auf Yoruba-Traditionen verweisen. Auch in Deutschland suchen einzelne Priester Neuorientierung in Afrika. Auf der Grundlage von zwei Vorgängerprojekten will die laufende Forschung zum Verständnis dieser komplexen, die fortschreitende Wanderschaft der Santería begleitenden Vorgänge beitragen. Es geht insbesondere darum zu verstehen, wie die Transnationalisierungs- und Retraditionalisierungsprozesse sich mit der zunehmenden Heterogenität der Anhänger verträgt. Dazu sind Forschungen in Deutschland und Kuba vorgesehen, sowie in zwei Ländern, in denen die Santería bisher wissenschaftlich weniger stark beachtet wurde, aber bekanntermaßen präsent ist: Kolumbien und Venezuela.
Studententische Hilfskräfte: N.N.
Konzeption: Sol Montoya, Lioba Rossbach de Olmos, Ernst Halbmayer und
Mark Münzel
Laufzeit: 2010-2012
Finanzierung: Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG)

