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Erinnerung
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Wahrheit, Erinnerung und Verantwortung. - Von Tim
Röing.
Am 1. August jährte sich der Ausbruch des Warschauer Aufstands
zum 67. mal. Dabei war das Gedenken an den Aufstand und die politische
Instrumentalisierung desselben immer Gegenstand von Kontroversen
innerhalb der polnischen Gesellschaft. Aufgrund der Antikommunistischen
Ausrichtung der polnischen Widerstandskämpfer wurde vor 1989 zwar der
Leiden der Zivilbevölkerung gedacht, nicht jedoch den politischen
Verantwortlichen, welche im Gegenteil als kriminell dargestellt wurden.
Nach 1989 wurden die Ereignisse jedoch umgedeutet: Die Aufständischen
und ihre politische Führung gelten nun als Vorkämpfer einer
demokratischen europäischen Idee und eines freien Polens, welche von
allen Verbündeten im Stich gelassen wurden. Gleichzeitig regte sich
jedoch auch Kritik an dieser Darstellung, mit dem Argument, dass der
Aufstand von Anfang an ein aussichtsloses Wagnis war, welches tausende
Menschenleben kostete. Die Glorifizierung des Aufstands und seiner
Anführer sei daher unangebracht.
Einen Eindruck der Kontroverse liefert ein Artikel auf PortalPoint und
eine Rezension der
HU Berlin
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Goldene Ernte. - Von Tim Röing.
Ein altes Schwarzweißfoto zeigt polnische Bauern in ihren Trachten,
sie stehen gestützt auf ihre Werkzeuge. Ausgebreitet auf dem Boden vor
ihnen liegen menschliche Knochen und Schädel. Aufgenommen wurde das
Bild angeblich in den Ruinen des Konzentrationslagers Treblinka nach
dem Rückzug der Deutschen und es zeigt Bauern aus der Umgebung, die in
den menschlichen Überresten nach Wertgegenständen suchen. Dieses Bild
markierte den Ausgangspunkt der Recherchen für das Buch "Goldene Ernte"
des polnisch-amerikanischen Historikers Jan Gross. In diesem Buch
vertritt Gross die These, dass der Massenmord an den polnischen Juden
nicht ohne die Mithilfe vieler Polen möglich gewesen wäre und dass sich
zudem viele an den Hinterlassenschaften ihrer ermordeten jüdischen
Nachbarn bereicherten.
Damit löste Gross bereits vor der Veröffentlichung seines Buches eine
der größten historischen Debatten der polnischen Nachkriegsgeschichte
aus, welche von Kritik an der angeblich unwissenschaftlichen
Arbeitsweise Gross', über Vorwürfe, Gross' verunglimpfe damit das
Ansehen des polnischen Volkes und des polnischen Widerstands insgesamt,
bis hin zu Boykottaufrufen gegen den Verlag reicht. Besonders eins
zeigt diese Debatte jedoch: Wie schwierig und ideologisch belastet die
Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und dem Antisemitismus in
Polen immer noch ist, und wie nötig es ist, diese Debatte nun offen zu
führen.
Einen Eindruck der verschiedenen Positionen zum Thema liefert ein
Interview aus der
taz und ein Artikel der
FAZ.
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