Bewegung und Gesundheitsbildung
Wie ist Gesundheitsbildung im Zusammenhang mit Bewegen zu denken?
Da die Auseinandersetzung mit den Erfordernissen der Welt - Gesundheit soll als das Ergebnis eines solchen Prozesses verstanden werden - sicher nicht allein im Bewegen zur Aufgabe wird, ist zu fragen, welchen spezifischen Beitrag (sportliches) Bewegen dazu leisten kann. Hier stellt sich die Frage nach den Gegenständen Sport und Bewegung. Womit haben wir es zu tun? Röthig und Prohl beantworten diese Frage nachdem sie die Gesundheitsidee in der Bildungsidee haben aufgehen lassen – sie ziehen es vor eine Bildungstheorie zu entwickeln statt am Gesundheitsbegriff zu bleiben – indem sie auf Grupe verweisen. Es sei das Lernen, Üben und Trainieren sportlicher Fertigkeiten, die einen gewissen Widerstand und regelhafte Einschränkungen böten: „Bildungstheoretisch gesprochen fungieren die kulturellen Objektivationen des Sports in Form von Bewegungsmustern, regelhaften Einschränkungen und ähnlich tradierten Rahmenbedingungen als das ‚Allgemeine‘, welches das formelle Wesen des Bildungsprozesses ausmacht“ (Grupe, 1992, 181). Die freie Zumutung des Allgemeinen, geht auf Gadamers Umschreibung für Bildung zurück. Demnach verlange Bildung die Aufopferung der individuellen und aktuellen Bedürfnisse, was auf den Sport als zweckfreiem Tun zuträfe. Doch vielleicht ist diese Parallelität zu offensichtlich als das sie unhinterfragt trägt. Hier werden nämlich die kulturellen Objektivationen, die tradierten Sportarten zu etwas Statischem, unveränderbar Gegebenem erhoben und dienen dann als das „Allgemeine“, an dessen Widerstand sich Bildung vollziehen kann. Für Beckers hingegen geht es um das Suchen und das Geben des Sinns des (Bewegungs-)Handelns. Damit geht es auch um die (Re-)Konstruktion der gesellschaftlich vorfindbaren Bewegungsaktivitäten und Sportarten und deren Fortentwicklung. Bewegungskultur ist damit nicht statisch, jedoch immer ein Ausdruck des selbstreferentiellen, ästhetischen Bewegungshandelns.
Auf dieser Basis werden in den Projekten dieses Forschungsschwerpunktes die Grundlagen de möglicher Beziehungen von Gesundheit, Bildung und Bewegung sowie Ansätze für Bewegung und Gesundheitsbildung in der Schule und anderen Praxisfeldern entwickelt.
Drittmittelprojekte
Bewegungsaktive Gesundheitsförderung an Berufsbildenden Schulen (BeGaBS) (Dr. Mike Pott-Klindworth)
Promotionsvorhaben
Lebensstil und Gesundheitsförderung in der Schule (Christina Ralf)
Abgeschlossene Promotionen
Gesundheitsförderung durch Bewegung (Christoph Heim)
Soziale Unterstützung in ambulanten Herzgruppen (Mike Pott-Klindworth)

