Wahlobligatorischer Unterricht
Arbeitsgruppe Prof. Dr. Carsten Culmsee
Das Praktikum bietet einen umfassenden Einblick in die Projektarbeit der Arbeitsgruppe zu Mechanismen der Neurodegeneration in Modellsystemen des neuronalen Zelltods und entsprechenden Strategien der Neuroprotektion. Anhand von definierten Experimenten werden im Rahmen der laufenden Projekte grundlegende Techniken der molekular-pharmakologischen Grundlagenforschung erlernt und selbstständig angewendet.
Womit beschäftigen wir uns?
In Modellsystemen des neuronalen Zelltods werden molekulare und zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration untersucht, die bei akuten Hirnschädigungen (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma) bzw. bei chronischen neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson) relevant sind. Diese Untersuchungen liefern neue therapeutische Targets, die mit Hilfe von siRNA, Peptiden oder niedermolekularen Substanzen gezielt gehemmt werden, um so eine neuroprotektive Wirkung zu erreichen.
Mechanismen des neuronalen Zelltodes
- Oxidativer Stress und Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS)
- Mitochondriale Mechanismen des neuronalen Zelltodes
- Caspase-unabhängige Mechanismen des programmierten Zelltods; Rolle des Apoptosis Inducing Factor (AIF)
- Veränderungen der Ionenhomöostase der Neurone, insbesondere der Calciumhomöostase
- Verschiedene Formen des „Programmierten Zelltods“: Apoptose, Nekroptose, Autophagie
- Veränderung der Ubiquitinierung von Proteinen
Mechanismen der Neuroprotektion
- Gezielte Inhibition von oxidativem Stress und verwandten Signalwegen
- Validierung von Inhibitoren der pro- apoptotischen Bcl-2 Proteine (Bid-Inhibitoren)
- Kaliumkanal-Aktivatoren
- Protektion der mitochondrialen Integrität und Funktion
- Inhibition des AIF-vermittelten Zelltods
- Neuroprotektion durch p53-Inhibitoren
- Neuroprotektion durch Inhibition von Autophagie
- Validierung neuer therapeutischer Targets durch siRNA
Welche Methoden stehen uns zur Verfügung?
- Zellkultur (primäre hippocampale und corticale Neurone aus Maus und Ratte, Zelllinien (HT22 - immortalisierte hippokampale Neurone, Neuronale Stammzellen)
- Zellviabilitätsmessungen (MTT, xCELLigence System, DAPI- Färbung)
- Molekularbiologische und biochemische Methoden (SDS PAGE, Western Blot, Immunpräzipitation, Immunfärbungen, RT- PCR)
- Gentechnische Methoden (Klonierung und Expression von Plasmiden)
- siRNA Techniken
- Mikroskopie (Konfokale Laser Scanning Mikroskopie, Fluoreszenz- Mikroskopie)
Wie ist der Ablauf?
- Als zwei-drei-wöchiger Blockkurs in der vorlesungsfreien Zeit
- Die Betreuung im Wahlpflichtfachpraktikum erfolgt jeweils durch einen Doktoranden oder Post-Doktoranden
- In einer Vorbesprechung werden die aktuellen Projekte der Mitarbeiter kurz vorgestellt und danach erfolgen die Terminabsprachen und die Sicherheitseinweisung
- Die Aufzeichnung der Labortätigkeit erfolgt in einem Laborjournal
- nach Praktikumsende werden die Teilprojekte (Fragestelllung, angewendete Techniken, Ergebnisse) der Wahlpflichtfachstudierenden in einem gemeinsamen Seminar in englischer Sprache vorgestellt und diskutiert
Wo finden sie uns?
Arbeitsgruppe ist in den Medizinischen Forschungseinheiten, 2. Etage in der Karl-von-Frisch-Str. 1 (auf den Lahnbergen, Haltestelle Botanischer Garten) zu erreichen.Weitere Informationen finden sie auf unserer Homepage.
Poster: 400 Jahre Chemie und Pharmazie in Marburg
Präsentation: Aktuelle Forschungsaktivitäten AG Culmsee

