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Kommentar

"Wohin geht die deutsche Energiepolitik?“[1] Gerade in der Bundesrepublik ist diese Diskussion teils von einer besonderen Emotionalität geprägt, da die momentane gesetzliche Situation vorsieht die deutschen Atommeiler langfristig abzuschalten.

Ist nun wie beispielsweise vom BDI gefordert eine längere Laufzeit der Kernkraftwerke (einen Neubau von Atomkraftwerken fordern sie offiziell nicht!) oder ein umfassender Ausbau der erneuerbaren Energien (Greenpeace) die ökologisch wie ökonomisch sinnvollste Lösung?

Die Bundesregierung hat hierzu verschiedene Szenarien berechnen lassen. Demnach wäre eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke im Vergleich zu einem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien um ganze 5,3 Mrd. Euro günstiger! Sogar die CO2 Emissionen würden im Atomkraftwerkszenario stärker sinken. Diese Zahlen würden für die Position des BDIs sprechen, wonach die „Erneuerbaren Energien nicht über deren (zukünftigen) Marktwert hinaus“[2] gefördert werden sollten. Zudem sprechen sie sich gegen, die ihrer Meinung nach, vorherrschende politische Diskriminierung der fossilen Energieträger aus. Doch konkrete Zahlen bleibt der BDI schuldig. Die ausgearbeiteten Handlungsempfehlungen sind sehr umfangreich und doch recht nichtssagend. Viele der Forderungen finden sich auch bei den GRÜNEN oder bei Greenpeace. Legt man die Daten der Bundesregierung (und des Bundesministeriums für Wirtschaft bzw. Umwelt) zu Grunde wird deutlich, dass das Energiekonzept von Greenpeace „Klimaschutz: Plan B“ von sehr realistischen und wissenschaftlich fundierten Annahmen ausgeht. Demnach sind mit den von Greenpeace (und auch weitestgehend der Bundesregierung) angenommenen Rahmenbedingungen (Effizienzsteigerung in allen relevanten Bereichen, Kraft-Wärme-Kopplung, effiziente Nutzung der erneuerbaren Energien, etc.)[3] Einsparungen des Energieverbrauchs von 40% bis 2020 möglich[4]. Eine längere Laufzeit für Kernkraftwerke ist nicht von Nöten. Selbst unter rein ökonomischen Gesichtspunkten ist der Bau oder der längere Betrieb von Kernkraftwerken äußerst fraglich. Uran ist ein endlicher und äußerst knapper Rohstoff. In Anbetracht einer Vielzahl neuer (bzw. sich im Bau befindlicher) Atommeiler in vielen Ländern ist von einer weiter anhaltenden Preissteigerung des Rohstoffs Uran auszugehen. Der oben beschriebene ökonomische Vorteil dürfte daher in naher Zukunft nicht mehr den Tatsachen entsprechen.



[4] Basisjahr: 1990; Angaben bezogen auf Primärenergieverbrauch

Zuletzt aktualisiert: 04.02.2008 · Glasd

 
 
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