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15.03.2012

24. April Vortrag: „Im Namen der Weltgesellschaft - Die Globalisierung von Transitional Justice zwischen Institutionalisierung und Entkoppelung“

Am morgigen Mittwoch, den 24. April, wird Dominik Pfeiffer im Rahmen der monatlichen Zentrumssitzung des ICWC zum Thema „Im Namen der Weltgesellschaft - Die Globalisierung von Transitional Justice zwischen Institutionalisierung und Entkoppelung" sprechen.

Gegenwärtig wird in einer Vielzahl weltweiter Bestrebungen zur Ahndung und Ächtung von Makrokriminalität deutlich, dass eine global-hegemoniale „Konzeption“ von Transitional Justice Entkoppelungstendenzen gegenüber lokalen Prozessen der Vergangenheitsbearbeitung aufweist. Globale Normen und Modelle scheinen nur bedingt an die Anforderungen, Bedürfnisse und Prioritäten lokaler Kontexte anbindungsfähig, wodurch es zu potentiell konflikthaften Formen der Exklusion kommt. Kritische Ansätze, welche die Ursache in „liberal-legalistischen“ Policies und technokratischem Akteurshandeln verorten, plädieren vor diesem Hintergrund für eine verstärkte Rekonzeptionalisierung und „Lokalisierung“ von Transitional Justice.

Entgegen diesen Positionen soll im Vortrag die These vertreten werden, dass Phänomene der Entkoppelung auf einer übergeordneten Ebene strukturell mit der Globalisierung von Transitional Justice verbunden sind. Die Etablierung von Transitional Justice kann als ein Prozess der Institutionalisierung des Umgangs mit Makrokriminalität gedacht werden, wobei die Bezugnahme auf Universalismus und Globalität - auf Weltkultur - ein wesentliches Moment war. Die Internalisierung (d.h. die „Durchsetzung“ einer Institution) von Transitional Justice schließlich verankerte die Institution fest in der „World Polity“, einer breiten kulturellen Ordnung, die unter anderem Aspekte von Rationalisierung, Fortschrittsglaube und universalistischen Gerechtigkeitsnormen beinhaltet. Diese Ordnung selbst schließlich konstituiert in hohem Maße Akteure und stattet sie mit Legitimität und Handlungsfähigkeit aus. Transitional Justice ist somit ein „en-actment“ globaler Skipte im Umgang mit Makrokriminalität und in zentraler Hinsicht von lokalen Kontexten und Verhältnissen unabhängig - und dadurch auch tendenziell entkoppelt.

Die Reflexion von Transitional Justice als Institution der Weltkultur macht deutlich, inwiefern Entkoppelungstendenzen wesentlich grundlegender zu verorten sind, als einfache, akteurs- oder „ideologiekritische“ Ansätze annehmen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen soll deutlich gemacht werden, welche Herausforderungen und Möglichkeiten für eine Rekonzeptionalisierung von Transitional Justice bestehen.

 

 

Wann: Mittwoch, den 24. April, 16:°° bis 18.°° Uhr

Wo: Landgrafenhaus (Universitätsstraße 7),Raum: LH 209

Zuletzt aktualisiert: 24.04.2012 · Hoermann Sascha, Fb. 01

 
 
 
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