28.05.2009
5 Jahre Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Bad Nauheim
Am 04.06.2009 feiert die Bad Nauheimer Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des UKGM in Marburg ihr fünfjähriges Bestehen.
Mit Beginn des Jahres 1995 übernahm die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Philipps-Universität Marburg neben der Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Störungen der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf zusätzlich auch die kinder- und jugendpsychiatrische voll- und teilstationäre Versorgung des Landkreises Gießen und des Wetteraukreises. Die Zuordnung eines kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsgebietes zu einer Klinik bedeutet, dass diese Klinik verpflichtet ist, grundsätzlich alle Patienten aus diesem Gebiet aufzunehmen, wenn sie der Krankenhausbehandlung bedürfen.
Zur Verbesserung der ambulanten
Versorgungssituation wurde am 1. Juni 2004 eine Institutsambulanz in
Bad Nauheim in der Lindenstraße 11 gegründet. Damit wurde der Tatsache
Rechnung getragen, dass viele Patienten aus dem Wetteraukreis von der
Institutsambulanz in Marburg betreut wurden, was aber mit einem nicht
unerheblichen Fahrtaufwand verbunden war. Mit der Einrichtung der
Institutsambulanz in Bad Nauheim wird ein spezifischer
Versorgungsauftrag erfüllt, nämlich speziell für psychisch erkrankte
Kinder und Jugendliche, die wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer
Erkrankung eines besonderen Versorgungsangebots bedürfen. Die
Institutsambulanz soll auch dazu beitragen, Krankenhausaufnahmen zu
vermeiden oder stationäre Behandlungszeiten zu verkürzen und
Behandlungsabläufe zu optimieren, um dadurch die soziale Integration
psychisch erkrankter Kinder und Jugendlichen zu fördern.
Personell ist die Institutsambulanz ausgestattet mit einem Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, einer Diplom-Psychologin, einer Sozialpädagogin und einer Arzthelferin. Nach nunmehr fünfjähriger Arbeit ist die Institutsambulanz fester Bestandteil der Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher im Wetteraukreis in enger Kooperation mit niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, den Jugendämtern, Mitarbeitern der regionalen Jugendhilfeeinrichtungen, den schulpsychologischen Diensten, Erziehungsberatungsstellen und weiteren Partnern.
Im Jahr 2007 wurden aus dem Altkreis Büdingen 120, aus dem Altkreis Friedberg 301, also insgesamt 421 ambulante Patienten versorgt. Dabei gibt es zwei Altersschwerpunkte: Im Grundschulalter dominieren die Diagnosen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), Störungen des Sozialverhaltens sowie die emotionalen Störungen des Kindesalters. Im Jugendalter kommen weitere Störungen hinzu, wie z.B. Essstörungen, depressive Episoden, beginnende Psychosen sowie behandlungsbedürftige Symptome wie selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität. Ein besonderes Problem ist der so genannte Schulabsentismus, d.h. das Fernbleiben von der Schule aus unterschiedlichen Gründen.
Die Institutsambulanz Bad Nauheim kooperiert mit dem Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, das an die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ‑psychotherapie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, Standort Marburg, angegliedert ist. Das Institut beteiligt sich mit seinen Therapeuten an der psychotherapeutischen Versorgung. Es werden ständig etwa 40 Patienten psychotherapeutisch längerfristig behandelt. Für Kinder mit introversiven Störungen (Angst, Depression, somatoforme Störungen) existiert ein gruppentherapeutisches Angebot mit kognitiver Verhaltenstherapie. Eine Elterngruppe für Eltern von Kindern mit ADHS rundet das breite Angebot ab.
Aus Anlass der 5-Jahresfeier haben die Volksbank Mittelhessen und die Sparkasse Oberhessen der Bad Nauheimer Institutsambulanz freundliche Spenden zukommen lassen, die für die Anschaffung von Spielen und Büchern für die Institutsambulanz verwandt werden.
Eine weitere Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher für den Wetteraukreis ist die vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) geplante Errichtung einer kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik. Die politisch Verantwortlichen des Landkreises, Herr Landrat Arnold und der Erste Beigeordnete Herr Veith, haben ihre Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie zugesagt.




