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Die Zoologische Sammlung Marburg

Lehrsammlung 2
Alkohol-Sammlung
Die Zoologische Sammlung Marburg ist grob in die zwei Bereiche "Lehrsammlung" und "Referenzsammlung" aufgeteilt. Sie befindet sich in mehreren Räumen und Vitrinen (Standortliste hier) und umfasst neben Skeletten, Schädeln und Vogel-Stopfpräparaten auch große Mengen an getrockneten und in Alkohol aufbewahrten Insekten, Echinodermaten und weiteren Wirbellosen, eine Conchyliensammlung und eine umfangreiche Fischsammlung.

Öffentlich zugänglich sind (während der normalen Öffnungszeiten des Fachbereichs Biologie): alle Vitrinen mit Ausstellungen und das Elefanten-Skelett im Nordfoyer.

Die Insekten- und die Fischsammlung hatten in den Jahren zwischen 1988 und 2005 großen Zuwachs zu verzeichnen, ebenso die Vogelschädel.
Porifera - Schwämme
Riehl-Sammlung: Nadelnzählen
Die Anfänge der Sammlung liegen im Dunkeln, die wenigen noch im Institut vorhandenen Kataloge (der früheste ca. 1867 erstellt) weisen schon eine große Anzahl der heute noch vorhandenen Präparate als Institutsbestand aus. Sie weisen sie zudem als Restbestände aus; in einigen Teilbereichen (z.B. ausgestopfte Taggreifvögel) muss die Sammlung mal das 10fache des heutigen Umfangs aufgewiesen haben; eine Ende 2011 erstellte Liste (ca. 2.500 Datensätze, Zeitraum: 1818-1989) über "ausgestopfte Wirbeltiere" weist eine Verlustrate von mindestens 66% aus.

Laut mündlichen Informationen von Dr. R. Remane (+ 2009) wurden im zweiten Weltkrieg große Teile der Alkoholsammlung "leergesoffen"; während der Besatzung Marburgs durch die Amerikaner verschwanden einige besonders bunte und große Käfer aus der Riehl-Sammlung, die in den 1980er Jahren in einem anonymen Päckchen zurückgeschickt wurden.
Nagetiere im Groessenvergleich Ein geringer Teil der Skelette und Schädel könnte aus den Beständen des 1785 nach Marburg umgezogenen Kasseler Anatomischen Theaters an das Zoologische Institut gelangt sein; nachweisbar ist ein Wal-Oberarmgelenkkopf ("Gelenkkopf eines fossilen Ungeheuers"), welcher quer durch alte Anatomie-Kataloge und alte Zoologische Kataloge den Sömmerring-Präparaten zugeordnet werden kann. Das Anatomische Institut überwies ca. 1866 oder 67 nach vier Jahren zäher Verhandlungen einen großen Teil seiner zoologischen Präparate an die Zoologie. Viele Skelette und Schädel tragen heute noch eine gut lesbare Signatur "A.S." (oder "A.I."). Andere tragen eine "Journ. n.", die sich ebenfalls an Sammlungsstücken des Anatomischen Instituts findet. - Durch interdisziplinären Signaturenabgleich zwischen den Beständen des Anatomischen Museums und dem alten Katalog der Zoologischen Sammlung konnte nachgewiesen werden, dass die Journ-N.-Signatur neuer ist als die A.S.-Signatur; und die A.S.-Signatur, die zuerst als eine systematische Nummerierung erschien, auch nur eine chronologische ist, bei der Robben und Wale nachträglich und "unsortiert" eingefügt wurden.
Einige Säugetier-Präparate 2

Von den "Dubletten aus dem Kurfürstlichen Kabinett zu Cassel", die bei Institutsgründung an Blasius Merrem gingen, ist derzeit nichts mit Sicherheit nachzuweisen; eventuell stammen ein Roter Sichler und eine Wanderdrossel aus dieser Erstausstattung.

Merrem hat 1819 eine Liste der "Naturalien in Weingeist" geschrieben, inklusive Anmerkungen über ihren teilweise schlechten Zustand.

Von Grandidier existiert eine Liste "Cassel den 28ten August 1818", "Verzeichnis der auf allerhöchsten Befehl aus dem hiesigen Museum an die Universität Marburg abgegebenen ausgestopften Vögel". Merrem schrieb im November 1818 seinerseits Listen und bestätigte den Eingang der kurfürstlichen Präparate.

Die Reste des Kurfürstlichen Naturalien-Kabinetts zu Cassel liegen heute im Ottoneum Kassel in einem Magazin und sind nicht näher erfasst. Ein großer Teil davon ist im zweiten Weltkrieg verbrannt.

1822 kam die Sammlung des Oberforstmeisters von Wildungen an das Institut; hierüber existiert eine Liste "Verzeichniß und Schäzung der Naturaliensammlung des seel. Oberforstmeisters von Wildungen". Der "ausgestopfte Schneehase" könnte von hierher stammen.

Aus dem Jahr 1866 existiert eine Auflistung von Carl Claus, in der er den Schneehasen als Art als "vorhanden" erwähnt, aber nicht auf die Individuenmenge und Fellfarbe ("Winterkleid") eingeht. In einem späteren Katalog ist von drei Schneehasen die Rede.

Mumienkopf Nr. 17

36 Mumienschädel aus Beständen des 1881 verstorbenen Sammlers Friedrich Mook sind im Jahr 1882 an die Uni gekommen, die Verkaufsverhandlungen führte Dr. Max Schottelius. Die Mumienköpfe stammen aus der Sammlungstätigkeit von Dr. Friedrich Mook, der u.a. mehrere große Reisen nach Afrika durchführte; die Fundortangaben gelten laut Schottelius als "zuverlässig". Drei der im Katalog aufgezählten Köpfe fehlen seit unbekannter Zeit - im Katalog als "Nr. 2 Araberin", "Nr. 6 Zwerg" und "Nr. 8 Neger" bezeichnet. Zwei Arbeiten haben sich mit den Mumienschädeln und -köpfen beschäftigt und verschiedene Fragestellungen mit Hilfe von nicht-invasiven Methoden erforscht: B. Mlodoch (1979) und J. Harbort (2003). Eine dritte Arbeit (D. Bargheer 2011) beschäftigte sich mit Ausstellungskonzepten zu menschlichen Schädeln.

2001 wurde im Zuge einer Dachsanierung die "Knochensammlung" in Kisten ausgelagert, und dabei erstmals im Computer tabellarisch erfasst. Bei dieser Auslagerung konnten auch einige seit ca. 1878-82 vertauschte Exponate wieder zusammengefügt werden (z.B. eine laut damaligem Katalog "fehlende" Kalotte wieder eindeutig einem Schädel zugeordnet werden).

Eine Besonderheit der Marburger Zoologischen Sammlung ist das Skelett des Indischen Elefantenbullen "Jack", der 1863 mit einem Wanderzirkus in Kirchhain gastierte und dort am 13. Februar wegen "plötzlicher Wildheit" erschossen wurde.

Zum Katalog der Zoologischen Sammlung geht es derzeit noch hier, (Umzug in das Senckenberger Sammlungsdatenbank-System SeSam ist seit Juli 2012 im Gange).

Sie können aber auch eine virtuelle Besichtigung  ausgewählter Bereiche der Sammlung vornehmen.

(Alle Seiten sind im Aufbau befindlich. Letzter Bearbeitungsstand: 29.6.2015)

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert: 29.06.2015 · Heike Worth

 
 
 
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