
Transitional Justice after Mass Violence

Structured doctoral program (2009-2012), MARA
Transitional justice refers to attempts to work through massive human rights violations and violence in a way that makes it possible to peacefully transition to a sustainable, peaceful, and democratic society. The concept has been highly relevant in practice since the beginning of the 1990s, and the number of instruments and strategies for working through the past of post-war and dictatorial societies has grown. This transitional justice boom can also be seen in the growth in academic research on the topic. This research has tended to be directed largely on the praxis-focused public, however. Deeper analyses, and especially research focused on the basics concepts of transitional justice, are severely lacking. For this reason, the goal of this doctoral program is to fill the holes in transitional justice research. Research analysis of the transitional justice practices is to be done in various dissertation projects in an interdisciplinary environment with the hope of paving the way for successful future research on the topic.
Conference at the Philipps‐University Marburg, 01.‐03.November
2012
“Regarding the Past – Agency, Power and Representation”
Conference of the PhD-Colloquium "Transitional Justice after mass violence"
At the historic town hall, Markt 1 and at the Center for Near and Middle Eastern Studies, Deutschhausstrasse 12, Marburg
"Processes of dealing with the past have become a field of engagement for international organizations, transnational advocacy networks, political parties, civil societies and last but not least those who have actually been affected by violence and repression. Advocates of the Transitional Justice paradigm predicate an effect on peace-building and reconciliation as much as on democratization and rule of law reform while International Law has been developed to prevent all sorts of mass violence and aggression. Yet, the agendas of different actors and their underlying concepts of justice, peace and reconciliation do not always go hand in hand. Debates on how to remember the violent past and how to deal with its legacy can lead to new conflicts on all levels, be it local, national or international. The question remains in how far Transitional Justice processes are designed to meet the needs of those they claim to be designed for and/or the interests of those they are designed by."
The presentations address the following topics:
· Dynamics of agency, power and representation within the design and conduct of Transitional Justice mechanisms
· An assessment of the assumptions about the impact of Transitional Justice processes
· The nexus between international developments of the Transitional Justice tool-box and realities on the ground
· Heterogeneity and polyphony in claims and concepts concerning justice, truth, reconciliation and memory
· Knowledge generation and data acquisition about post-conflict justice
The program is available here.
See map with the conference venues.
For registration please sent a short e-mail to: transitional-justive@staff.uni-marburg.de
The organizing committee: Annika Henrizi, Sylvia Karl, Eva Ottendörfer, Sarah Sott
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Members
Student Representative:Friederike Mieth, Zentrum für Konfliktforschung, FB 03, Email: mieth@staff.uni-marburg.de Christian Braun, Zentrum für Konfliktforschung, FB 03, Email: braunchr@Staff.Uni-Marburg.DE
Professoral Representative:Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, Zentrum für Konfliktforschung, Fb 03, Email: s.buckley-zistel@staff.uni-marburg.de Prof. Dr. Anika Oettler, Institut für Soziologie und Zentrum für Konfliktforschung, Fb 03, Email: oettler@staff.uni-marburg.de Prof. Dr. Matthias Bös, Institut für Soziologie und Zentrum für Konfliktforschung, Fb 03, Email:mathias.boes@staff.uni-marburg.de |
Marburg Cooperation:
Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Zentrum für Konfliktforschung
Prof. Dr. Ulrich Wagner, Psychologie und Zentrum für Konfliktforschung
Prof. Dr. Noetzel, Institut für Politikwissenschaft und Zentrum für Konfliktforschung
Prof. Dr. Christoph Safferling, Rechtwissenschaften und Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse
Prof. Dr. Eckard Conze, Geschichtswissenschaften und Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse
Doctoral Students with Short Exposès
Daniel Bonnard, Geschichtswissenschaft, Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse (ICWC)Dissertationsvorhaben: Kriegsverbrecherprozesse in der französischen Besatzungszone in Deutschland (1946-1953)
Nach dem Zweiten Weltkrieg urteilten Militärverwaltungsgerichte der französischen Besatzungszone in Deutschland ca. 2000 Personen wegen nationalsozialistischen Völkerrechtsverbrechen ab. Anhand der Narrative der Prozessparteien wird das Verhältnis zwischen der strafrechtlichen Abrechnung mit Makroverbrechen und geschichtspolitischen Diskursen untersucht. Auf der Grundlage noch nicht erforschter Verfahrensakten ergründet das Dissertationsprojekt dabei die konfliktreiche Umsetzung der Nürnberger Prinzipien in der französisch-deutschen Nachkriegszeit.
Christian Braun, Politikwissenschaft, Zentrum für Konfliktforschung
Wie wirkt Transitional Justice auf die Zivilbevölkerung?
Am Beispiel der Bosnisch-Herzegowinischen Stadt Srebrenica werden exemplarisch Transitional Justice und Peacebuilding Mechanismen analysiert. Anhand von Interviews mit der Zivilbevölkerung wird hinterfragt ob diese Mechanismen einen Einfluss auf die Antagonismen zwischen den Bevölkerungen der ehemaligen Konfliktparteien hatten. Die Studie ist Teil des DFG finanzierten Forschungsprojekts: "The Politics of Building Peace"
Sylvia Karl, Kultur- und Sozialanthropologie
Erinnerungen an den Schmutzigen Krieg. Local agency und Vergangenheitspolitik in Mexiko
Sylvia Karl promoviert zu Transitional Justice-Prozessen in Mexiko, insbesondere zur Aufarbeitung von erzwungenem Verschwindenlassen aus der Perspektive der Opfer. Der Fokus liegt dabei auf einer kultur- und sozialanthropologischen Analyse von local agency und sozialen Erinnerungsformationen einerseits und neu entstandenen Konfliktdynamiken durch Transitional Justice-Prozesse andererseits.
Johanna Kirchhoff, Psychologie, AG
Sozialpsychologie
The Composition of Apologies Depending on Offence Severity and Level of Publicity in Germany as well as Bosnia and Hercegovina.
Entschuldigungen sind ein Instrument der Konflikttransformation. Der Erfolg von gegebenen Entschuldigungen scheint wesentlich von deren Komposition abzuhängen. Das empirische Projekt soll zur Erklärung des Konfliktlösungspotentials von Entschuldigungen in Abhängigkeit von deren Struktur, dem Öffentlichkeitsgrad und dem Schweregrad des Vergehens beitragen. Untersucht werden u.a. Entschuldigungen für Kriegsereignisse (1992-1995) in BiH.
Christine Kunst, Rechtswissenschaft, Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse (ICWC)Witness Protection at International and Internationalized Courts - the example of the ECCC (Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia)
Ich schreibe eine Doktorarbeit zum Thema Zeugenschutz an internationalen und internationalisierten Strafgerichtshöfen –am Beispiel der Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC). Dabei untersuche ich die prozessualen und außerprozessualen Schutzmöglichkeiten für Zeugen und Opfer am Tribunal.
Klaas Kunst, Politikwissenschaft
Vergangengheitsbewältigung: Ein Vergleich zwischen Deutschland und Südafrika nach 1989
Ich untersuche da die politischen und gesellschaftlichen Strategien, mit der eigenen belasteten Vergangenheit umzugehen. Durch die ähnlichen Voraussetzungen kann ich auch einige Vergleiche anstellen und beurteilen, inwieweit die Aufarbeitung positiv zu bewerten oder ob sie insbesondere für die Menschen und die Opfer und deren Angehörigen eher als gescheitert zu betrachten ist.
Friederike Mieth, Politikwissenschaft, Zentrum für Konfliktforschung
The Politics of Building Peace: Sierra Leone
Im Rahmen eines vergleichenden Forschungsprojekts wird der Entstehungsprozess und die Durchführung von Peacebuilding Mechanismen, insbesondere Transitional Justice Massnahmen, in Sierra Leone analysiert. Zentral stehen die Fragen (1) ob und wie Peacebuilding Mechanismen von verschiedenen (politischen) Diskursen beeinflusst wurden und (2) wie wiederum die Resonanz dieser Mechanismen in der Bevölkerung war und ist. Um die erste Frage zu beantworten wird eine Diskursanalyse durchgeführt; die Daten für die Beantwortung der zweiten Frage werden vorwiegend durch ethnographische Feld-forschung gesammelt.
Eva Ottendörfer, Politikwissenschaft, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
Recht durch Gerechtigkeit? Der Einfluss von Transitional Justice auf die Etablierung rechtsstaatlicher Normen in Postkonfliktgesellschaften
Die Finanzierung und Durchführung von Transitional Justice-Mechanismen durch die internationale Gemeinschaft ist an bestimmte Ansprüche gekoppelt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass Transitional Justice sowohl Versöhnung und Frieden fördert als auch die Durchsetzung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unterstützt. Anhand einer vergleichenden Studie zwischen Osttimor und Sierra Leone wird untersucht, ob die Durchführung von Transitional Justice-Mechanismen tatsächlich Einfluss auf die Etablierung rechtsstaatlicher Normen hat und wenn ja, unter welchen Bedingungen dies der Fall ist.
Dominik Pfeiffer, Soziologie, Zentrum für Konfliktforschung
World polity und Transitional Justice in Kambodscha
Transitional Justice ist nicht nur ein globales Phänomen im Sinne eines weltweiten Auftretens derselben. Vielmehr verweist es auf ein Ensemble globalisierter Institutionen im Sinne der World Polity Theorie. Es soll gezeigt werden, wie sich dies im Spannungsfeld globaler Normen und lokaler agency bzw. externer und interner Akteure analytisch begreifen lässt. Die Einsichten, die sich aus dem soziologischen Theorieansatz ergeben können, sollen am Beispiel des Transitional Justice Prozesses in Kambodscha verdeutlicht werden.
Christian Pöpken, Geschichtswissenschaft
Der Oberste Gerichtshof für die Britische Zone
Nach der Besetzung Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkriegs ermächtigte die britische Militärregierung deutsche Gerichte in ihrer Zone, die während der NS-Diktatur von Deutschen an Deutschen oder Staatenlosen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verfolgen. Ein Gericht entwickelte vor diesem Hintergrund ein bemerkenswertes Profil: der 1947/48 als höchstes Revisionsgericht von den Briten eingerichtete Oberste Gerichtshof für die Britische Zone (OGH). Ziel der Studie ist es, den originären Beitrag des OGH zur strafrechtlichen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit herauszuarbeiten.
Carla Schraml, SoziologieDas Dilemma der politischen Anerkennung. Zur Ethnisierung von Politik in Ruanda und Burundi.
Die ethnische Interpretation von Politik und politischer Macht birgt ein zu regulierendes Konfliktpotential. Mit diesem Ziel haben sich Ruanda und Burundi für gegensätzliche politische Institutionen entschieden. Anhand qualitativer Interviews erarbeitet das Projekt die ethnische Interpretation von Politik und politischer Macht in beiden Ländern.
Julia Viebach, Politikwissenschaft, Zentrum für Konfliktforschung
Interregnum: Weder Krieg noch Frieden – Peacebuilding in Rwanda 1993 bis heute.
Trotz zahlreicher Strategien zur Friedens-konsolidierung bleibt es fraglich, inwiefern in Rwanda von einem Frieden gesprochen werden kann. Rwanda scheint vielmehr in einem Zwischenstadium verharrt zu sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie dieser "(Friedens-)zustand" erklärt werden kann: Welche Rolle spielen dabei endogene und exogene Faktoren und wie wirken diese zusammen? Im Mittelpunkt der Analyse stehen damit der Aufarbeitungsprozess der Gewaltverbrechen und Maßnahmen der Internationalen Gemeinschaft zur Konflikttransformation.

