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07.02.2012

Ein LOEWEn-Anteil für die Forschung: 4,4 Millionen Euro für zwei Schwerpunkte

Rund 4,4 Millionen Euro für zwei LOEWE-Schwerpunkte an der Philipps-Universität Marburg: Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann übergab heute die Bescheide über drei Millionen Euro, die der geisteswissenschaftliche LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung Linguistischer Basiskategorien“ von 2012 bis 2014 erhält, und über 1,4 Millionen Euro für 2012 für den medizinischen LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung“. Dieser ist seit 2008 bereits mit zirka 4,5 Millionen Euro unterstützt worden. „Beide LOEWE-Projekte tragen mit ihrem hervorragenden Know-how ganz wesentlich zur weiteren Profil- und Strukturbildung der Universität Marburg in den ausgewiesenen und international anerkannten Schwerpunktbereichen der Sprachwissenschaft sowie der Tumor- und Immunbiologie bei“, hob die Ministerin hervor. Bisher gingen insgesamt rund 34 Millionen Euro aus dem Forschungsförderungsprogramm des Landes an Projekte der Philipps-Universität.

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Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann überreichte die Förderbescheide an Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Frank Bremmer und die beiden LOEWE-Schwerpunkt-Koordinatoren Prof. Dr. Richard Wiese und Prof. Dr. Rolf Müller (v.l.n.r.; Foto: Pressestelle der Philipps-Universität / Markus Farnung).
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Wissenschaftstalkrunde mit Prof. Dr. Christina Kauschke, Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt, Prof. Dr. Ina Bornkessel-Schlesewsky vom LOEWE-Schwerpunkt "Fundierung linguistischer Basiskategorien" (Foto: Pressestelle der Philipps-Universität / Markus Farnung).
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Prof. Dr. Rolf Müller erläutert in seinem Eingangsstatement die Forschungsthemen des LOEWE-Schwerpunkts "Tumor und Entzündung" (Foto: Pressestelle der Philipps-Universität / Markus Farnung).
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Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Frank Bremmer im Publikum (Foto: Pressestelle der Philipps-Universität / Markus Farnung).
„Die beiden LOEWE-Schwerpunkte repräsentieren die Bandbreite der Forschung an der Philipps-Universität, und zwar gleichermaßen unsere geisteswissenschaftlichen Wurzeln wie aktuelle Fragen in den Lebenswissenschaften“, sagte der Vizepräsident für Forschung, Nachwuchs und Wissenstransfer, Prof. Dr. Frank Bremmer. Die eingeworbenen Mittel eröffneten neue Möglichkeiten der wissenschaftlichen Kooperation.

In dem neuen LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“ arbeiten unterschiedliche geisteswissenschaftliche Disziplinen zusammen, um sprachtheoretische Phänomene zu untersuchen. So sind etwa Wissenschaftler aus der linguistischen Forschung, der Regionalsprachenforschung und der sprachgeschichtlichen Forschung beteiligt. Zu erwarten sind unter anderem Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie für Menschen mit Sprachstörungen.

Der Schwerpunkt ist eingebettet in das Marburger Forschungsprogramm „Theorie und Empirie der Sprachdynamik und Sprachkognition“. Auf dieser Grundlage hatte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz – dieses Gremium behandelt alle Bund und Länder gemeinsam berührenden Fragen der Forschungsförderung, der wissenschafts- und forschungspolitischen Strategien und des Wissenschaftssystems – 2010 einen Neubau für das „Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas“ auf dem Campus Firmanei genehmigt. Die Gesamtkosten dieses Neubaus von über sieben Millionen Euro tragen Bund und Land je zur Hälfte. Baubeginn soll 2013 sein. Die Planungen sehen vor, dass auch der LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung Linguistischer Basiskategorien“ Ende 2014 dort untergebracht werden soll. „Die richtigen Weichen sind also gestellt, um mit Hilfe von LOEWE dem hohen wissenschaftlichen Rang der Marburger Sprachwissenschaft national und international noch zusätzliches Gewicht zu verleihen“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann.

Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt, einer der beiden Koordinatoren des Schwerpunkts, hob dessen Bedeutung für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hervor: „Der einmalige Verbund verschiedener linguistischer Teildisziplinen bietet 20 Nachwuchsforschern die Chance, sich drei Jahre ganz auf ihre Forschung zu konzentrieren und in einem einmaligen Netzwerk aus verschiedenen Disziplinen die Perspektiven anderer Herangehensweisen unmittelbar in ihre Arbeit und Ausbildung zu integrieren.“

Zu den ausgewiesenen Schwerpunkten der Universität zählen auch die Fachgebiete Tumor- und Entzündungsforschung. Der seit 2008 laufende LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung“ untersucht Entzündungsvorgänge im Kontext von Tumoren, um ihre wechselseitige Beeinflussung besser zu verstehen und daraus neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten zu entwickeln. Der Koordinator Prof. Dr. Rolf Müller sagte: „Das zentrale Ziel des LOEWE-Schwerpunkts ist es, zwei angrenzende Forschungsgebiete zusammenzuführen, weil die Entzündungsforschung in ganz besonderem Maß die Tumorbiologie beeinflusst und somit ein Gesamtverständnis von Tumor- und Entzündungsbiologie geradezu eine Voraussetzung für neue, therapeutische Interventionen darstellt.“

Zu den Erfolgen dieses LOEWE-Schwerpunkts rechnete Kühne-Hörmann auch das in Bau befindliche neue Forschungsgebäude für das Marburger Zentrum für Tumor- und Immunbiologie auf den Lahnbergen. Die Kosten von insgesamt 49 Millionen Euro tragen der Bund und das Land Hessen jeweils zur Hälfte. Die Universität Marburg unterstütze die positive Entwicklung des Schwerpunkt unter anderem durch gezielte Berufungen und die Verstetigung von mehreren zunächst aus LOEWE-Mitteln finanzierten Mitarbeiterstellen.

Die Universität Marburg hat in der wettbewerblich organisierten Landesexzellenzinitiative LOEWE die Federführung nicht nur bei den beiden genannten Schwerpunkten, sondern auch bei dem LOEWE-Zentrum „Synthetische Mikrobiologie“. Darüber hinaus ist sie als Partnerin bei weiteren fünf LOEWE-Projekten beteiligt. Insgesamt wurden ihr bisher LOEWE-Mittel von rund 34 Millionen Euro bewilligt.

Ministerin Kühne-Hörmann verwies auch darauf, dass im Rahmen des in dieser Legislaturperiode mit insgesamt 410 Millionen Euro ausgestatteten LOEWE-Programms neben grundlagenorientierter Forschung auch anwendungsbezogene Forschung gefördert wird. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf seien bisher drei Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Biotechnologie, Medizintechnik und Nanotechnologie bewilligt worden. Diese Verbundprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen aus Marburg und Amöneburg würden gemeinsam mit der Universität Marburg, der Technischen Universität Darmstadt und weiteren Partnern verfolgt.

So hat etwa die Actiol GmbH aus Amöneburg mit der Philipps-Universität neue Materialien für künstliche Augenlinsen für Patienten mit Grauem Star entwickelt. Sie ermöglichen, die Sehschärfe nach der Implantation der Linse zu korrigieren und eine spätere Eintrübung zu vermeiden. Die Zertifizierung des Herstellungsprozesses mit den für Medizinprodukte geltenden minimalen Toleranzen erfolgte Anfang 2011. Die Markteinführung läuft, neue Mitarbeiter wurden eingestellt.
(Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

Weitere Informationen:

LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“:
http://www.uni-marburg.de/fb09/lingbas
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt
Deutscher Sprachatlas
Tel.: 06421 / 28 24 526
E-Mail: schmidtj@staff.uni-marburg.de

LOEWE-Schwerpunkt „Tumor und Entzündung“:
http://www.imt.uni-marburg.de/loewe/
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rolf Müller
Institut für Molekularbiologie und Tumorforschung
Tel.: 06421 / 28 66 236
E-Mail: rmueller@imt.uni-marburg.de

Zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 · Natascha Krämer (HMWK)

 
 
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