Kameo vom Schrein der Heiligen Elisabeth
2007 hatte das Original des Kameo vom Schrein der Hl. Elisabeth ein Gastspiel im Mineralogischen Museum. Neben dem Original war im Rahmen der Sonderausstellung "Juwelen für eine Heilige der Armen. Gemmen vom Schrein der Hl. Elisabeth in Marburg" auch die extra angefertigte Nachbildung des Edelsteinreliefs zu sehen. Der Kameo ist das prominenteste Stück, das im Lauf der Geschichte vom Elisabethschrein entwendet wurde. Lange Zeit war das Aussehen des Kameo nur durch eine Beschreibung von Carl Justi aus dem Jahr 1824 bekannt. 1830 wurde er ohne Angabe eines Herkunftsortes vom Cabinet des médailles in Paris erworben. Die Nachbildung ist nach Ablauf der Sonderausstellung in den Bestand der Dauerausstellung des Marburger Museums übergegangen.
Originalgetreue Nachbildung
Foto: Hartmut Meyer
Für die Nachbildung des Kameos war es zunächst schwierig, den passenden Lagenachat zu finden, da die alte Fundstelle des verwendeten Rohsteins nicht genau bekannt ist. So mussten die Dicke des Steins, die Dicke der einzelnen Lagen sowie die Farben der einzelnen Lagen weitestgehend mit dem Original übereinstimmen. Die Kopie wurde nach Fotoaufnahmen und einem Gipsabdruck in Kirschweiler angefertigt.
Raub des Elisabethschreins
Jerôme, König von Westphalen und Bruder Napoleons, hatte den Elisabethschrein 1810 an seinen Hof in Kassel bringen lassen. Kurz vor dem Abtransport nahm Johann Christoph Ullmann, Marburger Professor für Mineralogie, Siegellackabdrücke der Gemmenreliefs. In der Eile entgingen Ullmann einige Gemmen. Als der Schrein nach Ende der napoleonischen Zeit an seinen Platz in der Elisabethkirche zurückkehrte, fehlten die meisten Edelsteine – unter ihnen die größte und wertvollste Gemme, ein Kameo, der über dem Kopf der Muttergottesfigur angebracht und von Ullmann nicht abgeformt worden war.
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