Abstract
Eine empirische Überprüfung der Integrated Threat Theory
Ziel des Forschungsvorhabens ist, die Integrated Threat Theory (ITT) von Walter G. Stephan (Stephan & Stephan, 2000; Stephan & Renfro, 2002) mit unterschiedlichen Methoden im Rahmen des Graduiertenkollegs "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" zu prüfen. Nach der ITT sind die proximalen Prädiktoren für Vorurteile Bedrohungswahrnehmungen von Personen: Je höher sich Personen durch bestimmte soziale Kategorien (Immigranten, Behinderte, Homosexuelle, etc.) bedroht sehen (real und/oder symbolisch), desto höher soll das Ausmaß an Vorurteilen der Personen diesen sozialen Kategorien gegenüber sein. Erste empirische Untersuchungen von Stephan und seinen MitarbeiterInnen können die ITT in Teilen bestätigen. Die Frage der Kausalität (Bedrohung führt zu Vorurteilen oder umgekehrt, Vorurteile führt zu Bedrohung) wie auch die Rolle wichtiger distaler Faktoren (soziale Identifikation, soziostruktureller Variablen, etc.), die die Bedrohungswahrnehmung moderieren, ist bislang ungeklärt. Das Projekt soll zur Beantwortung dieser offenen Forschungsfragen beitragen. Der methodische Zugang umfasst zum einen laborexperimentelle Untersuchungen, zum anderen sollen vorliegende Survey-Daten, denen soziostrukturelle Kennwerte zugespielt sind, mit Strukturgleichungsmodellen und hierarchischen Analyseverfahren ausgewertet werden.


