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Musik als Forschung - Forschung als Musik

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Musikalisches Tagebuch

Zur Idee Europas - Exemplarische Musikgeschichte statt Gründungsmythos

Von René Thun

In seiner ersten europapolitischen Rede am 22.02. 2013 forderte der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck einen europäischen Gründungsmythos. Man muss keine schweren rhetorischen Geschütze auffahren und Gauck voraufklärerisches Denken vorwerfen; doch zumindest ein Mangel an historischem Bewusstsein lässt sich attestieren. Spätestens seit Ernst Cassirers kritischer Schrift „Der Mythos des Staates“ sollte ein ungestörtes affirmatives Verhältnis zum Mythos in der Politik keine Selbstverständlichkeit sein. Aber entscheidend ist, dass Europa als Idee keines Mythos bedarf, weil die Idee Europa subkutan in der Kunst- wie Musikgeschichte praktiziert wurde. Kurz: Europa braucht keinen Gründungsmythos, weil Europa eine Geschichte hat. Der Komponist Heinrich Schütz war in Venedig, Johann Sebastian Bach verfasste Englische Suiten, Französische Suiten, ein Italienisches Konzert und verschränkte französisches und italienisches musikalisches Denken in seinen Partiten und Sonaten für Solovioline. Ganz zu schweigen von der europaweiten Vernetzung der liturgischen Musik im Mittelalter, die dazu führte, dass wir eine international anerkannte Notationsweise für Musik haben sowie die Vernetzung der Komponisten während der Renaissance.

Euro Féte de la Musique

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hören sehen: Euro-Sonderprägung zur dreissigsten Féte de la Musique in Frankreich, Webeintrag, 2013.

Vielleicht gibt die Tatsache, dass die Idee Europa von Künstlern gelebt wurde, bevor sie ein explizit politisches Programm wurde, einen Wink für die Bedingungen, unter denen diese Idee erfolgreich realisiert werden kann. Wie müssen die Bedingungen beschaffen sein, damit autonome Personen sich gegenseitig zwanglos anerkennen können? Verdinglichung und Verökonomisierung der Gesellschaft und zugleich der Person zugunsten marktstrategischer Überlegungen führen nicht dazu - sie führen zu Frustration und Entfremdung. Sicherlich, das Wort Mythos bedeutet zunächst nichts weiter als Erzählung; doch auch die Geschichte ist eine Erzählung. Aber im Unterschied zur mythischen Erzählung hat die historische Erzählung einen gravierenden Vorzug: sie übt Kritik (an tradierten Mythen) und ist zugleich kritisierbar. Europa braucht keinen Gründungsmythos, wenn dessen - bereits exemplarisch gelebte - Geschichte als Modell begriffen wird. Und wer Europäer ist, der denkt im Grunde kosmopolitisch.

Kommentar

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Musikalisches Tagebuch

Musik ist Bewegung - Musik bewegt

Von Ronny Trobisch.

Still in Motion, mit diesem bilingualen Wortspiel betitelt der Fotograf Christian Stein, die Bildreihe aus der diese Aufnahme stammt und gibt damit einen ersten Hinweis auf seine Arbeitsweise. Stein, der sich in einem seiner Tätigkeitsfelder besonders der Fotografie von Musikperformance widmet, arbeitet bei diesen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten. Dabei ist es die sekundenbruchteilhafte Ausdehnung des einen Augenblicks, die die Bewegung erfasst. Es ist das Erweitern der bildbedingten Zweidimensionalität um die Dimension Zeit, die die Bewegung der Musik durch das Verschwimmen von Farben und Konturen sichtbar werden lässt.

Bewegung A

Bewegungen gehören zur Musik. Sie erzeugen Klänge und werden durch Klänge erzeugt. Dabei sind sie vielfältig und verschieden. Doch diese Verschiedenartigkeit ruft zugleich die Frage nach dem Gemeinsamen auf. Worin zum Beispiel unterscheidet sich Headbangen von einer formvollendete Tanzchoreografie und wo löst sich dieser Unterschied auf, wird gar zum Gemeinsamen? Oder, was hat stage diving bei einem Rockkonzert mit standing ovations in der Oper gemeinsam? Solche, auf den ersten Blick kurios anmutende, Fragen lassen sich ideengeschichtlich beantworten. Dabei ist es die polyperspektivische Frage nach der - im Begriff verborgenen - Idee, die den Blick auf die Mehrdimensionalität lenkt und dadurch das Gemeinsame erfassen kann.

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Musikalisches Tagebuch

Verhüllung als Enthüllung. Plattencovers revolutionierten den Musikmarkt - Zum Tode von Alex Steinweiss

Von Ronny Trobisch.

Bis zum Ende der 1930er Jahre wurden Schallplatten noch in tristen monochromen Einbänden verkauft. Die Funktion der Verhüllung lag im Schutz der empfindlichen Platten. Steinweiss’ revolutionäre Idee, visuell ansprechende Hüllen zu designen, erweiterte die Verhüllung um die Funktion des Werbens.

Alex Steinweiss Cover




























Das erste Cover: Die Platte "Smash Song Hits" von Rodgers & Hart.

Das Motiv des ersten Bild-Covers - die Leuchtreklame des Imperialtheaters in New York, welche den Titel und die Künstler anzeigt, unterlegt mit dem Abbild einer Schellakplatte - fokussiert den Blick des Käufers wie eine Zielscheibe: der erste Blickfang im tristen Grau der damaligen Plattenregale wurde zum absoluten Verkaufsschlager.

Alexander Steinweiss verstarb am 16. Juli 2011 im Alter von 94 Jahren. Er gilt als Begründer der Album Cover Art.

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Musikalisches Tagebuch

Das Gemeinsame im Verschiedenen. Word-Clouds von Andy Clegg

Von Ronny Trobisch.

Love

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sprache kann Verständigung leisten, sie kann aber auch zur Abschottung gegenüber anderen dienen. Für die Musik, mit all ihren verschiedenen Subkulturen, ist Sprache als Abgrenzungsmerkmal häufig unverzichtbar. Denn das verwendete Vokabular ist immer auch Basis für das den Subkulturen zugrundeliegenden Welt- und Menschenbild und wird zu ihrem identifikationsstiftenden Merkmal.

Interessant ist, dass es dabei trotz aller Differenz und Abgrenzungsbedürfnisse Begriffe gibt, die in allen Subkulturen Raum einnehmen. Einer dieser Begriffe ist Liebe. Zwar ist die "Liebe" kaum klar zu definieren und wird auf mannigfaltige Art beschrieben und interpretiert, aber einen gemeinsamen Kern hat dieses Wort für alle; es beschreibt eine emotionale Beziehung, die dem Mensch als sozialem Wesen unverzichtbar scheint.

Andy Clegg hat sich diesem Thema gewidmet und herausgearbeitet, welche Begriffe in verschiedenen Genres wie häufig verwendet werden. Der Begriff Liebe ist genreübergreifend ein zentrales Thema.

Zum Projekt von Andy Clegg.




Zuletzt aktualisiert: 30.06.2013 · Trobisch

 
 
 
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