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Projektgruppentreffen

Die verschiedenen Monitoring-Teams kommen einmal im Monat zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammen. Diese Treffen dienen vornehmlich als Forum hinsichtlich des Austausches und der Lehre. In diesem Rahmen werden beispielsweise prozessuale Fragen anhand der Vorkommnisse im Gerichtssaal diskutiert. Darüber hinaus werden auch regelmäßig Gäste eingeladen, die die Prozessbeobachter an ihren Erfahrungen teilnehmen lassen und spezielle Kenntnisse vermitteln.

Armin Golzem
Rechtsanwalt A. Golzem; Quelle: privat.
Armin Golzem


Als Auftakt zur Auswertungsphase zum von den Marburger Monitors beobachteten „Islamistenprozess“ vor dem OLG Frankfurt war am 12. Februar 2014 einer der Strafverteidiger in diesem Verfahren, Rechtsanwalt Armin Golzem, bei einem der monatlichen Projektgruppentreffen der Monitors zu Gast um den Verlauf des Verfahrens aus seiner Sicht zu schildern und den Monitors Frage und Antwort zu stehen. Hierbei schilderte Herr Golzem, an welchen Stellen das Verfahren problematisch war. Hierbei geht es zum Beispiel um Definitionen aus dem humanitären Völkerrecht, aber auch um Beweisfragen. Unter anderem diese Aspekte werden die Monitors im Rahmen ihrer Auswertung aufgreifen und überprüfen. Mit einer Veröffentlichung der Auswertung ist im zweiten Quartal dieses Jahres zu rechnen. Darüber hinaus gab Herr Golzem den Monitors spannende Einblicke in seine gut vier Jahrzehnte umfassende Erfahrung als Strafverteidiger in teils brisanten und politisch bedeutsamen Strafverfahren: Erinnerungen und Einschätzungen aus der Praxis, die gleichsam tour d'horizon durch die jüngere deutsche Geschichte waren.



Projektgruppentreffen am 22.05.2013 mit Dr. Elisa Hoven (ICWC) und Mareike Feiler (Bundespresseamt)
Frau Feiler (Bundespresseamt; vorne links) und Frau Dr. Hoven (ICWC; vorne rechts)
Dr. Elisa Hoven und Mareike Feiler


Am 22.05.2013 stellten Dr. Elisa Hoven und Mareike Feiler ihre qualitative Studie zur Opferbeteiligung an den ECCC den Marburger Monitors vor. Die Monitors, die regelmäßig in den Projektgruppentreffen durch audiovisuelle Übertragung über die Fortschritte des Verfahrens 002/01 unterrichtet werden hatten nun die Möglichkeit ihre Kenntnisse über das hybride Tribunal zu erweitern.



Dr. Ignaz Stegmiller beim Monitoring-Projektgruppentreffen
Dr. Stegmiller berichtet von Case 002 der ECCC
Dr. Ignaz Stegmiller


Beim letzten Projektgruppentreffen wurden weitere Vorbereitungen zur Entsendung eines Marburger Monitors zu den ECCC getroffen. Hierzu war Dr. Stegmiller zu Gast, der auf Grundlage seiner Tätigkeit bei der NGO Cambodian Human Rights Action Comittee (Chrac) über die Entwicklungen in Case 002 der ECCC berichtete. Herr Dr. Stegmiller war bis Ende 2012 als senior legal adviser über die GIZ bei Chrac angestellt und war hierbei thematisch u.a. für die ECCC zuständig.



Professor Dr. Hankel beim Vortrag während des Projektgruppentreffens.
Professor Dr. Hankel beim Vortrag während des Projektgruppentreffens.

Dr. Karsten Krupna

Nachdem auch am 18.10.2011 das Treffen zunächst mit den Berichten über die aktuelle Verfahrensentwicklung in den Strafprozessen gegen Onesphore R. und zum ersten Mal auch in der Sache Arid U. begann, stellte Dr. Krupna das Konzept der sogenannteen "Hate Crimes" vor. Nach einer anschaulichen Einführung in das Thema diskutierten die Teilnehmer über eine mögliche Einordnung der derzeit beobachteten Verfahren als "Hate Crimes". Im Rahmen dessen wurde vor allem das Problem sichtbar, das nicht jedes soziologische Phänomen mit einem (Straf-)Rechtssatz beantwortet werden kann. Darüber hinaus wurde eine strukturelle Ähnlichkeit zwischen "Hate Crimes" und dem Völkermordtatbestand näher betrachtet.

 

Dr. Gerd Hankel

Am 06. Juli 2011 besuchte der Ruanda-Experte Dr. Gerd Hankel die Marburger Prozessbeobachter. Nach einer kurzen Vorstellung des aktuellen Verfahrensstandes durch Teilnehmer des Monitoring-Projekts wurde eine offene Fragerunde mit dem Gutachter aus dem Verfahren gegen O.R. eröffnet. Hierbei

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gab Dr. Hankel unter anderem einen Einblick darüber, wie das Verfahren gegen O.R. in Ruanda wahrgenommen wird und ob eine Einflussnahme durch ruandische Behörden realistisch wäre. Die interessierten Teilnehmer der Veranstaltung ergriffen die Möglichkeit, Dr. Hankel intensiv zu den Gacaca-Gerichten und deren Einfluss auf den Transitional Justice Prozess in Ruanda zu befragen.

 

RA Dr. Joachim Kaetzler



Am 07. Juni 2011 konnten die Teilnehmer des Marburger Monitoring-Projekts den Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Joachim Kaetzler begrüßen. Nachdem Teilnehmer aus dem Monitoring-Projekt zu Beginn über die neusten Entwicklungen im Verfahren gegen O.R. berichteten, gab Herr Dr. Kaetzler eine Einführung in das ruandische Justizsystem. Herr Dr. Kaetzler war in verschiedenen Entwicklungsprojekten,  unter anderem in der Juristenausbildung in Ruanda tätig und konnte insbesondere über die Situation in den Gefängnissen in Ruanda berichten. Abschließend stand Herr Dr. Kaetzler noch für weitere Fragen zu Verfügung.

Prof. Dr. Bernd Röhrle beim PGT im Juli 2013
Herr Professor Röhrle referiert vor den Monitors während seines Workshops zum Thema "Traumatisierung" im Rahmen des Projektgruppentreffens des ICWC-Trial-Monitoring-Programme.

 


Professor Dr. Bernd Röhrle

Als erster Gast besuchte der Marburger Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie Dr. Bernd Röhrle das Projektgruppentreffen. Das Thema seines Vortrags lautete „Mögliche Folgen Sekundärer Traumata bei Journalisten und Juristen“. Im Rahmen dessen, stellte Professor Röhrle das Krankheitsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung vor und erläuterte die Symptome, Anzeichen und Bedeutung. Die sekundäre Traumatisierung von Helfern, Journalisten und Juristen wurde dabei anhand von eigens dazu durchgeführten Untersuchungen in den USA erläutert. Im Juli 2013 war Herr Professor Röhrle erneut Gast im Projektgruppentreffen.

Zuletzt aktualisiert: 16.02.2014 · Hoermann Sascha, Fb. 01

 
 
 
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