Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (GSW-Graduiertenzentrum)
 
  Startseite  
 
DAAD und Dr. Wolfbauer-Stiftung








International Summer School 2008

Philipps-Universität Marburg

Gefördert durch den DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes



14.-27. Juni 2008


Menschen-Bilder


Da Vinci Embryos_detail


Leonardo Da Vinci, Studies of Embryos (detail)
 c.1510-13, Pen over Red Chalk
12 x 8" (30.5 x 20 cm)
Royal Library, Windsor Castle


Vom 14. bis 27 Juni 2008 findet in Marburg die zweite International Summer School des Promotionskollegs für Geistes- und Sozialwissenschaften statt. In Kooperation mit dem Projekt Menschenbilder des Fachbereichs Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg sollen internationale Promovendinnen und Promovenden vor dem Hintergrund ihrer verschiedenen Dissertationsprojekte die Gelegenheit erhalten, mit ausgewiesenen Experten über den Stand der aktuellen Forschung zu debattieren und die eigenen Projekte vorzustellen. Die Summer School wird vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.


1. Kunstgeschichtliches Seminar: Mensch und Bild, (PD Dr. Joseph Imorde)

2. Philosophisches Seminar: Menschenbild und Wissenschaft, (PD Dr. Gerald Hartung)

3. Theologisches Seminar: Menschenbild, Gottesbild und die Rolle der Imagination, (Prof. Dr. Garrett Green)

4. Medizinisches Seminar: Menschenbild und medizinische Bildgebungsverfahren, (Prof. Dr. Stephan Schmidt)


Die Bedeutung von Bildern für lebensweltliche Orientierung, Kommunikation und das Selbstverständnis des Menschen ist in den letzten zwei Jahrzehnten in zunehmendem Maße erkannt und thematisiert worden. Der sogenannte „iconic turn“ (Gottfried Boehm) wird dabei aus Sicht unterschiedlicher Wissenschaften wie der Kunstgeschichte, den Medienwissenschaften, der Kommunikationswissenschaft, Philosophie, Psychologie, Semiotik, Informatik, Ethnologie u.a.m. untersucht und beschrieben. Doch auch innerhalb dieser Disziplinen konkurrieren noch einmal verschiedene methodische Ansätze miteinander, sodass man von den Bildwissenschaften im Plural sprechen muss. Bilder strukturieren bereits Wahrnehmung und Erkennen, so dass auch die Wahrnehmung unserer selbst durch visuelle Bilder geprägt ist. Auf dieser Grundlage hat Hans Belting beispielsweise das Konzept einer (kritisch diskutierten) „Bild-Anthropologie“  entwickelt, die den elementaren Sinn des Bildes für das Menschsein zu bestimmen versucht. Inzwischen wird eine Brücke geschlagen zwischen jenen im engeren Sinn ikonologischen Bildverständnissen und dem metaphorischen Sinn des Bildes. Bilder in diesem Sinne meinen verdichtete Darstellungen von Handlungsmustern und Handlungserwartungen; darin gründen ihre normative Dimension ebenso wie ihre orientierende Funktion begründet. Es macht die Vorzüglichkeit des Begriffes „Menschenbild“ aus,  dass er in seiner Mehrdeutigkeit die verschiedenen Aspekte des Bildes und Bildgebrauches durchscheinen lässt. Am Ausdruck „Menschenbild“ zeigt sich, dass der Bildbegriff unterschiedliche Dimensionen wie Deskriptivität und Normativität, Darstellung und Wahrnehmung, Individualität und Allgemeinheit miteinander verbindet. Die Vielzahl der unterschiedlichen Aspekte führt dann abermals zu Fragestellungen, die nur durch eine Vielzahl von Perspektiven und Disziplinen bearbeitet werden können; doch müssen diese auch in ein gemeinsames interdisziplinäres Gespräch eingebracht werden, will man den gemeinsamen Forschungsgegenstand nicht aus den Augen verlieren. Dies soll im Rahmen der zweiwöchigen Summer School so geschehen, dass zentrale und grundlegende Fragen in gemeinsamen Veranstaltungen, spezifische Problemstellungen dagegen in eigenen Fachgruppen bearbeitet werden.

Zuletzt aktualisiert: 12.06.2008 · chmura

 
 
 
Marburg University Research Academy

Graduiertenzentrum Geistes- und Sozialwissenschaften, Wilhelm-Röpke-Str. 6 E, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-26141, Fax 06421/28-26099, E-Mail: gsw-promotionskolleg@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/gsw-graduiertenzentrum/summerschool08

Impressum