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19.12.2016

Neu-berufene Professorin und Professoren halten ihre Antrittsvorlesungen am Fachbereich Pharmazie

Der Fachbereich Pharmazie begrüßt Frau Prof. Cornelia Keck, Herr Prof. Peter Kolb und Herr Prof. Cornelius Krasel

Die Antrittsvorlesung ist eine feste Tradition im akademischen Curriculum und dient der Vorstellung der Hochschullehrerinnen und -lehrer und deren Arbeitsgebiete. Am 16.12.2016 fanden am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg gleich drei Antrittsvorlesungen statt. Der Dekan, Prof. Dr. Michael Keusgen, stellte in seiner Begrüßung fest, dass eine neue Verbindung am Fachbereich durch die Antrittsvorlesungen gebildet wird. Die drei Kandidaten hatten PeC2K3 als neuen pharmazeutischen Wirkstoff für die Anwendung bei „professoralen Mangelerscheinungen“ zu Anfang vorgestellt.

Antrittsvorlesungen - PeC2K3
Mit der Verbindung „PeC2K3“ wurden die Zuhörer zu den Antrittsvorlesungen von Frau Prof. Keck, Herrn Prof. Kolb und Herrn Krasel begrüßt.


Cornelia Keck (C1K1) erforscht neue Wirkstoff-Formulierungen

Antrittsvorlesungen - Cornelia Keck
Prof. Cornelia Keck stellte die Gemeinsamkeiten der Nanotechnologie und der Schönheitsanwendungen von Kleopatra dar.

Cornelia Keck studierte Pharmazie und promovierte im Jahr 2006 am Institut für Pharmazeutische Technologie der FU Berlin. Während dieser Zeit hat sie einen Forschungsaufenthalt an der Otago University in Neuseeland durchgeführt. In Berlin hat sie ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Pharmazeutischen Nanotechnologie nach der Promotion weitergeführt und mit der Habilitation 2011 abgeschlossen. Parallel dazu wurde Sie zum Adjunct Professor for Pharmaceutical and Nutritional Nanotechnology an der University Putra Malaysia (UPM) ernannt und ist an diversen Firmenausgründungen beteiligt. Im Jahr 2011 folgte Frau Prof. Keck einem Ruf auf eine Professur für Pharmakologie und Pharmazeutische Technologie an die Hochschule Kaiserslautern. Seit Anfang 2016 ist Frau Prof. Keck als Professorin für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität. Ebenfalls beteiligt sich Frau Prof. Keck in der Arbeit von Fachgesellschaften, wie z.B. im geschäftsführenden Vorstand des deutschen Verbands Nanotechnologie und in der Fachgruppe Dermokosmetik der Deutschen Gesellschaft für Dermopharmazie. Ihre Expertise auf dem Gebiet der Wirkstoff-Formulierungen bringt sie ebenfalls in der BfR-Kommission für Kosmetische Mittel ein.

Anhand der Schönheit von Kleopatra zeigt Cornelia Keck warum Nanotechnologie noch schöner macht und zeigte wie die Schönheitsanwendungen der ägyptischen Königin in der heutigen Zeit mit Hilfe der Nanotechnologie effektiver nachgestellt werden können. Prof. Dr. Cornelia Keck und ihre Arbeitsgruppe forschen auf dem Gebiet der Pharmazeutischen Nanotechnologie. Ziel dabei ist es, Wirkstoffe in ausreichender Menge an den vorgesehenen Wirkort im Körper zu bringen. Ebenfalls steht die Weiterentwicklung von Formulierungen zum Einsatz bei Pharmazeutika und Kosmetika im Mittelpunkt.

Schwerpunkt dabei ist die Entwicklung und Herstellung von Nanocarriern (Nanokristalle, Nanolipids, smartFilms® und smartPearls®) für die Bereiche HealthCare & Kosmetik. Im Fokus stehen innovative Formulierungen für schwerlösliche Wirkstoffe, sowie die optimierte Partikelgrößenanalytik für Submicronpartikel. Dabei werden Hochdruckhomogenisatoren für die Herstellung der Nanopartikel eingesetzt. Optische und thermodynamische Methoden dienen zur Charakterisierung der Nanocarrier, die zur Verbesserung der Wirkstoff-Formulierung dienen sollen. Zur Anwendung der entwickelten Nanocarrier werden biophysikalische Methoden, insbesondere an dermatologischen Testsystemen, eingesetzt.


Peter Kolb (Pe1K1) erforscht neue Arzneimittelwirkstoffe

Antrittsvorlesungen - Prof. Peter Kolb
Prof. Peter Kolb stellte seine Arbeiten zur computergestützten Wirkstofffindung vor.

Peter Kolb studierte Biochemie und Theoretische Chemie an der Universität Wien und am Karolinska Institutet in Stockholm und promovierte 2006 an der Universität Zürich im Bereich der computergestützten Wirkstoffentwicklung. Nach Forschungsaufenthalten in der Schweiz und den USA leitete er ab 2011 eine von der DFG geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe. Seit Oktober 2016 hat er eine DFG-Heisenberg-Professur für Computergestützte Wirkstoff-Forschung am Institut für Pharmazeutische Chemie inne. Das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Wissenschaftler/innen, die sich durch exzellente Forschung hervorgehoben und für die Berufung auf eine unbefristete Professur qualifiziert haben. Weiterhin ist Prof. Kolb Vorsitzender des europaweiten Netzwerks GLISTEN, in dem sich Forscher/innen mit der Proteinfamilie der GPCRs beschäftigen. Kolbs Arbeitsgruppe ist in der Philipps-Universität Marburg mit dem LOEWE-Schwerpunkt SynChemBio verbunden; des Weiteren ist Kolb wissenschaftliches Mitglied im LOEWE-Zentrum SYNMIKRO.

Mit wegweisenden Zitaten, die zu einzelnen Entscheidungen führten bestimmte Karrierewege einzuschlagen, schilderte Peter Kolb seinen wissenschaftlichen Werdegang und die Forschungsgebiete, die er bearbeitet. Prof. Dr. Peter Kolb und seine Arbeitsgruppe befassen sich mit der computergestützten Wirkstofffindung für Arzneimittel. Schwerpunkt seiner Untersuchungen ist die Suche nach Liganden, Molekülen, die die Aktivität von Proteinen, an die sie binden, verändern können. Kolb betrachtet vor allem zwei Zielproteinklassen: G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs) und Kinasen. Die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von solchen Liganden – und letztlich von Medikamenten – hängen davon ab, wie und mit welchen Proteinen sie interagieren. Kleine Veränderungen in den Proteinbindetaschen können zum Beispiel dazu führen, dass die Bindung eines Wirkstoffs unmöglich wird und es zu Wirkstoffresistenzen kommt. Das Wissenschaftler-Team um Kolb durchsucht Datenbanken von existierenden Molekülen nach passgenauen Liganden für bestimmte Bindetaschen. Er arbeitet aber auch mit einem fragmentbasierten Ansatz, zum Beispiel mit einer Datenbank von Molekülen, die sich leicht aus zwei Bausteinen herstellen lassen. Im Rahmen seiner Heisenberg-Professur wird Kolb die Interaktion zwischen GPCRs –  Membranproteinen, die Signale übertragen – und Liganden genau untersuchen. Das Ziel ist, vorherzusagen, ob die jeweiligen Liganden die Signale verstärken oder dämpfen können.


Cornelius Krasel (C1K1) erforscht GPCRs in der Zelle

Antrittsvorlesungen - Prof. Cornelius Krasel
Prof. Cornelius Krasel erläuterte die Mechanismen der Desensibilisierung von GPCRs.

Cornelius Krasel studierte Biochemie an der Eberhard Karls Universität in Tübingen und promovierte 1998 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Arbeitskreis von Prof. Martin Lohse. In der Zeit von 1998 – 2005 beschäftigte er sich am Institut für Pharmakologie und Toxikologie in Würzburg mit der Entwicklung von Fluorescence resonance energy transfer(FRET)-Assays für die Messung von Interaktionen zwischen GPCRs und Arrestin. Ab 2005 hatte er eine Stelle als Lecturer an der Universität Reading, UK inne, wo er sich weiterhin mit den Interaktionen von GPCRs und Arrestin beschäftigte. Zusätzlich zu den von ihm entwickelten Assaymethoden hat er begonnen die dreidimensionale Struktur von Arrestin mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse aufzuklären.

Seit 2009 ist Herr Dr. Krasel im Arbeitskreis von Herrn Prof. Bünemann am Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg, wo er sich mit der Desensibilisierung von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren beschäftigt. Im September 2016 wurde Herr Dr. Krasel zum außerplanmäßigen Professor für Pharmakologie und Klinische Pharmazie ernannt.

Basierend auf seinem wissenschaftlichen Werdegang und den einzelnen Lehr- und Forschungsstationen zeigte Cornelius Krasel die Möglichkeiten als Biochemiker den Weg in die Pharmakologie für Pharmazeuten zu finden. Die Desensibilisierung von G-Protein gekoppelten Rezeptoren (GPCR) ist das Forschungsgebiet von Prof. Dr. Cornelius Krasel. Dabei versucht er die Mechanismen der Desensibilisierung von GPCRs auf zellulärer Ebene zu verstehen. Die Proteinklasse der Arrestine, die sich gelöst in der Zelle befinden, binden die GPCRs und verhindern dadurch die Interaktion des Rezeptors mit dem G-Protein, was zu einer Internalisierung des GPCRs in die Zelle führen kann. Schwerpunkt dabei ist die Untersuchung der Interaktionen zwischen Arrestinen mit den GPCRs und die Charakterisierung von GPCR-Kinasen, um deren Regulation bei der GPCR-Aktivierung zu verstehen. Dafür werden sowohl Techniken der Molekularbiologie zur Expression der Zielproteine und zur anschließenden Charakterisierung und Kristallisation angewendet. Weiterhin werden Untersuchungen in einem Zellkultursystem mit entsprechenden Imaging-Methoden durchgeführt, um die einzelnen Regulationsschritte innerhalb einer Signalkaskade beobachten zu können.

 

Alle Kollegen des Fachbereichs Pharmazie wünschen Frau Kollegin Keck und den Kollegen Kolb und Krasel weiterhin viel Erfolg in Marburg mit ihren stetig wachsenden Arbeitsgruppen, bei den bereits laufenden Forschungsprojekten, aber vor allem auch das notwendige Geschick und Gespür für das Einwerben neuer und spannender Forschungsvorhaben und der Hoffnung, dass die Verbindung PeC2K3 die gewünschte Wirksamkeit am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg erlangt.

Antrittsvorlesungen - Gruppenbild
Dekan, Prof. Dr. Michael Keusgen (r.) freute sich über die drei Antrittsvorlesungen von Herrn Prof. Dr. Cornelia Keck, Prof. Dr. Peter Kolb und Prof. Dr. Cornelius Krasel (2. v. r. n. l.)


(Alle Fotos: Wegscheid-Gerlach/FB Pharmazie)

Kontakt

Dr. Christof Wegscheid-Gerlach
Wilhelm-Roser-Straße 2
35037 Marburg

Tel.: (06421) 28-25843
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 20.12.2016 · Frank Balzer

 
 
 
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