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Konflikttypen

Im Rahmen der zukunftsorientierten Energieversorgung kann und wird es vermutlich zu verschiedenen Ausprägungen von Konflikttypen kommen.

1.  Knappheitskonflikte:

Sobald einer Gesellschaft nicht mehr in ausreichendem Maße Energie zur Verfügung steht, kann es durch eine gesellschaftliche Spaltung und Rückgang des Wohlstandniveaus zu Konflikten kommen. Um den Mangel auszugleichen, kommt es zu Auseinandersetzungen um die übrigen Ressourcen. Folge könnten neue soziale Aufteilungen und ein gehemmtes Wirtschaftswachstum sein. Letztendlich könnte es zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft oder, im schlimmsten Fall zum Verlust staatlicher Ordnung führen[1].

 

2.  Verfügbarkeits-, Verteilungs- und Gerechtigkeitskonflikte:

Wer Entscheidungen  über die Verfügbarkeit und die Verteilung von Energieressourcen trifft, bündelt große Macht. Dies kann bereits auf regionaler Ebene zu Konflikten führen, wenn es um eine gerechte Verteilung der Energie geht. Auf nationaler oder internationaler Ebene nimmt die Komplexität zu und verstärkt damit die Gefahr von Konflikten in einer globalen Dimension. Diese Krisen könnten aus dem Machtungleichgewicht heraus entstehen.

Plastischer wird die Konfliktkategorie, wenn man sich zukünftige Ressourcenverteilungen vorstellt, bei denen das Nord-Süd-Gefälle zugunsten der Überlegenen ausfällt. (Eine kleinere mächtige Gruppe verfügt über den Großteil der Energie, mit der möglichen Folge einer Ausweitung des Nord-Süd Konflikts auf anderen Ebenen).

 

3.  Konflikte durch das Risiko der Ressourcennutzung:

Dieser weitere Konflikttyp kann sich aus den unsicheren Nutzungsmethoden entwickeln, denn viele Energieformen haben auch eine ökologische Belastung beziehungsweise ein solches Risiko[2]. Da die Gefährdung von Gesundheit und Wohlstand auf der Welt unterschiedlich gehandhabt wird, ergeben sich Konflikte.

Es kann sich sowohl um langfristige Umweltschäden handeln, als auch klimabedingte Krisen und Energie-Förderunfälle.


4.  Konflikt Mensch-Natur:

Die Kategorie bezieht sich auf die möglichen Folgen von übertriebenem Ressourcenabbau oder übergangenen Umweltaspekten, die sich langfristig rächen; beispielsweise die Abholzung des Regenwalds,  Staudammprojekte, radioaktiver Müll, Klimaveränderungen und der Verlust der Biodiversität. 

 

5.  Konflikte um Ziele und Mittel:

Dieser Aspekt betrifft die Uneinigkeit bei Entscheidungen. Im Gegensatz zu den vorherigen Typen, die systembedingt entstehen können, handelt es sich bei diesem Typ um gescheiterte Verhandlungen. Wenn Akteure keinen Konsens finden können und nicht bereit sind, Zugeständnisse zu machen, können Konflikte über das „wie“ und „warum“ entstehen.

 

Auch wenn diese Konfliktausbildungen teilweise extrem erscheinen und für die Länder der EU in naher Zukunft wohl nicht zutreffen werden, können die Entwicklungen in weniger stabilen Regionen Auswirkungen auf die Energiesicherheit innerhalb der EU haben und damit eine abgeschwächte Form der Konflikttypen herausfordern.

Zuletzt aktualisiert: 06.02.2008 · Braeunia

 
 
 
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