Forschung
In unserer Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit dem strukturbasierten Design und der Synthese von Proteaseinhibitoren. Als eine Proteinfamilie haben wir die Aspartylproteasen herausgegriffen, die bei vielen physiologischen, vor allem aber in pathophysiologischen Prozessen eine entscheidende Rolle spielen und daher als viel versprechende Targets für die Wirkstoffentwicklung zur Therapie bedeutender Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck (Renin), Alzheimer (β-Sekretase), Krebs (Cathepsin D), viraler Infektionen [AIDS (HIV-Protease)] und parasitärer Infektionen [Malaria (Plasmepsine)] gelten.Die Synthesestrategie basiert sowohl auf modernen Syntheseverfahren wie z.B. der Ringschluss-Metathese als auch auf dem breiten Repertoire der klassischen organischen Chemie.
In Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen werden die dargestellten Verbindungen auf ihre biologische Aktivität getestet sowie einzelne Vertreter mit ausgewählten Aspartylproteasen kristallisiert und röntgenkristallographisch untersucht. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen erfolgt in einem weiteren Synthesezyklus die gezielte Optimierung des Substitutionsmusters unserer Inhibitorleitstruktur.
Auf Grund des mittlerweile gewonnenen, breiten Erfahrungsschatzes mit Aspartylproteasen lässt sich der Gedanke, Bauprinzipien priviligierter Inhibitorstrukturen untereinander zu übertragen, auf diese Enzymfamilie sehr gut anwenden. Die breite Variationsmöglichkeit des Substitutionsmusters unserer Grundstrukturen eröffnet die Möglichkeit, nicht nur sehr schnell, sondern auch mit hoher Selektivität und Affinität einzelne Vertreter dieser Targetfamilie zu adressieren.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Wibke E. Diederich
Institut für Pharmazeutische Chemie
Philipps-Universität Marburg
Marbacher Weg 6
35032 Marburg
tel.: +49-6421-28-25810
fax: +49-6421-28-28994
email:wibke.diederich@staff.uni-marburg.de

