Mazedonien

Durch die besondere geographische Lage haben sich in Südosteuropa Reliktstandorte erhalten, die während der Eiszeiten Rückzugsgebiete europäischer Pflanzen, Tiere und Pilze waren. Dort ist auch das endemische Vorkommen der 5-nadeligen Molika-Kiefer Pinus peuce Griseb. Das Vorkommen von Pinus peuce ist auf der Balkanhalbinsel auf zwei disjunkte Areale beschränkt. Der Alocus classicus von Pinus peuce ist im Pelister-National Park in Süd-Mazedonien an der Grenze zu Griechenland zwischen dem Prespa-See und der Stadt Bitola. Zum Vergleich wurden Untersuchungen auch in Wirtschaftswäldern mit Waldkiefer Pinus sylvestris und Lärche (Larix decidua) am Fuß des Pelister Mt. durchgeführt.
Trotz schwieriger Randbedingungen (politische Situation, Infrastruktur, sehr kurze Zeit der Fruktifikation der Pilze in der Region) konnten im Untersuchungszeitraum bei etwa 950 Aufsammlungen insgesamt 618 Pilzarten nachgewiesen werden, 52 sind davon erstmals neu für Mazedonien. Alle Aufsammlungen wurden in der MACFUNGI-Database eingetragen Von den 194 gefunden Mykorrhiza-Arten konnten einige als besonders häufig und charakteristisch eingestuft werden.

- Arten, die spezifisch mit 5-nadeligen Arten der Gattung Pinus vergesellschaftet sind
- Arten, die spezifisch mit Arten der Gattung Pinus vergesellschaftet sind.
- Arten, die unspezifisch nur mit Arten der Pinaceae vergesellschaftet sind.
- Arten ohne spezifische Bindung an Laub- oder Nadelbäume
Die Exsikkate der mazedonischen Aufsammlungen werden in den beiden international zugänglichen Universitätsherbarien (Skopje, Marburg), in denen die beiden Projektleiter auch die Leiter der jeweiligen Institution sind, unter dem Namen "FUNGI MACEDONICI" im Herbarium Marburgense (intern. Abk.: MB) und in der National Mycological Fungi Collection, Institute of Biology Universität Skopje aufbewahrt. Eine weiteres wichtiges Ergebnis des Projektes ist die Installation und Ausbau eines modernen mykologischen Labors am Biology Institute of the Faculty of Natural Science and Mathematics in Skopje, das heute ein Kompetenzzentrum der Region geworden ist.

