Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt
Da die
Stimmung in der deutschen Wirtschaft nach beschwerlichen Jahren zurzeit
sehr optimistisch ist, sieht die Situation für Geisteswissenschaftler
nicht schlecht aus. Zum Beispiel war im September 2006 die
Gesamtarbeitslosigkeit bei Geisteswissenschaftlern um 15,4 % niedriger
als im Vorjahresmonat....
Die Zahl der Arbeitslosen, die eine Stelle im geisteswissenschaftlichen Bereich gesucht haben, ging innerhalb eines Jahres von 12 548 auf 9821 und somit um 21,7% zurück. Bei Germanisten und verwandten Berufen (etwa Anglisten und Skandinavisten) betrug der Rückgang sogar 30,4 %.
In Printmedien – einem der typischen geisteswissenschaftlichen Arbeitsfelder – wurden 2006 sogar 14,4 % mehr Stellen für Geisteswissenschaftler geschaltet als im Vorjahr.
Aber es sind nicht nur die typischen geisteswissenschaftlichen Betätigungsfelder, die wieder mehr Jobs schaffen. Geisteswissenschaftler sind auch in Bereichen gefragt, in denen sie vorher keine Einstellungschancen besaßen. Einfach deswegen, weil „viele Tätigkeiten heute nicht mehr so begrenzt sind, sondern eher etwas aufgeweicht, und da sind Multispezialisten gefragt“, wie Marion Rang von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit erklärt. Multispezialisten? „Man muss“, so Rang, „von vielen Dingen Kenntnis haben und das bringen Geisteswissenschaftler mit. Sie haben in vieles hineingeschnuppert während, aber auch außerhalb des Studiums.“

