Ziele des Graduiertenkolleg
Das Graduiertenkolleg untersucht Ausmaße, Erscheinungsformen, Ursachen und Konsequenzen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richtet sich gegen „fremde“ Gruppen, wie z.B. Zugewanderte oder Menschen jüdischen Glaubens, und gegen „normabweichende“ Gruppen wie Homosexuelle, Behinderte oder Obdachlose. Sie kommt zum Ausdruck in Abwertung, Ausgrenzung und u.U. in gewalttätigem Verhalten gegenüber Mitgliedern dieser Gruppen.
Die Basis für das Graduiertenkolleg bildet
ein seit 2002 laufendes umfangreiches interdisziplinäres
Forschungsprojekt unter Federführung der Universität Bielefeld (Leitung
Wilhelm Heitmeyer; Förderung durch ein Stiftungskonsortium unter
Federführung der Volkswagen-Stiftung; vgl. http://www.uni-bielefeld.de/ikg/gmf/einfuehrung.html)
mit Beteiligung der Universitäten Gießen (Peter Schmidt), Göttingen
(Steffen Kühnel) und Marburg (Ulrich Wagner). Im Rahmen dieses
Projektes werden über die Dauer von 10 Jahren in jährlichen Abständen
repräsentative Bevölkerungsumfragen (z.T. als echter Längsschnitt) zu
Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durchgeführt. Die Ergebnisse von
sechs Befragungswellen (je N = 2.700) liegen vor. Die Ergebnisse sind
u.a. in gemeinsamen Publikationen veröffentlicht (W. Heitmeyer, Hrsg.,
2002-2007: Deutsche Zustände. Folge 1-6. Frankfurt/Main,
Suhrkamp.).
Dieser thematische Kernbereich, dessen methodischer Schwerpunkt die quantitative Einstellungsforschung ist, soll im Graduiertenkolleg in methodischer, theoretischer, inhaltlicher und anwendungsbezogener Hinsicht erweitert werden, um einen mehrperspektivischen und interdisziplinären Zugang zu ermöglichen. Die Kollegiat(inn)en können auf die Datensätze des laufenden Forschungsprojektes für die eigenen Auswertungen zurückgreifen und darüber hinaus z.B. neue methodische Ideen damit verbinden oder eigenständige inhaltliche oder theoretische Ausweitungen entwickeln. Sie müssen aber immer anschlussfähig sein an den thematischen Kernbereich, denn nur so ist intensive wissenschaftliche Kommunikation in einem interdisziplinären Arbeitskontext sicherzustellen. Das Studienprogramm ist so angelegt, dass die Kollegiat(inn)en im Rahmen des thematischen Kernbereichs der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit mit unterschiedlichen theoretischen Zugängen und verschiedenen Methoden sowie deren Vor- und Nachteilen bzw. Verknüpfungsmöglichkeiten vertraut gemacht werden.


