24.04.2009
Arminius und die Deutschen. Ein nationaler Mythos
Studierende der Geschichts- und Literaturwissenschaften erarbeiten eine Ausstellung
Unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius
fügten germanische Verbände dem römischen Feldherrn Varus 9 n. Chr.
eine vernichtende Niederlage zu. Dieses Ereignis wurde lange als
„Wendepunkt der Weltgeschichte“ angesehen. In der aktuellen Diskussion
ist die Rede vom „Urknall der deutschen
Geschichte“ oder auch von der „Geburt der deutschen Nation“. Diese
Einschätzungen verweisen auf eine lange Rezeption des Arminiusstoffs:
Seit dem Humanismus wird der „Befreier Germaniens“ zur
„nationalen Leitfigur“ in
Geschichte, Literatur, Kunst und Politik erhoben. Seine stärkste
Ausprägung findet der Arminiusmythos im 19. Jahrhundert im Kontext der
Reichsgründung.
Aus Anlass des 2000. Jahrestages der Schlacht im Teutoburger Wald erarbeiteten Studierende der Geschichts- und Literaturwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg eine Ausstellung, die wichtige Stationen der Vereinnahmung dokumentiert: Zu einzelnen Schwerpunkten – von der antiken Ausgangslage über den Humanismus, die literarische Rezeption vom 17. bis 20. Jahrhundert, die Historienmalerei, die wilhelminische Denkmalsbewegung, die Germanenideologie bis hin zur Auseinandersetzung mit Arminius/Hermann im linken und rechten Spektrum – konnten Exponate zusammengetragen, auf Stellwänden und in Vitrinen präsentiert werden.
Verwendung fanden u. a. Bestände des Bundesarchivs in Berlin, des NRW-Landesarchivs in Detmold, der Lippischen Landesbibliothek in Detmold, der Universitäts- und Landesbibliothek in Düsseldorf, der Hochschul- und Landesbibliothek in Fulda, des Historischen Museums in Frankfurt a. M., des Kleist-Archivs Sembdner in Heilbronn, des Archivs der deutschen Jugendbewegung Ludwigstein (Staatsarchiv Marburg) und der Universitätsbibliothek Marburg. Zum Projekt gehört auch ein kleiner Ausstellungskatalog.
Die Ausstellung wurde unterstützt vom Marburger Universitätsbund, dem Ursula-Kuhlmann-Fonds des Universitätsbundes und dem Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften. Für diese Unterstützung sind wir dankbar.
Ausstellung in der Universitätsbibliothek Marburg (Wilhelm-Röpke-Str. 4) vom 30. April bis zum 21. Juni 2009, täglich 8.00 – 24.00 Uhr.
Eröffnung der Ausstellung: Do, 30.04.09, 18.15 Uhr, Kanadasaal
(Vortragsraum) der Universitätsbibliothek
Kontakt:
Dr. Volker Losemann, Seminar für Alte Geschichte: losemann@staff.uni-marburg.de
Dr. des. Barbara Stiewe, Institut für Neuere deutsche Literatur: stiewe@staff.uni-marburg.de

