31.05.2011
Konferenz und Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Marburger Zentrums für Kanada-Studien
Tagung zum 100. Geburtstag von Marshall McLuhan im Historischen Rathaussaal
Marshall McLuhan, der den Begriff des globalen Dorfes prägte und der mit seinem Slogan „das Medium ist die Botschaft“ („the medium is the message“) für Aufsehen sorgte, ist auch heute noch einer der wichtigsten und spannendsten Medientheoretiker. Seine Prophezeiungen über die Kommunikationsformen der Zukunft, wie zum Beispiel das Internet, waren bereits zur Zeit ihrer Veröffentlichung in den 1960er Jahren revolutionär und sind immer noch eine Herausforderung für Wissenschaftler in der ganzen Welt sowie in den verschiedensten Disziplinen – von der Medien- und Kommunikationswissenschaft bis zur Literatur- und Kulturwissenschaft.
Die Tagung begann mit einer Eröffnungsfeier. Der Botschafter von Kanada, S.E. Dr. Peter M. Boehm trug sich in das Goldene Buch der Stadt Marburg ein und Prof. Dr. Martin Kuester verlieh die Ehrenmitgliedschaft im Marburger Zentrum für Kanada-Studien an Frau Noreen Taylor. Taylor hatte der Alan Coatsworth Canada Collection der Marburger Universitätsbibliothek drei vollständige Sätze der für den Charles Taylor Prize for Literary Non-Fiction eingereichten Bücher gespendet.
Weitere Höhepunkte der Veranstaltung waren die Eröffnungsreden von Richard Cavell (University of British Columbia) und von David Staines (University of Ottawa). In seinem Vortrag “In-corporating the Global Village” verortete Richard Cavell McLuhans Konzept in seinen lokalen und globalen Zusammenhängen, während David Staines McLuhans frühe Werke und deren Einfluss auf literarische Texte untersuchte.
Im Rahmen der Tagung präsentierte die Marburger Improvisationstheater-Gruppe Fast Forward Theatre das „Marshall McLuhan Improv Project.“ Sabine Manke und Martin Esters lieferten eine interessante und unterhaltsame Show in der sie McLuhans Konzepte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Das Rahmenprogramm wurde durch einen Workshop für Studierende zum Thema E-Medien ergänzt, den Madeleine Kinsella und Andrea Wolff-Wölk in der Universitätsbibliothek veranstalteten. Während der Tagung wurden aktuelle Publikationen rund um McLuhan ausgestellt sowie eine Hörstation, an der sich Teilnehmer zwei Werke des deutschen Komponisten Mark Polscher anhören konnten: die Oper Die mechanische Braut und Science & Society: McLuhan on the Club. Rund 80 Teilnehmer aus Europa und Kanada besuchten die Tagung und Veranstaltungen des Rahmenprogrammes.
Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien wurde 1989 als Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Kanada gegründet und ist seit 2001 ein Forschungszentrum der Philipps-Universität. Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien widmet sich der Förderung kanadistischer Forschung und Lehre an der Philipps-Universität sowie der Organisation zahlreicher Lesungen und Vorträge sowohl für ein akademisches Publikum als auch für die breite Öffentlichkeit.
Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien bedankt sich bei den folgenden Institutionen für ihre Unterstützung: Dem Understanding Canada Programm der kanadischen Regierung, der Gesellschaft für Kanada-Studien in den deutschsprachigen Ländern, dem Ursula-Kuhlmann-Fonds, der Botschaft von Kanada in Berlin und der Stadt Marburg.
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Sylvia Langwald
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