Ernst Fuchs (1903-1983) war von 1961-1970 Professor für Neues
Testament und Hermeneutik in Marburg. Als Schüler Rudolf Bultmanns
beteiligter er sich an der Debatte um existentiale Interpretation und
Entmythologisierung. In seinen Hauptwerken (Hermeneutik 1954;
Marburger
Hermeneutik 1968) interpretiert Fuchs Hermeneutik im Bereich der
Theologie als Sprachlehre des Glaubens. Insbesondere mit der Lektüre
der Gleichnisse Jesus zeichnete er den Weg der Sprache vom Wort
Jesu zum Bekenntnis zu Jesus nach. Die hermeneutische Reflexion der
Sprache und des Sprachereignisses führte zur Erkenntnis, dass Sprache
nicht primär Gegenstand sondern Raum zum Verstehen ist. Fuchs’ neue
Hermeneutik fragt daher nicht nach dem Sinn des Textes sondern nach dem
mit dem Text selbst gegebenen hermeneutischen Hilfe. Zum weiterlesen:
Eberhard Jüngel und Gerd Schunack (Hg.), Ernst Fuchs Lesbuch.
Ausgewählte Texte, Tübingen 2003.


