Forschung
Prof. Dr. Friedemann Voigt
Arbeitsgruppe Bioethik im Zentrum für Synthetische
Mikrobiologie
Biomedizinische Forschung am Menschen. Eine ethische Bewertung (interdisziplinäre Arbeitsgruppe am Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften 2009 - 2012)
Friedemann Voigt ist Mitglied und einer der Leiter des Arbeitskreises „The Future of Medical Sciences“ am Institut TTN. Im Rahmen der Studie setzt sich ein interdisziplinäres Expertengremium (bestehend aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Biologie, Medizin, Philosophie, Rechtswissenschaften und Theologie) mit brisanten Themenstellungen der biomedizinischen Forschung und deren ethischen Bewertung auseinander. Das Projekt „Biomedizinische Forschung am Menschen – eine ethische Bewertung“ ist eine Folgestudie der 2002 in vierter Auflage erschienenen Studie „Gentechnik: Eingriffe am Menschen. Ein Eskalationsmodell zur ethischen Bewertung“ und der 2009 erschienenen Studie „Biomedizinische Eingriffe am Menschen. Ein Stufenmodell zur ethischen Bewertung von Gen- und Zelltherapie“.
Editionsprojekt: Akzeptierte Abhängigkeit. Gesammelte Aufsätze zur Ethik von Dietrich Rössler
Die Texte des Theologen und Arztes Dietrich Rössler deuten die ethischen Debatten der Gegenwart als Diskurse um das Verständnis des Menschen und seiner Lebenswirklichkeit. Seine Aufsätze bringen dies in drei Themenkreisen zur Geltung. Zunächst geht es um den moralischen Pluralismus der Gegenwart. Nicht seine Abschaffung, sondern seine Gestaltung zu einem „ethischen Pluralismus“ ist Ziel einer Ethik des Kompromisses. Besonders in der ärztlichen Ethik verdichten sich die ethischen Herausforderungen der Gegenwart in exemplarischer Weise: Es geht um die Bewahrung und Gestaltung von Humanität unter Bedingungen einer wissenschaftlich-technischen Zivilisation. Gegen die dogmatischen und szientistischen Verkürzungen des Begriffes vom Menschen und seiner Biografie setzt Rössler die anthropologische Kategorie der Ganzheitlichkeit des Menschen. In ihrer Wahrnehmung und Vertretung realisiert sich für den Verfasser zugleich religiöse Haltung und protestantische Signatur einer Ethik der Humanität. Die ethischen Aufsätze Dietrich Rösslers werden in einem Band beim Verlag Mohr Siebeck (Tübingen) mit einem Nachwort versehen und herausgegeben von Friedemann Voigt.
Freiheit der Wissenschaft. Beiträge zu ihrer Bedeutung, Normativität und Funktion
Wissenschaft und wissenschaftliche Entwicklung sind zunehmend von Differenzierungen und Spezialisierungen gekennzeichnet, die der Öffentlichkeit immer schwieriger zu vermitteln sind. Dies äußert sich in Bedenken gegenüber einer vermeintlich grenzenlosen Wissenschaftsfreiheit, wie umgekehrt in Bemühungen, sie als wertvolles Gut und Grundrecht einer demokratischen Gesellschaft zu aktualisieren. Ein zentraler Bezugspunkt dieser Debatten sind heute besonders die modernen Lebenswissenschaften, vor allem im Bereich der humanen Biomedizin und biomedizinischen Forschung. Freiheit der Wissenschaft ist so als Brennpunkt eines ganzen Bündels von grundsätzlichen und aktuellen Problemstellungen aufzufassen, in denen es um die Stellung und Bedeutung der Wissenschaft in unserer Gesellschaft geht. In einem von Friedemann Voigt herausgegebenen Sammelband im Verlag de Gruyter (Berlin/New York) gehen Beiträge aus Naturwissenschaft, Medizin, Recht, Wissenschaftstheorie und Ethik diesen Zusammenhängen nach.
Grundriss der Geschichte der Philosophie. Philosophie im 19. Jahrhundert/ Deutschland/
Ab 2012 werden die Bände zur deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts des „alten Ueberweg“ (Zwölfte Auflage: Berlin 1923) neu konzipiert und geschrieben. Im 19. Jahrhundert werden die philosophischen Systeme entworfen, in diese Zeit gehören der Untergang der Systemphilosophien und die noch unsere Zeit prägenden Debatten an den Grenzen der Philosophie zu den Natur-, Sozial- und Kulturwissenschaften wie auch die Formierung philosophischer Schulen. Kurzum: Es handelt sich um eine herausragende und die für unsere Gegenwart wirksame Epoche der deutschen Philosophie. Der Grundriss der Geschichte der Philosophie verfolgt das Ziel, im Vergleich zu anderen Darstellungen zur Philosophiegeschichte und populären Einführungen in jeweilige Epochen eine vollständige Beschreibung zu liefern; d. h. es werden neben bekannten Autoren auch Autoren behandelt, die ihre Zeit geprägt, aber nicht über diese hinaus gewirkt haben. Die Rekonstruktion der Philosophiegeschichte wird am Leitfaden von ‚Debatten‘ erfolgen, welche diese Epoche auszeichnen. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, anhand von historischen und systematischen Kriterien bekannte und weniger bekannte Autoren in ihrer Darstellung zu integrieren. An der Neukonzeption des Grundrisses unter der Leitung von Prof. Dr. Gerald Hartung (Wuppertal) ist Prof. Dr. Friedemann Voigt beteiligt.
Ernst-Troeltsch-Gesellschaft
Die Ernst-Troeltsch-Gesellschaft fördert die Beschäftigung mit dem Werk des Theologen und Philosophen Ernst Troeltsch (1865-1923). Insbesondere tut sie dies durch die Unterstützung der Historisch-Kritischen-Gesamtausgabe seiner Werke und durch regelmäßiges Ausrichten von wissenschaftlichen Kongressen. Der nächste Kongress „ Die aufgeklärte Religion und ihre Probleme“ wird in Kooperation mit der Friedrich Schleiermacher-Gesellschaft und der Deutschen Paul-Tillich-Gesellschaft vom 18. bis 21. März 2012 in Berlin veranstaltet. Ein vorläufiges Programm finden Sie hier. Prof. Dr. Friedemann Voigt ist als Schriftführer seit 1997 im Vorstand der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft.

