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Mächte

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Dem „Geheimnis“ auf der Spur – Die Weltsicht von „The Secret“ religionswissenschaftlich analysiert. Von Jana Motzet.

Das Versprechen des Films „The Secret“ (2006) ist kein bescheidenes: Er will einweihen in ein „Geheimnis“, das es jedem Menschen ermöglicht, kraft seiner Gedanken Gesundheit, Reichtum sowie Erfolg in Liebe und Beruf zu erzielen.

Aufgemacht als Dokumentation führt der Film Wissenschaftler und „Betroffene“ als Kronzeugen der Funktionsweise des Geheimnisses vor. Dieses besteht im sogenannten „law of attraction“, dem Gesetz der Anziehung, das von dem Film als eine Art Naturgesetz präsentiert wird. Es besagt, dass unsere Gedanken reale Gegebenheiten erzeugen, wir also selbst steuern können, wie es in Zukunft etwa in finanzieller oder zwischenmenschlicher Hinsicht um uns bestellt ist.

The Secret

This is The Secret to prosperity, health, relationships and happiness. This is The Secret to life“ dies verspricht die Webseite zum Film.

„The Secret“ ist mittlerweile schon Gegenstand einer religionswissenschaftlichen Analyse geworden: In seiner Publikation „Amerikanische Spiritualität und Esoterik in Rhonda Byrne's 'The Secret'“ geht Klaus Brand der Weltsicht hinter dem Film auf den Grund. Zum einen verfolgt er die dort auftauchenden Motive religionsgeschichtlich zurück – bis hin zu religiösen Strömungen des 19. Jahrhunderts wie den Geistheilungstheologien. Zum anderen weist er auch auf intermediale Bezüge zur amerikanischen Gegenwartskultur hin.

Wesentliche Traditionslinien in der Botschaft des Films sind damit aufgedeckt – was bleibt, ist das Geheimnis seines Erfolgs.

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Zwangsneurose als „Tabukrankheit“ – hundert Jahre nach Freuds „Totem und Tabu“. – Von Jana Motzet.

1913 legte Freud seine Studie „Totem und Tabu“ vor, die in den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten eine rege Rezeption sowie starke Kritik erfuhr. Der Untertitel war nämlich Programm: „Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker“.

Provokant behauptete der Vater der Psychoanalyse, dass das Problem des Tabu dem mit der Psychoanalyse Betrauten nicht fremd sei: Ihm seien schließlich die Zwangskranken bekannt, die sich „Tabuverbote“ wie die Wilden auferlegt hätten und diese strikt befolgten. „Wenn er nicht gewohnt wäre, diese vereinzelten Personen als 'Zwangskranke' zu bezeichnen, würde er den Namen 'Tabukrankheit' für deren Zustand angemessen finden“.

Totem und Tabu

Ein Aufsatzband von Eberhard Haas anlässlich des hundertjährigen Jubiläums von „Totem und Tabu“: „100 Jahre Totem und Tabu. Freud und die Fundamente der Kultur“

Diese gewagte Amalogie zwischen Neurotikern und „Wilden“ war allerdings nur ein Aspekt der Kritik an Freuds Werk. Im 20. Jahrhundert erfuhren nämlich Kategorien wie „Totemismus“ und „Tabu“ eine grundsätzliche Infragestellung. So formulierte etwa der Ethnologie Franz Steiner in seinem 1956 veröffentlichten „Taboo“ eine Kritik an diversen Tabu-Theorien – darunter auch die Freuds: Solche indigenen Begriffe seien nicht als analytische Vergleichskategorien von Soziologie und Ethnologie zu gebrauchen. Er beklagt, sie erlitten einen Bedeutungsverlust, sobald sie von ihrem jeweiligen kulturellen Kontext abstrahiert und als vergleichende Kategorien der Wissenschaft generalisiert würden.

Mit Karl-Heinz Kohls Aufsatz 1983 „Fetisch, Totem, Tabu. Zur Archäologik religionswissenschaftlicher Begriffsbildung“ rückten die Begriffe ins Zentrum der jüngeren, dezidiert religionswissenschaftlichen Kritik. Endgültig räumte Kohl auf mit dem naiven Glauben an einen universalen semantischen Gehalt von Konzepten aus einer spezifischen Kultur. Seine Kritik an unserem Wissenschaftsbetrieb fällt dabei schärfer aus als die einst von Steiner vorgetragene. Er hebt auf die Exotisierung des Unbekannten ab: Der Tabubegriff in seiner universalisierten Form sei ein Produkt aus der „Werkstatt des Exotikmachers“ (M. Oppitz).

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Religion als Machterhalt? Zur Soziologie des Glaubens. Von Hanna Lübben.


Religion und Religiosität lösten oft Konflikte und Feindschaften aus. Ihnen zu begegnen ist eine der wichtigsten Leistungen der Aufklärung. Trotzdem ist Religion nach wie vor nicht aus unserem Alltag und unserem Leben verschwunden. Warum? - Weil Religion offenbar Sinn stiftet und Zusammenhalt in Gruppen stärkt, sie schweißt zusammen.

   Merkels Vereidigung


Diese "Vorteile" von Religion werden auch heute noch bewusst genutzt. Auch oder gerade in der Politik. In der Verfassung ist Religion fest verankert. Religionsunterricht wird garantiert, ebenso wie Religionsfreiheit. Politiker nehmen ihre Arbeit mit dem Eid "so wahr mir Gott helfe" auf. Ist die Säkularisierung ein Mythos der modernen Welt? Selbst die Französische Revolution kannte ein "Fest des höchsten Wesens". Der Grundsatz "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" scheint das Religiöse nicht abgeschafft, sondern transformiert zu haben.

In dem einen wie dem anderen Fall wird Aufklärung als Ideologiekritik wirksam, wenn der sinnstiftende Aspekt des Religiösen oder bestimmter Werte für politische Ziele ausgenutzt werden. Aufklärung scheint Religion und Vernunft vor sich selbst zu schützen.

siehe auch: 3sat - Religion ist Macht. Religion als Sinnstifter für unsere Gesellschaft.

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Mit Gottes Hilfe aus dem Kommunismus und dem stalinistischen Regime? Von Hanna Lübben.


Die polnische Arbeiterklasse streikte im Sommer 1980. Die Preise waren zu hoch und die Arbeitsverhältnisse denkbar schlecht. Schließlich wurde am 30. August 1980 die „Solidarność“, eine unabhängige Gewerkschaftsbewegung, die von einem Elektriker der Danziger Werft und späterem Nobelpreisträger namens Lech Walesa angeführt wurde, vom Staat anerkannt. Später, im Dezember 1990, wird Walesa zum Staatspräsidenten gewählt.

 
Solidarność


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Doch ein anderer Pole spielte eine entscheidende Rolle für die Arbeiterbewegung. Es war die Unterstützung von Karol Józef Wojtyla für die Solidarność, die den Verlauf des weiteren Geschehens maßgeblich beeinflusste. Wojtyla, der am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren und mit 58 Jahren zum Papst und direkten Stellvertreter Gottes auf Erden gewählt wurde,  unterstützte die Solidarność  nicht nur finanziell. Als Papst Johannes Paul II. unternahm er in der Zeit von 1979 bis 1987 auch mehrere sogenannte „Pilgerfahrten“ nach Polen und gewährte einer Abordnung der Gewerkschaftsbewegung eine Audienz.

Walesa erklärte im Jahre 1989 in Rom: „Die Existenz der Gewerkschaft Solidarność und von mir wären ohne die Gestalt dieses großartigen Polen und großen Mannes, Johannes Paul II., nicht vorstellbar“.

Sicherlich wird die Unterstützung des Papstes die Arbeiter motiviert haben. Wenn man Gott auf seiner Seite hat, was kann dann noch schief gehen?

Siehe auch: Papst Johannes Paul II. - ein politischer Nachruf

Weiteres zum Thema Osteuropa finden Sie auch in unserem Themenportal Osteuropa!

Zuletzt aktualisiert: 13.06.2012 · Luebbenh

 
 
 
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