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Dermatohistopathologie: Stellvertretende Leitung: PD Dr. med. H. Mittag |
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Dermatohistopathologische Untersuchungen sind von
besonderer Bedeutung in der Dermatologie, da sie in vielen Fällen
wegweisend für die Diagnosestellung sind. Neben der
Differentialdiagnose entzündlicher Hauterkrankungen ist die
Dermatohistopathologie entscheidend für die Diagnosesicherung bei
Hauttumoren und zur Beurteilung der Ränder der Operationspräparate auf
Tumorfreiheit.
Vorreiter der Dermatohistopathologie waren Dermatologen wie Gustav Simon (1848) und Paul Gerson Unna. Letzterer hat bereits 1894 ein umfangreiches Buch über die Histopathologie der Hautkrankheiten veröffentlicht. Feingewebliche Untersuchungen haben folglich eine lange Tradition in der Dermatologie und die Verknüpfung von klinisch-dermatologischer und feingeweblicher Untersuchung der Haut hat sich über die Jahrhunderte bewährt. Auf diese Weise können zusätzliche, sich ergänzende Informationen gewonnen werden und manche Erscheinungsbilder der Hautkrankheiten lassen sich besser erklären und verstehen.
In der Marburger Universitäts-Hautklinik erfolgen dermatohistopathologische Untersuchungen bereits seit fast 50 Jahren. Anfang der 1960iger Jahre führte der damalige Direktor Prof. Dr. Otto Braun-Falco diese Methodik zusammen mit Prof. Dr. Mladen Rupec ein. Mit Beginn der 1980iger Jahre entstand an der Klinik eine eigen-ständige Abteilung für Dermatohistopathologie und Elektronenmikroskopie der Haut unter der Leitung von Prof. Rupec. Seit 1984 war in dieser Abteilung Frau Dr. Mittag als Weiterbildungsassistentin tätig, welche Ende 1986 zur stellvertretenden Leiterin der damaligen Abteilung ernannt. Nach der Pensionierung des Abteilungsleiters wurden die dermatohistopathologischen und immunhistologischen Untersuchungen in der Klinik kontinulierlich weitergeführt.
Es werden routinemäßig
Hämatoxylin-Eosin-gefärbte Schnitte von den Hautproben angefertigt und,
wenn erforderlich, werden Serienschnitte, histochemische
Sonder-färbungen und immunhistologische Färbungen angefertigt.
Die Präparate werden mit modernen Mikroskopen bei verschiedenen
Vergrößerungen gesichtet. Es besteht die Möglichkeit, die Befunde durch
eine Diskussionsbrücke oder digitale Übertragung mit Kollegen
gemeinsam anzusehen und zu besprechen.
Pro Jahr werden etwa 7000 Präparate
gesichtet, befundet und archiviert. Bei ca. 800 - 1000 dieser Präparate
ist eine aufwendige Randbeurteilung mit zahlreichen Anschnitten
erforderlich.
Die dermatohistologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte nehmen regelmäßig
an den angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen und an der
Qualitätssicherung der ADH teil.


