Häufige Fragen zum Thema Lebensqualität
1.) Was ist Lebensqualität?
Der Begriff "Lebensqualität" ist sehr vielschichtig und unterschiedlich, weil jeder Mensch eine ganz eigene Vorstellung davon hat, was Lebensqualität für ihn persönlich ausmacht. Während zum Beispiel der eine sehr gerne angelt, kann sich ein anderer nur schwerlich vorstellen, wie man bei einer solch langweiligen Beschäftigung Entspannung finden kann. Auch gehen die Vorstellungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen oft sehr weit auseinander, wenn es darum geht, Lebensqualität zu definieren. Festzustellen ist, dass die eigene Lebensqualität offensichtlich abhängig ist von der individuellen Bewertung der Ereignisse und Situationen des täglichen Lebens sowie der einer Person innewohnenden Fähigkeit, mit diesen Ereignissen bzw. Situationen umzugehen (Coping).
Es ist deshalb äußerst schwierig, ein derart individuumsbezogenes Konzept wie Lebensqualität zu erfassen. Die Arbeitsgruppe Lebensqualität hat aus diesem Grunde beschlossen, Lebensqualität anhand von drei Merkmalen zu beschreiben:
- die Rahmenbedingungen, also das Umfeld der Person mit Familie, Arbeit und Freunde und die Situation der Person, z.B.: mit einer Erkrankung, Behinderung, etc.
- die Handlungsfähigkeit einer Person, z.B.: Abhängigkeit von Pflegepersonal, sich selbst helfen können, etc.
- die Lebenszufriedenheit und das Wohlbefinden einer Person
2.) Wie kann man etwas über die Lebensqualität eines Menschen erfahren?
Um die Lebensqualität eines Menschen erfahrbar bzw. messbar zu machen, ist es wenig ratsam, seine Vorstellungen über Lebensqualität aufzuschreiben. Wie oben dargestellt, wären die Antworten zu heterogen und zu wenig zwischen den Menschen vergleichbar. Bei der Erfassung eines so vielseitigen Begriffs wie der Lebensqualität ist es demnach wichtig, nach Dingen zu fragen, die von den meisten gewünscht werden, wie zum Beispiel gute Freunde haben, körperlich und seelisch gesund zu sein usw. Legt man derartige Dimensionen zugrunde, kann die Lebensqualität von Menschen direkt miteinander verglichen werden.
Zu diesem Zweck wurde der ILK- Ratingbogen (Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen) entwickelt. Dieses Instrument erfaßt die 6 zentralen Dimensionen, die von Kindern und Jugendlichen bevorzugt zur Bewertung der eigenen Situation herangezogen wurden, und zwar Familie, Gesundheit, Schule, Freunde, die eigene Laune/ Nerven und das Alleinsein. Überdies wird eine Gesamteinschätzung der Lebensqualität über alle erfragten Bereiche erfaßt.
3.) Warum braucht man Forschung zur Lebensqualität? Was ist der Zweck und Nutzen der Forschung?
Forschung ist generell notwendig, um Erkenntnisse zu sammeln und danach handeln zu können. Der Nutzen einer Forschung zum Thema Lebensqualität ist, eine bessere Idee davon zu bekommen, wie die Menschen und vor allem die Kinder sich fühlen und ihre Situation bewerten. Zu diesem Zweck wird gerade in ganz Deutschland eine Untersuchung an Schulen mit Hilfe des ILK durchgeführt. Denn erst wenn wir wissen, wie die Kinder und Jugendlichen sich fühlen, können wir eingreifen und helfen. Dies gilt sowohl für die Eltern als auch für die Lehrer und das Bildungssystem. Maßnahmen zur Verbesserung der Zustände lassen sich nur dann sinnvoll umsetzen, wenn die Probleme bekannt sind.
4.) Auf was muß die Forschung achten? Welche Auflagen gibt es vom Staat?
Eine Untersuchung mit einem Fragebogen, wie dem ILK, die in der gesamten Bundesrepublik durchgeführt wird, muss mehrere Punkte berücksichtigen:
- Anonymität - Es dürfen keine persönlichen Daten, wie Name, Adresse, etc. erhoben werden. So kann man keine Daten zurückverfolgen und die Teilnahme ist anonym.
- Genehmigung - Alle Untersuchungen an Schulen und Universitäten sind zunächst vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes und dann von den betroffenen Schulen genehmigt worden.
- Datenschutz - Die von den Schülern ausgefüllten Fragebogen werden von uns sicher und vor Zugriffen geschützt, aufbewahrt. Ein ungewolltes Veröffentlichen der Daten ist somit ausgeschlossen.
- Übertragbarkeit - Die Untersuchung findet im gesamten Bundesgebiet statt. Aus allen Schultypen und Jahrgangsstufen verschiedenen Städten aus repräsentativ ausgewählten Bundesländern werden Daten erhoben, damit Aussagen über alle Kinder und Jugendliche getroffen werden können.
5.) Was sind die Ziele der Forschung?
Wir möchten einen Eindruck davon gewinnen, wie es Kindern und
Jugendlichen in Deutschland geht, welche Probleme sie haben, was für
Sorgen sie sich machen, etc.
So können Handlungsmöglichkeiten bzw. Strategien entwickelt werden,
diese Probleme zu lösen und die kindlichen Sorgen zu vermindern. Diese
Strategien bzw. Erkenntnisse wiederum können nutzbringend in der
Therapie von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen eingesetzt
werden.
6.) Welche Bedeutung hat die Lebensqualität bei seelisch kranken Kindern?
Die Lebensqualität beginnt in der Therapie von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen an Bedeutung zu gewinnen. Als Kriterium der Güte einer therapeutischen Maßname ist das Konzept der Lebensqualität aus der modernen Psychotherapie nicht mehr wegzudenken. Vergleicht man das aktuelle Befinden eines Kindes bzw. Jugendlichen vor und nach einer Therapie, so scheint eine Intervention nur dann gelungen, wenn sie in der Lage war, die Lebensqualität des Kindes entscheidend zu verbessern.



