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Die Bultfrau

Ein kreatives Projekt des FrauenLesbenPlenums 2000-2004

Zum Gedächtnis von Dorothee Sölle, die uns feministische Befreiungstheologie gelehrt hat

Mit der Bultmann-Statue im Innenhof der Alten Uni fing alles an: Jemand hatte ihr anlässlich des Feministischen Studientages im Sommer 2000 zum Thema „Wo zur Hölle sind unsere Vorbilder?“ einen apfelgrünen Seidenschal umgelegt. Da kam die Frage auf: Warum gibt es hier eigentlich nur „Bult-Männer“? (Damals hatte der Fachbereich noch keine einzige Professorin.) Eine „Bult-Frau“ musste her! Und der Gedanke war geboren: Wir bauen uns selber eine! Bei der Gestaltung ließen wir uns inspirieren von der Künstlerin Niki de Saint Phalle und ihren überdimensionierten Frauenfiguren, den „Nanas“.
 
Viel gäbe es jetzt zu erzählen über die Mühen, eine ausrangierte Schaufensterpuppe zu finden (als Innenleben für die Bultfrau) oder über unsere Versuche, mit bloßen Füßen den Beton für das Fundament zu mischen. Über das Sammeln von Spenden für die Materialkosten oder darüber wie viel Spaß es macht, bei einer Fete gemeinsam eine große weiße Pappmaché-Puppe mit bunten Farben zum Leben zu erwecken! Das gemeinsame Bauen gab uns Gelegenheit zu tiefsinnigen Gesprächen und zu fröhlichen Mußestunden – und natürlich kamen auch Debatten über Feministische Theologie oder die Frauenpolitik am Fachbereich dabei nicht zu kurz.

Stationen der Entstehung:

  • Sommer 2000: Fest im Innenhof der Alten Uni: Die Idee wird geboren
  • Die Theologiestudentinnen Anne Rudolph, Sabine Hiller und Hanna Dallmeier beginnen mit der Materialbeschaffung. Das Fundament wird gegossen.
  • Sommersemester 2001: An den Abenden eines als Blockseminar stattfindenden Feministischen Lehrauftrags zum „Frühen weiblichen Mönchtum“ (Dr. Ruth Albrecht) wird die Statue aus einer Schaufensterpuppe, Hasendraht und viel Pappmaché gebaut (ca. 16 Teilnehmerinnen)
  • Im Zusammenhang mit einer FrauenLesben-Fete können sich alle an der farbigen Gestaltung der Figur beteiligen (ca. 70 Teilnehmerinnen)
  • Am 5.5.2004 wird die Bultfrau dem Gedenken an Dorothee Sölle gewidmet

 Von der ersten Idee bis zum letzten Pinselstrich hat die Bultfrau die Alte Uni nie verlassen, und hat nun ihre Heimat im Café204, dem Kommunikationsraum der Alten Uni, gefunden. Dort fand auch am 5. Mai 2004 die kleine Feierlichkeit statt, in der wir die Bultfrau dem Gedenken an Dorothee Sölle widmeten, die ein Jahr zuvor, am 27.4.2003, gestorben war. Als theologische „Enkelin“ Rudolf Bultmanns (sie war Schülerin der Bultmann-Schülerin Marie Veit) und kreativer Geist war sie es, der wir unsere Bultfrau anvertrauen wollten.

Die einführenden Worte sprach dabei Frau Prof. Dr. Ulrike Wagner-Rau, die zu dem Zeitpunkt bereits zweite Professorin am Fachbereich!

Eine "Tafel"  informiert im Café 204, dem Kommunikationsraum des Fachbereichs, über die Bultfrau.

Mittlerweile hat die Bultfrau auch eine „Schwester“ bekommen: Im Sommer 2003 entstand in St. Nicolai, der 600 Jahre alten Backstein-Basilika in Lüneburg, die  "Nicola".

WM Hanna Dallmeier, im März 2009

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Zuletzt aktualisiert: 27.10.2009 · Andrea Schönfeld

 
 
 
Fachbereich 5: Evangelische Theologie

Fb. 05 - Evangelische Theologie, Alte Universität - Lahntor 3, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-22441, Fax 06421/28-28968, E-Mail: dekan05@staff.uni-marburg.de

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