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F40 - F49

Neurotische, Belastungs- und somatoforme  Störungen

Diese Krankheitsgruppe wird im Folgenden in verschiedene Untergruppen unterteilt. Wir unterscheiden aufgrund der stark variierenden Krankheitsbilder und ihrer Behandlungen zwischen

  1. Phobien und anderen Angststörungen (F40 + F41),
  2. Zwangsstörungen (F42),
  3. somatoformen Störungen (F45),
  4. Anpassungsstörungen und Belastungsreaktionen (F43)
  5. und einer Restkategorie (F44, F48).


1. Allgemeine Kriterien der Erkrankung

Die Störungen, die unter dieser Kategorie zusammengefasst werden, bilden eine sehr heterogene Gruppe. Gemeinsamkeiten lassen sich dadurch definieren, dass jede Störung mit einem unangenehmen Gefühl, einer Sorge oder mit quälenden Gedanken verbunden ist.

Genauere Informationen zu den einzelnen Störungen finden Sie auf den Seiten des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information.


2. Therapiebezogene diagnostische Instrumente

Breitbandverfahren:

  • Child Behavior Check List (CBCL) von Achenbach (1993),
  • Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen (ILK) von Mattejat und Remschmidt (2003),
  • Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (FBB) von Mattejat und Remschmidt (1998),
  • Basisdokumentation Kinder- und Jugendpsychiatrie (BADO) von Englert et al. (1998),
  • Basisdokumentation der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Marburg und Gießen, Standort Marburg (doku-2003).


Störungsspezifische Verfahren:

a.  Phobien und Angststörungen

  • Das Sozialphobie- und Angstinventar für Kinder (SPAIK) von Melfsen, Florin und Warnke (2001),
  • Phobiefragebogen für Kinder und Jugendliche (PHOKI), von Döpfner et al. (2007),
  • Differentielles Leistungsangst Inventar (DAI) von Rost und Schermer (1997),
  • Angstfragebogen für Schüler (AFS) von Wieczerkowski et al. (1998),
  • Kinder-Angst-Test (KAT-II) von Thurner und Tewes (2000).


b.  Zwangsstörungen

  • Children´s Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (CY-BOCS) von Goodman et al. (1991; deutsche Übersetzung von Döpfner, 1992/1999),
  • Zwangsfragebogen für Kinder (ZWIK-S) von Goletz und Döpfner (2001) ist sowohl als Kind-/Jugendlichenversion als auch als Elternversion erhältlich,
  • Hamburger Zwangsinventar - Kurzform (HZI-K) von Klepsch et al. (1993).


c.  Somatoforme Störungen

  • Giessener Beschwerdebogen für Kinder und Jugendliche (GBB-KJ) von Brähler & Scheer (1992).


d.  Anpassungsstörungen und Belastungsreaktionen

  • PTSD Symptom Scale (PSS) von Foa, Riggs, Dancu und Rothbaum (1993) (ab 18 Jahre).

e.  Restkategorie

  • Fragebogen zu Dissoziativen Symptomen (FDS), inklusive Kurzform FDS-20, von Freyberger, Spitzer und Stieglitz (2005) (für Erwachsene).

3. Therapiemanuale

a.  Phobien und Angsstörungen

  • Das Training mit sozial unsicheren Kindern von Petermann und Petermann (2003) ist ein aufwändiges Manual mit vielen Materialien. Im Vordergrund stehen Rollenspiele und die soziale Wahrnehmung der Kinder.
  • Das Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK) von Hinsch und Pfingsten (2002) ist ein Verfahren für Jugendliche und Erwachsene, die durch Aufgaben und Rollenspiele in vielen verschiedenen Situationen ihre soziale Kompetenz zu verbessern lernen. Es ist nicht für Kinder geeignet.
  • Das Gruppentraining für ängstliche und sozial unsichere Kinder und ihre Eltern von Landgraf, Maur-Lambert und Öhler (2003). Angenehm und übersichtlich gestaltet.
  • Das gut strukturierte Manual Soziale Phobien von Stangier, Heidenreich und Peitz (2003) ist für den Erwachsenbereich konzipiert, aber sicher auch bei Jugendlichen anwendbar.
  • In der Reihe Fortschritte der Psychotherapie hat Ulrich Stangier darüberhinaus 2006 gemeinsam mit den KollegInnen Clark und Ehlers den Band Soziale Phobie veröffentlicht.
  • Panikstörung und Agoraphobie von Schmidt-Traub (2000) ist ein gut strukturiertes Manual, das für Gruppen- und Einzeltherapie geeignet ist. Es setzt ein gewisses kognitives Niveau voraus, und ist damit eher auf Erwachsene und ältere Jugendliche zugeschnitten als auf Kinder.
  • Das Manual Generalisierte Angststörung von Becker und Margraf (2002) ist ein Verfahren für Jugendliche oder Erwachsene, das viele kognitive Bausteine enthält (z.B. kognitive Umstrukturierung, Gedankenexperimente).
  • Lydia Suhr-Dachs und Manfred Döpfner haben 2005 in der Reihe Therapeutische Praxis das sehr gut und strukturiert aufgebaute Manual Leistungsängste. Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ) herausgebracht. Es enthält einen Anhang mit vielen guten Arbeitsmaterialien.


b.  Zwangsstörungen

  • Das Therapiemanual von Lakatos und Reinecker (1999) Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen legt den Schwerpunkt auf die Veränderung der Kognitionen. Das Manual enthält viele beispielhafte Therapiedialoge.
  • Von Emmelkamp und van Oppen ist in der Reihe Fortschritte der Psychotherapie der Band Zwangsstörungen erschienen..

c.  Somatoforme Störungen

  • Ein sehr bekanntes Buch zum Thema ist Somatisierungsstörung und Hypochondrie, das Winfried Rief und Wolfgang Hiller 1998 in der Reihe Fortschritte der Psychotherapie veröffentlicht haben.
  • Basler und Kröner-Herwig (1995) haben ein für Erwachsene gutes Verfahren speziell für Rückenerkrankte und Patienten mit Kopfschmerzen entwickelt: Psychologische Therapie bei Kopf- und Rückenschmerzen.
  • Das Manual Kopfschmerztherapie mit Kindern und Jugendlichen wurde von Denecke und Kröner-Herwig (2000) entwickelt, um bei einer ähnlichen Symptomatik speziell auf das Alter der Kinder und Jugendlichen eingehen zu können.
  • Stangier (2002) hat mit dem Programm Hautkrankheiten und körperdysmorphe Störungen eine andere Zielgruppe gewählt.
  • Delb, D`Amelio, Archonti und Schonecke (2002) versuchen, mit dem Manual zur Retrainingtherapie Tinnitus erwachsenen Patienten mit einem Tinnitus zu helfen.
  • Von Scheewe und Kollegen gibt es seit 1997 zum Thema Neurodermitis das Neurodermitits-Verhaltenstraining für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern, das sehr verständlich, inhaltsreich und gut konzipiert auftritt.

Innerhalb der Reihe "Fortschritte der Psychotherapie" ist
  • im Jahr 2004 das Manual Kopfschmerzen von Bischoff und Traue
  • und im Jahr 2002 das Manual Tinnitus und Hyperakusis von Goebel  veröffentlicht worden.

d.  Anpassungsstörungen und Belastungsreaktionen

Zu den Belastungs- und Anpassungsstörungen empfehlen wir folgende Literatur:
  • Posttraumatische Belastungsstörung von Ehlers (1999), erschienen in der Reihe Fortschritte der Psychotherapie.
  • Notfallpsychologie und Trauma-Akuttherapie von Geschwend (2004). Dieses Manual enthält Abschnitte für Kinder und Teile für Erwachsene und gibt dem Therapeuten viele konkrete Hilfestellungen an die Hand.
  • Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das Manual Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung von Anne Boos (2005).
  • In der Reihe Fortschritte der Psychotherapie ist zum Thema Anpassungs- und Belastungsreaktionen außerdem das Buch Komplizierte Trauer von Hansjörg Znoj erhältlich.

e.  Restkategorie

Fiedler hat zwei Werke zu dissoziativen Störungen veröffentlicht. Beide sind inhaltlich sehr komplex und anspruchsvoll und verlangen vom Leser eine vertiefte Beschäftigung mit dem Thema.
  • Dissoziative Störungen und Konversion. Trauma und Traumabehandlung (2001)
  • Dissoziative Störungen (2002)

4. Ratgeber für Betroffene und Familienangehörige und Freunde, Bilderbücher und Spiele

Auch hier empfiehlt sich die Reihe "Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie":

H. Reinecker hat in dieser Reihe 2006 den Ratgeber Zwangsstörungen herausgegeben. Er bietet eine fachlich fundierte und mit zahlreichen Fallbeispielen veranschaulichte Beschreibung der verschiedenen Formen von Zwängen und beschreibt einfühlsam Probleme und Chancen der Betroffenen.

Der Ratgeber Rückenschmerz wurde 2004 von Birgit Kröner-Herwig veröffentlicht. Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenschmerzen werden dargestellt, konkrete Übungsbeispiele anschaulich erläutert. Hinweise auf Entspannungstrainings und Adressen, wo weitere Informationen für Patienten zu finden sind, bieten wertvolle Informationen zur Selbsthilfe.

Von Franz Petermann gibt es einen Ratgeber zum Thema Asthma Bronchiale der dem Patienten hilft, einen erfolgreichen Umgang mit der chronischen Krankheit einzuüben.


5. Feedback

Wenn Sie Anmerkungen, Ergänzungen oder Kritik haben, haben Sie hier Gelegenheit dazu.

Zuletzt aktualisiert: 23.07.2008 · Katja John

 
 
 
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