Projektseminar „Konzeption und Umsetzung einer Ausstellung I +
II“
Dozentinnen: Annika Höppner (SoSe 2011) und Anastasia Dittmann (WiSe
2011/12)
Themenstellung
Der Ausstellungstitel „Ansichtssuche“ basiert auf der These, dass
zeitgenössische Kunst Ambivalenzen der Rezeption und Decodierung -
sowohl in der Gesellschaft wie auch im kunstwissenschaftlichen Diskurs
- aufzeigt, die allgemein unter dem Begriff der „Ansichtssache“ zu
verorten sind. Die dadurch entstehenden Diskrepanzen in der
Interpretation und Bewertung durch den Betrachter bieten allerdings
auch die Möglichkeit für die angeregte Auseinandersetzung mit
unterschiedlichen „Ansichten“. Hier möchte die Projektgruppe ansetzen,
um das kommunikative Potenzial der künstlerischen Positionen
auszuschöpfen. Diese neuen Perspektiven auf die Kunst werden einerseits
in den ausgestellten Objekten gattungsübergreifend sichtbar. Die
parcoursartige Präsentation andererseits lädt dazu ein, bekannte
öffentliche Gebäude und Plätze neu zu interpretieren und
unterschiedliche (Blick)-Winkel zu entdecken. Die gemeinsame Begehung
und visuelle wie inhaltliche Erschließung nutzt hierbei Orte des
allgegenwärtigen studentischen Lebens in der Universitätsstadt
Marburg.
Die Ausstellung richtet sich an ein allgemein kunstinteressiertes Publikum, vor allem aber an Studierende und zukünftig Studierende, denen sowohl Marburg als Kultur- und Studienstandort, als auch die kulturbezogenen Studiengänge in Hessen am konkreten Beispiel näher gebracht werden sollen. Die ausstellenden Künstler haben mit diesem Projekt eine Plattform, um ihre Kunst einer breiten und interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Der zugrunde liegende Ansatz des Ausstellungsprojektes liegt daher
in der gegenseitigen Nachwuchsförderung durch die gemeinsame
Erarbeitung eines Projektes, bei dem die Studierenden Fachkenntnisse
aus ihrem Studium anwenden und erweitern. Die Bearbeitung der Aufgaben-
und Fragestellungen, auch über die im Studium erworbenen Kenntnisse
hinaus, werden dabei durch das überdurchschnittliche Engagement der
Studierenden und die Unterstützung durch die Dozentin optimal
gewährleistet. Die Vorbereitung und Umsetzung geschieht im Rahmen von
Lehrveranstaltungen für Bachelor- und Masterstudierende im Hauptfach
Kunstgeschichte unter der Leitung von Annika Höppner und Anastasia
Dittmann. Alle Konzeptionsschritte werden von den Studierenden
selbstständig in Arbeitsgruppen und im Plenum erarbeitet. Als
kuratorisches Prinzip wurde die Konzeption und Ausführung des Projektes
in einer flachen Hierarchie auf Basis von Gemeinschaftsentscheidungen,
auch unter Einbindung der Künstler, gewählt. Auch der Name der
Projektgruppe „Die Kurativen“ bringt dieses Prinzip zum Ausdruck, da
hier die „Kuratoren“ mit den „Kreativen“ ganz buchstäblich
zusammenkommen. Dieses Prinzip kann auch auf spätere studentische
Projekte übertragen werden und soll den Studierenden der
Kunstgeschichte in Marburg eine sehr einzigartige und vielversprechende
Möglichkeit zur berufspraktischen Übung geben, welche mit diesem
Projekt gleichermaßen initiiert und etabliert wird.
Die Ausstellung wird vom 20. April 2012 über einen Zeitraum von zwei
Wochen bis Sonntag, den 6. Mai stattfinden. Historische Räumlichkeiten
der Philipps-Universität Marburg werden als Ausstellungsräume genutzt.
In enger Absprache mit den beteiligten Künstlern sollen auch
öffentliche Räume integriert werden.
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