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Zombie des Monats - 06/2011 a
a) Populism (Web-Button).

Zombie des Monats 06/2011 b
b) Who shall we blame now?
    (Web- Button).
     
Zombie des Monats 06/2011c
c) Tea-Party (Web-Button).

Zombie des Monats 06/2011d
d) All Power to the People  
    (Web-Button).

 

Zombie des Monats - 06/2011

 

Populismus, der: Er kennt keine Parteien mehr, so klingt Volkes Stimme, er bild‘ Dir Deine Meinung und das wird man ja wohl noch sagen dürfen – der Populismus. Populär ist er, weil er von populus stammt und er steht doch dem Pöbel so nah. Sich diesem als Sprachrohr anzudienen ( c ) gilt als anrüchig, Populisten sind dann auch immer nur die anderen. Überhaupt spricht man ja bloß aus, was sowieso alle denken.

 

Minderheiten verunglimpfen, Freiheiten beschneiden, Leitkulturen feiern wollen – die Witterung für politische Meinungen, die im Bauch geboren werden, macht den Instinkt jedes guten Demagogen aus. Dem haftet etwas Dumpfes an, Kleinstadtmief statt Duft der großen weiten Welt.

 

Hinter all dem steht die Angst um soziale Anerkennung bei ökonomischem Abstieg. Populismus ist eine Ideologie der sich selbst für klein haltenden Leute. Sich scheinbar im Getriebe der Mächtigen untergehen zu sehen, schürt offenbar einen mächtigen Willen, sich unter allen Umständen und in klirrender Lautstärke Gehör zu verschaffen. Populisten sind die fleischgewordenen Lautsprecher des Ressentiments jener schwer erträglichen Mischung aus Selbstgerechtigkeit und Minderwertigkeitskomplex, überbordenden Erwartungen und grenzenloser Enttäuschung.

 

Das ist eine brisante Mischung, die ihre Aggressivität trotzig betont. In der populistischen Geste ist die Verantwortung für das Schlechte in der Welt flott adressiert: die da oben, die von unten, die von außen…. die Liste lässt sich beliebig verlängern. Der Zeigefinger ist das stärkste Organ des Populisten, erektile Dysfunktion kennt es nicht ( b ). Diesem Befund haftet nichts Originelles an; er passt zu Blocher, Haider, den wahren Finnen und allen anderen schrecklichen Vereinfachern. Wie jener „tea party movement“, die zur Zeit in den USA von sich reden macht ( a ).

 

Aber im populus steckt nicht nur der Pöbel, sondern auch das Volk, das als demos emphatisch gefeiert wird. Von dem alle Macht ausgeht, das alles begründet, in dessen Hände alles gelegt ist. Ihm zu dienen, ist eine ehrenvolle Angelegenheit. "Dem Volke dienen" lautete der Titel einer Rechtfertigungsschrift der Baader - Meinhof - Gruppe; Populismus ganz eigener Art, der also auch mal links abbiegen kann. Erst die Knarre löst die Starre - das ist kein Werbespruch der American Rifle Association, stammt aber aus verwandter Quelle ( d ).

 

Was dem einen sein Blocher, ist dem anderen sein Chavez. Das funktioniert klappsymmetrisch vor allem in der Stigmatisierung des jeweils anderen Populismus. Der Populist ist wie der Lügner, Verräter, Machthaber immer nur der andere. In ihm findet das Eigene seinen authentischen Ausdruck im feindlichen Gegenüber.

 

Eine ewige Wiederkehr des Gleichen?

 

Thomas Noetzel

Zuletzt aktualisiert: 28.11.2011 · Muelle6p

 
 
 
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