Seminar für Alte Geschichte
Das Fach Alte Geschichte widmet sich den sozialen, politischen
und wirtschaftlichen Entwicklungen des Mittelmeerraumes und seiner
Kontaktzonen wie etwa dem Vorderen Orient, Ägypten im Osten und dem
keltisch-germanischem Raum im Westen. Der zu betrachtende Zeitraum
erstreckt sich von der frühen archaischen Zeit (ca. 1000 v. Chr.) bis
hin zur Spätantike (ca. 650 n. Chr.).
Der Zugang zu diesen Bereichen wird durch unterschiedliche historische
Quellengattungen erschlossen, wobei der traditionelle Quellenbestand
der literarischen Überlieferung, welcher den klassischen Ausgangspunkt
der Forschungstätigkeit bildet, fortlaufend und beträchtlich durch
griechische und lateinische Inschriften sowie Papyri ergänzt wird,
welche in einem breiten Spektrum für die Bereiche Politik, Religion und
soziale Beziehungen für Forschung und Lehre einen immensen
Erkenntnisfortschritt bringen, da sie Informationen vermitteln, die in
dieser Weise von keiner literarischen Überlieferung berührt
werden.
In Marburg bildet die Beschäftigung mit der antiken, insbesondere der
kaiserzeitlichen Wirtschaftsgeschichte, einen Schwerpunkt der Alten
Geschichte. Hierbei besteht der Anspruch jedoch nicht in einer
Gesamtdarstellung selbiger, sondern einer Gewichtung auf die Bereiche
Ernährung und Handel sowie Gewerbetätigkeit und Landwirtschaft.
Diesbezüglich ergeben sich enge Arbeitsverbindungen mit dem Institut für
Papyrologie in Heidelberg sowie diverse Forschungsprojekte in
Kooperation mit anderen Universitäten.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erforschung der Kontakte zwischen der mediterranen Welt und dem Nahen Osten sowie Indien und die Wahrnehmung dieser Regionen in der antiken Historiographie. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen der griechischen Welt und dem Perserreich. Auf diesem Feld existieren enge Verbindungen zum Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik der Leopold Franzens-Universität Innsbruck.
Gegenstand von Lehrveranstaltungen sind in Marburg regelmäßig Themen
bezüglich antiker Herrschaftsformen (z. B. griechische Demokratie,
Tyrannis, röm. Republik und Kaisertum), Imperialismus, sozialer
Konflikte und frühen Christentums.

